ZEIT ONLINE: Herr Brüggemann, Sie haben dreieinhalb Monate lang Backpacker in Indien, Thailand und Laos fotografiert. Wie kamen Sie auf die Idee?

Jörg Brüggemann: Ich habe ein Auslandssemester in Buenos Aires gemacht und bin im Anschluss noch ein halbes Jahr durch Südamerika gereist. Damals habe ich festgestellt, dass sich ein Großteil der Reisenden nach dem Lonely Planet -Reiseführer richtet – was dazu führt, dass alle dieselben ausgetretenen Wege gehen. Das fand ich interessant.

ZEIT ONLINE : Keine Rede also von individuellem Reiseerleben?

Brüggemann: Thailand ist schon wie Mallorca, die Tourismusindustrie hat ihre eigenen Strukturen ausgebildet. Man bucht den Touristenbus und am Ziel steigen alle im selben Hostel ab. So ist der Individualtourismus schon fast zum Pauschaltourismus geworden.

ZEIT
ONLINE : Was macht das Prinzip Backpacking dennoch so interessant für junge Leute?

Brüggemann:
Das ist unterschiedlich. Manche wollen einfach am Strand liegen, andere machen Trekking, wieder andere suchen die Freiheit oder wollen sich verlieben. Und manche sind auf der Suche nach sich selbst. Das Backpacken ist zu einer Art Jugendbewegung geworden. In manchen Ländern gehört es schon fast zum guten Ton, mindestens einmal mit dem Rucksack um die Welt zu reisen.

ZEIT ONLINE : Wie haben Sie Ihre Motive gefunden?

Brüggemann: Ich habe dieselben Busse benutzt wie die Rucksacktouristen, es gibt in Thailand eine regelrechte Backpackerstraße, auf der sich fast alle bewegen. Manche habe ich auch bei einem Elefantenritt getroffen oder im Hostel. In der Regel lernt man die Leute sehr schnell kennen. Alle wollen erzählen, wo sie schon überall waren, was sie als Nächstes vorhaben. Das wird alles sehr aufgebauscht.

ZEIT ONLINE : Sie haben Ihren Fotoessay Same Same but Different (ähnlich, aber doch anders) genannt. Warum?

Brüggemann: Die Einheimischen in Thailand sagen das oft, wenn man sie nach einer Sehenswürdigkeit fragt. Alles ist irgendwie ähnlich und doch auch anders. Dieser Spruch ist ein Running Gag unter den Backpackern geworden.

ZEITONLINE: Wann haben Sie sich am meisten für Ihre Mitreisenden geschämt?