Jugend in den USA Lieber Blogs als Barrikaden
Junge amerikanische Konservative arbeiten im Internet und auf dem Hochschulcampus an der Erneuerung der US-Rechten. Folge 3 der Jugendserie

© Max Whittaker/Getty Images
Die Obama-Anhänger sind ihre Gegner: Amerikas junge Konservative
Millionen Zuschauer werden bei der Vereidigung von Barack Obama am 20. Januar erwartet, – und viele von ihnen werden jung sein. Das politische Bewusstsein dieser Generation erwachte unter George W. Bush. Sie wurde politisiert vom 11. September vor sieben, vom Irak-Krieg vor fünf, oder von Hurrikan Katrina vor drei Jahren. Eine Generation, die mehrheitlich die Tage zählt, bis es mit der Präsidentschaft des ungeliebten Republikaners Bush vorbei ist.
Der 20. Januar, so scheint es, wird ein Tag des Triumphes für Amerikas politische Jugend. Zwei Drittel aller Wähler unter 30 Jahren haben bei den Präsidentschaftswahlen für Barack Obama gestimmt und wäre es einzig nach dieser Altersgruppe gegangen, wäre George W. Bushs Amtszeit schon vier Jahre früher beendet worden. Daniel Lipian aber wird nicht unter den Jubelnden sein. Der Politikstudent und Vorsitzende der republikanischen Studenten aus dem Staat Ohio hat sich einem undankbareren Projekt verschrieben – dem Wiederaufbau der amerikanischen Rechten.
"Die Republikaner haben die letzte Wahl nicht wegen eines Erdrutsches junger Wähler hin zu Obama verloren", sagt Lipian, "sondern weil viele konservative Wähler verbittert waren". Er selbst gehört zu diesen verbitterten Konservativen. Als sich John McCain im Februar in einer Rede erstmals an Konservative wandte, stand Lipian im Publikum – und buhte. Zu staatsgläubig und moderat sei der Kandidat, der sich unter anderem für die Einbürgerung illegaler Einwanderer, den Ausbau staatlicher Verfügungsgewalt und gegen Steuersenkungen ausgesprochen hatte.
Von seinen Kommilitonen bei den College Republicans war Lipian für seine Ablehnung immer wieder angefeindet worden, sagt er heute. Immerhin galt es, eine Wahl zu gewinnen. Dennoch fühlt sich der 24-Jährige durch McCains Niederlage in seiner Haltung bestätigt: "Die Lektion ist simpel: Republikaner müssen wieder anfangen, sich wie die Konservativen zu benehmen, als die sie sich behaupten."
Im Jahre 2008 wirkt der Gedanke rechter Studentenbewegungen und junger konservativer Mehrheiten unrealistisch – doch beides ist nicht ohne historisches Vorbild. Als 1964 der Marktradikale Barry Goldwater für die Republikaner antrat, hatte er zwar keine Chance gegen den amtierenden Demokraten Lyndon B. Johnson – begeisterte aber damals mit seinem Charme neben anderen jungen Amerikanern selbst Obamas designierte Außenministerin Hillary Clinton. 20 Jahre später hatte Ronald Reagan, der heute als konservative Ikone verehrt wird, deutlich mehr als die Hälfte der jungen Wähler auf seiner Seite – und wurde Präsident.
Zahlreiche Institutionen versuchen seit den Goldwater-Jahren, die Ansätze einer konservativen Jugendbewegung zu stabilisieren. Zum Beispiel die Young America’s Foundation, die seit den siebziger Jahren konservativen Campusgruppen Redner vermittelt, die Heritage Foundation, die junge Medienaktivisten schult, oder das American Council of Trustees and Alumni, das sich seit den neunziger Jahren im Zuge der "Förderung akademischer Vielfalt" besonders konservativen Werten auf den Campussen verschreibt.
"Die Annahme, dass die Universitäten vor allem von linken Studenten bevölkert werden, ist ein riesiger Mythos", sagt Lipian, "Amerika liebt immer noch traditionelle Werte." Das zeige die Abstimmung über das Verbot der Homo-Ehe im vermeintlich "extrem-liberalen" Kalifornien.
Lipian ist nur ein Beispiel für junge Konservative, die in das republikanische Machtvakuum vordringen. Mit anderen Methoden, aber für dasselbe Anliegen, kämpft der rechte Blogger Ace. Mit seinem Ace of Spades HQ behauptet es sich in der eher von links dominierten politischen Blog-Landschaft der USA. Während Lipian sich mit Interessengruppen, Bildungsarbeit und Demonstrationen den klassischen Mitteln politischer Arbeit bedient, ist Ace ein genuiner Meinungsmacher des Internetzeitalters. Einer, der hart austeilt und sich weit aus dem Fenster lehnt, seinen bürgerlichen Namen aber für sich behalten will.
Wie ein junger Michael Moore sieht Ace aus – Vollbart, Brille und Bauchumfang teilt er sich mit dem linken Filmemacher. Auch seine Schnodderigkeit und seinen anti-autoritären Gestus. Wie Moore ist er ein großer Polemiker, ein Meister seines Mediums. In Fleisch und Blut wirkt Ace eher reflektiert als provokant, eher etwas konfus als gnadenlos pointiert. Nervös an seinem Ohr zupfend, spricht er eher wie ein unsicherer Gastdozent bei seiner ersten Vorlesung, als wie ein aufwieglerischer Studentenführer auf der Vollversammlung.
