Das Institut für Hirnforschung kann die Experimente an Makaken-Affen weiterführen, aber zunächst nur so lange, bis die Bremer Regierung über einen Widerspruch der Universität Bremen entscheidet. Das SPD-geführte Gesundheitsressort hatte einen Antrag auf Fortsetzung der Versuche zuvor abgelehnt.

Mit den teils Stunden dauernden Experimenten an den Makaken erforschen Wissenschaftler die Funktion des Gehirns. Die Grundlagenforschung soll der Heilung schwerer Gehirnschäden bei Menschen dienen. Tierschützer sehen die Versuche als Quälerei. Das Verwaltungsgericht erklärte, es sei notwendig, "den Sachverhalt weiter aufzuklären". Im Anschluss daran seien schwierige und bislang nicht abschließend geklärte Rechtsfragen zu beantworten.

Bei dem Streit geht es um die Frage, welches Recht Vorrang hat: das Grundrecht auf Forschungsfreiheit oder der verfassungsrechtlich verbürgte Tierschutz. Die Versuche laufen seit 1998.

"Das ist ein Etappensieg, aber in der Kernproblematik ist noch nichts entschieden", sagte ein Sprecher der Universität. "Es findet jetzt noch mal eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema statt."

Im Gesundheitsressort möchte man nicht von einem Etappensieg der Universität sprechen und sieht nach der Entscheidung ein "völlig offenes Verfahren". Die Behörde will nun in einem Gutachten die Belastung für die Tiere bei den Experimenten untersuchen lassen. "Wir müssen ganz konkret prüfen, ob die Tiere leiden", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsressorts. Wann über den Widerspruch der Forscher entschieden wird, sei noch unklar. "Wir schauen, dass wir das schnell und effizient klären."

Bei den Versuchen wird den Primaten ein Loch in den Schädel gebohrt, durch das bei den Tests Elektroden in ihr Gehirn geschoben werden. Auf ihrem Kopf ist mit Zement eine Halterung befestigt, mit der die Tiere fixiert werden können. Am Ende ihres Versuchstierlebens werden sie getötet, damit die Gehirne untersucht werden können. Nach Angaben des Forschungsleiters Andreas Kreiter ist die Belastung für die Tiere "objektiv relativ gering".

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte wertete die nur befristete Genehmigung als Teilerfolg. "Wir sind erleichtert, dass das Gericht Kreiters Affenversuche nur für eine kurze Zeit erlaubt", teilte der Verbandsvorsitzende Kurt Simons mit. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, sagte: "Es ist höchst bedauerlich, dass das Leid der Affen an der Universität Bremen nun doch noch kein Ende hat."