Tony Blair "Ich lese täglich den Koran"
Der frühere britische Premierminister und Katholik ist nach eigenem Bekunden sehr am Islam interessiert. Mit der katholischen Lehre ist er nicht immer einverstanden
"Ich lese regelmäßig den Koran, praktisch täglich", sagte er in einem Interview mit DIE ZEIT zu Glaubensfragen. Blair war im Irakkrieg einer der engsten Verbündeten von US-Präsident George W. Bush gewesen. "Christen sagen schnell: Aber die hassen uns", so Blair über die Muslime, "doch die Antwort lautet: Es gibt im Koran keine Verweise auf Jesus, die nicht zutiefst respektvoll wären." An einen Übertritt zum Islam denkt der 55-Jährige jedoch nicht. "Nein, nein, damit wollen wir jetzt nicht anfangen", sagte er amüsiert auf eine entsprechende Frage. Blair war nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Premiers von der anglikanischen zur katholischen Kirche übergetreten.
"Es hat einfach damit zu tun, dass meine Frau Katholikin ist und meine Kinder katholisch sind und ich seit 25 Jahren zur Messe gehe", sagte er zur Begründung. Aber "natürlich, es ist auch eine spirituelle Reise". Sein Übertritt stelle keine Kritik an der anglikanischen Kirche dar: "In die katholische Kirche zu gehen bedeutete, in meine natürliche Heimat zu kommen."
Blair räumte ein, in seiner aktiven Zeit als Politiker seinen christlichen Glauben eher versteckt zu haben. "Mein Hauptgrund, darüber nicht groß zu reden", sagte er, sei die Erfahrung gewesen, dass die Medien seine Äußerungen dazu "immer verdreht" hätten. "Das Problem ist doch: Wenn Leute religiöse Typen sehen als die Gestalten mit dem leicht fanatischen Glänzen in den Augen, dann finden viele das schwierig", so der 55-Jährige. Ihn betreffe das Problem allerdings weniger, "weil ich nicht diese Art von Typ bin – und weil das nicht meine Art von Glauben ist".
"Der Glaube ist alles", betonte Blair in dem ZEIT-Gespräch. "Der Glaube gibt Ihnen Stärke. Andere Dinge können das natürlich auch leisten", sagte er, "aber der Glaube gibt Ihnen die Stärke, den Werten treu zu bleiben, an die Sie glauben."
Allerdings teile auch er nicht in allen Punkten die Lehre der Kirche: "Ich bin da ganz offen." So habe er etwa in der Frage der Stammzellenforschung eine andere Auffassung als der Vatikan vertreten.
Blair hat im Frühjahr 2008 die Tony Blair Faith Foundation gegründet, die weltweit Projekte fördert, um die großen Glaubensrichtungen "zu einer Kraft des Guten" zu machen. Außerdem bemüht sich Blair als Repräsentant des Nahost-Quartetts aus UN, EU, Russland und den USA in Jerusalem um eine Beilegung der Konflikte in der Region.
Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe der ZEIT. Ab Dienstag am Kiosk.
- Datum 22.12.2008 - 11:33 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 27
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Der andere aus den Azoren-Bild, José María Aznar, bahauptete mal von sich, er würde zu Haus mit der Familie unter sich das von ihnen zutiefst gehasste Katalanisch reden! (dabei kann keiner von denen diese Sprache) ...
Da könnte man lachen, wenn solche Einfälle nicht so ein furchtbares Armutszeugnis wären.
Ist es denn nur Zufall, dass Blair&Bush einen Angriffskrieg gegen Irak geführt haben? Beide tiefreligiös? Ich vermute einen Zusammenhang zwischen der Bereitschaft, Blutbäder im Diesseits anzurichten und der Erwartung jenseitiger Seeligkeit.
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Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
"Christen sagen schnell: Aber die hassen uns", so Blair über die Muslime, "doch die Antwort lautet: Es gibt im Koran keine Verweise auf Jesus, die nicht zutiefst respektvoll wären."
Nur eben nicht als Gottes Sohn sondern als Prophet ...
Ansonsten halten gläubige Muslime Christen für "Schriftverfälscher" - bezichtigen also Christen in der Bibel zu lügen ...
Christen und Juden werden außerdem als Schweine und Affen im Koran bezeichnet ...
Es stimmt also: im Koran wird Hass gegen Christen gepredigt.
Leonas3, Sie scheinen mir ja ein richtig differenzierter Islam-Versteher zu sein... Soso Christen und Juden werden im Koran als Affen und Schweine bezeichnet. Wo denn? können sie mir bitte diese Stelle zeigen? Und wenn möglich, verwenden Sie bitte eine anerkannte Übersetzung des Korans und keine rechtspopulistische... Ich bin gespannt auf Ihre Antwort!
Leonas3, Sie scheinen mir ja ein richtig differenzierter Islam-Versteher zu sein... Soso Christen und Juden werden im Koran als Affen und Schweine bezeichnet. Wo denn? können sie mir bitte diese Stelle zeigen? Und wenn möglich, verwenden Sie bitte eine anerkannte Übersetzung des Korans und keine rechtspopulistische... Ich bin gespannt auf Ihre Antwort!
was ich hier in diesem forum schon gelesen habe, muß ich sagen: damit haben sie gelegentlich recht. manche führen sich auf wie ...
...ist keinesfalls Christen vorbehalten...
Wie es die tägliche Nachrichtenflut rund um den Planeten leider beweist.
...ist keinesfalls Christen vorbehalten...
Wie es die tägliche Nachrichtenflut rund um den Planeten leider beweist.
...ist keinesfalls Christen vorbehalten...
Wie es die tägliche Nachrichtenflut rund um den Planeten leider beweist.
manche+gelegentlich. wär ja noch schöner, wenn da nur die christen ein abo drauf hätten!
manche+gelegentlich. wär ja noch schöner, wenn da nur die christen ein abo drauf hätten!
manche+gelegentlich. wär ja noch schöner, wenn da nur die christen ein abo drauf hätten!
Ob Muslim oder nicht, warum sollte man nicht den Qur´an lesen. In den heutigen Zeiten halte ich es sogar für unabdingbar sich damit zu beschäftigen.
P.S.: Wer des Arabischen nicht mächtig ist, kann so und so nur einen "Kommentar" des Qur´an lesen.
muss Herr Blair erstmal zur Verantwortung gezogen werden mit ein Paar duzend Anderen. Egal welchen Glaube sie angehören mögen.
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