Krieg im Gaza-Streifen Was ist Hamas? Seite 2/2

An der ersten Wahl 1996 nahm Hamas nicht teil, erst 2005 wurde sie zu einer Partei. Bei den vergangenen Wahlen in den Palästinensergebieten 2006 ging Hamas als Sieger hervor und errang die absolute Mehrheit. Sie ist international jedoch nicht anerkannt, zahlreiche Staaten stufen Hamas und ihre Unterorganisationen als terroristische Vereinigung ein, darunter die USA, die EU, Australien und Kanada.

Hamas besteht aus zahlreichen Unterorganisationen. Sie ist in einen politischen Arm, einen Sicherheitsapparat und einen militärischen Zweig aufgeteilt. Innerhalb der Hamas organisieren die Izz-al-Din-al-Qassam-Brigaden Anschläge und Attentate. Seitdem sich Israel mit einem Grenzzaun vor Selbstmordattentätern schützt, setzen die Qassam-Brigaden Mörser und Raketen gegen Israel ein.

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Die Kassam-Kurzstreckenraketen werden in Garagen und Hinterhofwerkstätten gebaut. Es sind einfache, mit Treibstoff gefüllte Rohre mit einem Sprengkopf. Die Kassam-Raketen fliegen bis zu 20 Kilometer weit und bedrohen vor allem israelische Siedlungen. Hamas verfügt zudem über Grad-Raketen aus alter sowjetischer Produktion. Schmuggler bringen sie durch Tunnel aus Ägypten in den Gaza-Streifen. Die Grad-Geschosse haben eine Reichweite von 30 Kilometer und werden mit Raketenwerfern abgefeuert. Der dauerhafte Beschuss mit Raketen führte zu den jüngsten Luftangriffen der israelischen Luftwaffe auf Ziele in Gaza. Allein am Sonntagmorgen seien 20 Raketen in Israel eingeschlagen, teilte eine Armeesprecherin mit.

Angeführt wird Hamas von verschiedenen, oft konkurrierenden Politikern. Herausragenden Einfluss besitzen Chaled Maschaal, Chef des Politbüros, und der  Kommandant der Sicherheitstruppen, Ismail Hanija. Maschaal hält sich meist in Syrien auf, der 52-Jährige lebt in Damaskus im Exil. Hanija wurde 2006 von der Hamas außerdem zum Premierminister berufen. Er drohte Israel am Sonnabend mit einer dritten Intifada.

Das Hauptquartier der Hamas-Regierung liegt in Gaza. Die israelische Luftwaffe bombardierte dort am Wochenende die Verwaltungsgebäude und Privathäuser einiger hochrangiger Hamas-Führer. Am Montagmorgen verkündete die Organisation islamischer Staaten, dass Hamas zu einer Waffenruhe mit Israel bereit sei. Eine offizielle Stellungnahme der Hamas liegt noch nicht vor.

 
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