Gaza "Militärisch ist Hamas nicht auszulöschen"Seite 3/3

Dethlefsen: Meinen Informanten im Gaza-Streifen zu Folge sind bereits 100 israelische Panzer über die Grenze gefahren, aber noch nicht tief in den Gaza-Streifen vorgestoßen. Da Hamas gemeinsam mit dem Islamischen Dschihad in der Nacht dutzende Raketen auf Israel geschossen hat, ist eine Bodenoffensive sehr wahrscheinlich.

ZEIT ONLINE: Was bezweckt die israelische Armee mit einem Einmarsch?

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Dethlefsen: Ziel ist, Hamas auszuschalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Israel den Gaza-Streifen erneut dauerhaft besetzen will.

ZEIT ONLINE: Kann die israelische Armee diesen Konflikt gewinnen?

Dethlefsen: Militärisch ist Hamas nicht auszulöschen. Die israelische Armee kann die Organisation mit ihren Angriffen schwächen, wertet sie aber gleichzeitig politisch auf. Dieser Wahnsinn muss aufhören.

ZEIT ONLINE: Sehen Sie einen Ausweg aus diesem Konflikt?

Dethlefsen: Die Europäer könnten gemeinsam mit der Türkei die Vermittlerrolle übernehmen. Die Türkei unterhält gute Verbindungen zu Israel, findet aber auch innerhalb von Hamas Gehör. Türkische Politiker sind bereits in der Region unterwegs. Und auch England und Frankreich haben sich eingeschaltet. Da die US-Administration wegen des anstehenden Präsidentenwechsels nicht handlungsfähig wirkt, ist Europa jetzt in der Pflicht, eine stärkere Rolle zu übernehmen.


Knut Dethlefsen leitet das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in den Palästinensischen Gebieten. Er lebt und arbeitet in Ost-Jerusalem.

Die Fragen stellte Hauke Friederichs.

 
Leser-Kommentare
    • johwa
    • 30.12.2008 um 14:35 Uhr

    Dethlefsen arbeitet in den Palästinensergebieten. Laut »Reporter ohne Grenzen« belegten diese 2008 bei der Pressefreiheit weltweit Platz 163 von 173.

    Mit anderen Worten: Dethlefsen steht unter extremen(!) Zensurdruck, will er nicht sein Leben in Gefahr bringen.

    Es ist unverständlich wieso Zeit-Online auf einen Interviewpartner zurückgreift, dem bei der freien Berichterstattung offensichtlich die Hände gebunden sind. Entweder spielt dieser mit seinem Leben oder er macht Systempropaganda - und »Die Zeit« arbeitet folgedessen als Sprachrohr einer palästinensischen Informationsdiktatur.

    Dies und der geäußerte Inhalt sollte mal in den behaglichen Hamburger Redaktionsstuben eine ethische Reflektion wert sein.

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    (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)

    (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)

  1. 2. das...

    ...zeichnet die zeit aus. die manchmalige darstellung beider seiten einer medallie.

  2. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)

    Antwort auf "Grundeinsichten"
  3. Langsam werden auch die Medien hier zu Lande selbst Müde von ihren eigenen Selbsttäuschung.
    Und doch hier wieder noch einmal ein Artikel mit der gleichen Litanei und die Verwechslung von Ursache und Wirkung.
    Dass viele Menschen sterben und leiden eine Tragödie auf beiden Seiten ist, steht außer Frage. Das ist entsetzlich und bitter. Wer hat es aber in den letzten 15 Jahren verhindert können und dies versäumt?
    Mit dem Geld, das die palestinensische Automiebehörde im Laufe der Jahren von Europa erhalten haben, hätten sie ein zweites Wunder im Nahenosten schaffen können.
    Anstelle dessen florierte die Korruption, den Hass gegen Israel wurde weiter geschürt und Waffen geschmugelt - und Europa und Deutschland haben zugeschaut... (es ist viel angenehmer Busch zu kritisieren...)
    Israel geht es nicht um die "Auslöschung der Hamas." Das weiß jeder, der über ein wenig politischen Sachverstand verfügt. Was versucht wird ist die Zerstörungspotenzial dieser Organisation auf einem Level zu reduzieren, mit dem die Menschen in Israel leben können.
    Der Hamas geht es aber wohl um die Auslöschung Israel - hey Leute, wir leben im 2008 und nicht 1990.

  4. würde halte ich für absurd. Die in #1 getätigte Aussage gilt maximal für einheimische Journalisten der "Gebiete". Kein Ausländer wurde bedroht oder gar verletzt.

    Allerdings muss beachtet werden: massenhaft ohne irgendwelche menschenrechtliche Standarts Gegner umbringen tut nur ISRAEL. Sie machen Berichte, wie wir sie tatgtäglich in den Geschichtsmitteilungen über Völkermord hören und lesen, wahr.

    Blindwütig Frauen, Kinder und Unschuldige töten, verstümmeln, quälen und ihnen in den Intensivstationen Hilfe zu versagen ist BÖSE. Daher bleibt für mich klar auf wessen Seit' ich steh'.

    [Anmerkung: Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/ew]

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