ZEIT ONLINE: Frau Kronauer, was verbirgt sich hinter dem Titel Die Kleider der Frauen?

Brigitte Kronauer: Ein Zyklus von Geschichten, die alle mit Kleidern oder mit Accessoires, mit Taschen, Ketten, also mit dem, womit sich Frauen schmücken, zu tun hat. Mich interessiert dabei, dass Frauen – viel mehr wohl als Männer – durch Kleider die Möglichkeit haben, sich zu verfremden, für andere und für sich selbst. Außerdem sind Kleider wunderbare Projektionsflächen für Erinnerungen und Gefühle. Kurzum: Devotionalien.

ZEIT ONLINE: Sind Geschichten im weiteren Sinn nicht auch Kleider? Wie Bügeln 1 und Bügeln 2. Wie ein Kleid deutet die Geschichte etwas an, aber sie verbirgt es auch gleichzeitig.

Kronauer: Ja, man könnte sagen, man umgibt sich mit einer Geschichte, wie mit einem Kleid, etwa, wenn man sich eine Autobiografie zusammenreimt. Man gibt eine Art Bekenntnis von sich, aber man verschleiert auch, verdreht, manipuliert. Auch das wieder für sich und die Außenwelt.

ZEIT ONLINE: Versteht man Ihre Texte besser, wenn man weiß, was an ihnen autobiografisch ist?