14. Mai 1948:
Ben Gurion verliest die Unabhängigkeitserklärung Israels im Stadtmuseum von Tel Aviv. Doch noch in der Nacht greifen Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien den neuen Staat an. Die Geschichte des Staates beginnt mit einem Krieg, der auf israelischer Seite als Unabhängigkeitskrieg, auf arabischer Seite als "Nakba", die Katastrophe, in das Geschichtsbewusstsein einging. Von vielen Arabern wird die von der UN beschlossene Teilung Palästinas und die folgende Vertreibung hunderttausender Palästinenser aus ihren Siedlungsgebieten als Gewaltakt ohnegleichen empfunden. Bis heute zählt die Frage der Rückkehr der Vertriebenen und ihrer Nachkommen, etwa 4,5 Millionen Palästinenser, zur umstrittensten und ungeklärtesten des Nahost-Konflikts.

Ost-Jerusalem fällt nach dem ersten Arabisch-Israelischen Krieg von 1948/1949 an Trans-Jordanien. Jordanische Sicherheitskräfte kontrollieren die östlichen Stadtteile sowie das gesamte Westjordanland, wo die meisten Palästinenser leben. Im von Jordanien beherrschten Ost-Jerusalem kommt es immer wieder zu Kundgebungen gegen die jüdischen Nachbarn.

Mitte der fünfziger Jahre:
Israel größte Sorge heißt Ägypten. Die Grenze verläuft am südlichen Ende der Negev-Wüste. Das Gebiet liegt an der ägyptischen Sinai-Halbinsel. Die ägyptische Armee hat nach dem Krieg 1948/1949 den palästinensischen Gaza-Streifen eingenommen.

Juli 1956:
Ägypten verkündet die Verstaatlichung des Suezkanals. Die Suezkanal-Gesellschaft war bis dahin eine internationale Aktiengesellschaft. Zu den Großaktionären gehörten Großbritannien und Frankreich. Der Regierung in Paris war Ägyptens Staatschef Nasser bereits vor der Suezkrise ein Dorn im Auge. Zusammen mit Großbritannien und dem neu gegründeten Staat Israel bereitet man einen Krieg vor. Ägypten und Syrien schließen ein Verteidigungsabkommen und gründen ein gemeinsames Oberkommando der Armee. Das ist das Zeichen für Frankreich, England und Israel, die durchgeplante "Operation Musketier" einzuleiten.

Oktober 1956:

Israel fliegt einen Angriff über dem ägyptischen Sinai. Bodentruppen erobern den Gaza-Streifen und den größten Teil der Sinai-Halbinsel.

Frühjahr 1957:
Israel zieht sich nach zähen Verhandlungen im Frühjahr 1957 aus den eroberten Gebieten zurück. UN-Friedenstruppen sichern nun die Grenzen zwischen Israel, dem Gaza-Streifen und Ägypten.


17. Mai 1967:
Ägyptens Präsident Nasser verlangt den Abzug der UN-Truppen aus Ägypten. Der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Sithu Thant gibt der Forderung nach. Ein paar Tage später lässt Nasser die Straße von Tiran sperren. Schiffe können von nun an nicht mehr die israelische Hafenstadt Eilat erreichen. Am 26. Mai 1967 erklärt Nasser Israel im Namen der gesamten arabischen Welt den Krieg.