Schriftsteller Nobelpreisträger Pinter gestorben

Harold Pinter ist tot. Der britische Dramatiker hatte 2005 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Bekannt war er auch für scharfe politische Äußerungen

Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf seine zweite Ehefrau am Donnerstag meldete, starb Pinter am Heiligabend im Alter von 78 Jahren an Kehlkopfkrebs. Pinter galt als einer der bedeutendsten britischen Dramatiker.

Die Schwedische Akademie hatte ihm den Nobelpreis im Jahr 2005 verliehen. Die Ärzte hatten dem schon damals schwer kranken Pinter die Reise nach Stockholm zur Preisverleihung untersagt.

Weltruhm erlangte Pinter, der rund 30 Dramen verfasste, Anfang der sechziger Jahre mit Der Hausmeister. Es folgten rund drei Jahrzehnte, in denen der Autor sein Publikum immer wieder mit verstörenden Werken irritierte, aber zugleich für große Theaterabende sorgte. In Deutschland wurde auch seine Groteske Moonlight (1993) mit Erfolg inszeniert.

Seinen Landsleuten war Pinter seit langem als engagierte Persönlichkeit bekannt. Immer wieder hatte er vehement die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush und des britischen Premiers Tony Blair attackiert, den er als "Kriegsverbrecher" bezeichnete. Außerdem protestierte Pinter gegen die Nato-Bombardierung Serbiens und für die Rechte der Kurden. Die Erhebung in den Ritterstand lehnte Pinter ab.

Bei Pinter wurde nach Angaben der BBC im Jahr 2002 Krebs diagnostiziert. Vor wenigen Wochen sollte er eine Ehrung in London entgegen nehmen, konnte allerdings nicht teilnehmen, weil er zu krank war.

Kritiker würdigten Pinter als "einzigartige Figur des britischen Theaters". Der Kreativdirektor der BBC, Alan Yentob, sagte: "Er hat die Theaterlandschaft seit den fünziger Jahren dominiert." Der britische Kritiker Tim Walker sagte, Pinter habe "Realismus in das Geschäft" gebracht. "Er war großartig. Und es war ein Privileg, mit ihm mehr als 33 Jahre zusammenzuleben. Er wird niemals vergessen", sagte seine Frau.

Pinter wurde als Sohn einer jüdischen Schneiderfamilie am 10. Oktober 1930 in London geboren. Als Dramatiker debütierte er mit The Room (Das Zimmer), das 1957 in Bristol uraufgeführt wurde. Weitere frühe Dramen sind The Birthday Party, ursprünglich ein Fiasko, aber später eines seiner meistgespielten Stücke, und The Dumb Waiter (Der stumme Diener).

Seine Theaterstücke wurden vom Publikum stets zwiespältig aufgenommen. Auch die Verleihung des Nobelpreises rief Kritiker auf den Plan. Aus Pinters Namen entstand auch ein Adjektiv: Als "pinteresk" gelten die sparsamen Dialoge, die eine gewisse Atmosphäre entstehen lassen und dem Zuschauer ein Gefühl des leichten Unbehagens und der Beklemmung bereiten. Pinter sagte einst ganz passend dazu: "Bei Dramen geht es um Konflikte und Bestürzung, Verwirrung. Ich war nie fähig, ein fröhliches Stück zu schreiben, aber ich bin fähig, ein fröhliches Leben zu genießen."

 
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