"Niemand von uns ist Ronald Reagan", sagt Ace, "aber gemeinsam können wir die politische Klasse zwingen, uns zuzuhören, so wie er es tat". Ace demonstriert es selbst: Es bedarf dafür heutzutage keines außergewöhnlichen Charismas mehr und keiner oratorischen Brillanz. Aber 100.000 Internetzugriffe pro Tag und die Auszeichnung als bester konservativer Blogger des Jahres 2008 helfen.
Während Ace in seinem Blog bereits engagiert gegen den designierten Präsidenten und seine Anhänger schreibt, glaubt Daniel Lipian, dass sich das Gros der jugendlichen Begeisterung für Obama in den nächsten Monaten von selbst erledigen werde. "Wir haben viel größere Probleme", sagt Lipian: Nämlich "den Wiederaufbau der Republikanischen Partei". Er hofft auf 2012.
- Datum 08.04.2009 - 14:07 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 6
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Das Foto zum Beitrag zeigt wohl eher keine jungen Konservativen - sondern Demonstranten gegen das Gelingen der Proposition 8 mit der die Ehe für Homosexuelle wieder abgeschafft wurde (wie man schon an der Regenbogenflagge hätte erkennen können). Die sind mit Obama allerdings auch nicht sonderlich zufrieden
dies nicht 100 prozentig zum artikel passt: ich rate jedem, der seine hoffnung auf einen verüftigen amerikanischen präsidentschaftskandidaten schon aufgegeben hat, sich mit Ron Paul zu beschäftigen. er ist für eine rückbesinnung auf demokratische grundwerte, für den sofortigen truppenabzug aus dem irak und anderen von den usa okkupierten ländern. dieser kandidat wurde hier in europa nicht, oder wenn überhaupt, nicht angemessen erwähnt. er hat den absoluten spendenrekord bei wahlkämpfen in den usa erreicht. er hat innerhalb von 24 std mehr als 4 mio. dollar spenden erhalten. diese spenden kamen nicht von konzernen, sondern vom sogenannten "dummen volk". obama mag von "change" reden, im grunde erhält er den wirklich unmenschlichen status quo. Ron Paul ist der einzige kandidat, der einen WIRKLICHEN wechsel will. dies ist wahrscheinlich auch der grund, warum ihn die massenmedien in europa, inklusive der ZEIT, nicht erwähnen. Ron Paul ist nunmal kein bilderberger.
dies nicht 100 prozentig zum artikel passt: ich rate jedem, der seine hoffnung auf einen verüftigen amerikanischen präsidentschaftskandidaten schon aufgegeben hat, sich mit Ron Paul zu beschäftigen. er ist für eine rückbesinnung auf demokratische grundwerte, für den sofortigen truppenabzug aus dem irak und anderen von den usa okkupierten ländern. dieser kandidat wurde hier in europa nicht, oder wenn überhaupt, nicht angemessen erwähnt. er hat den absoluten spendenrekord bei wahlkämpfen in den usa erreicht. er hat innerhalb von 24 std mehr als 4 mio. dollar spenden erhalten. diese spenden kamen nicht von konzernen, sondern vom sogenannten "dummen volk". obama mag von "change" reden, im grunde erhält er den wirklich unmenschlichen status quo. Ron Paul ist der einzige kandidat, der einen WIRKLICHEN wechsel will. dies ist wahrscheinlich auch der grund, warum ihn die massenmedien in europa, inklusive der ZEIT, nicht erwähnen. Ron Paul ist nunmal kein bilderberger.
dies nicht 100 prozentig zum artikel passt: ich rate jedem, der seine hoffnung auf einen verüftigen amerikanischen präsidentschaftskandidaten schon aufgegeben hat, sich mit Ron Paul zu beschäftigen. er ist für eine rückbesinnung auf demokratische grundwerte, für den sofortigen truppenabzug aus dem irak und anderen von den usa okkupierten ländern. dieser kandidat wurde hier in europa nicht, oder wenn überhaupt, nicht angemessen erwähnt. er hat den absoluten spendenrekord bei wahlkämpfen in den usa erreicht. er hat innerhalb von 24 std mehr als 4 mio. dollar spenden erhalten. diese spenden kamen nicht von konzernen, sondern vom sogenannten "dummen volk". obama mag von "change" reden, im grunde erhält er den wirklich unmenschlichen status quo. Ron Paul ist der einzige kandidat, der einen WIRKLICHEN wechsel will. dies ist wahrscheinlich auch der grund, warum ihn die massenmedien in europa, inklusive der ZEIT, nicht erwähnen. Ron Paul ist nunmal kein bilderberger.
Bigotterie ist die Zwillingsschwester aller Konservativen und Spiesser.
Man schaue sich nur an, welchen Aderlass die Konservativen zu verkraften hatten. Heimliche Schwule, die auf Flughafentoiletten rumturtelten, wichtige Männer mit Wahrnehmungsschwäche welches eigene und welches fremde Gelder waren usw. usw.
Und zuletzt ein Präsident, der wohl besser aktiver Alkoholiker geblieben wäre.
(Das hätte Millionen Menschen das Leben gerettet und man hätte seine blanke Unfähigkeit auf sein Saufen schieben können)
Kein Wunder, dass die Konservativen schlecht gelaunt sind.
Die Evolution schreitet voran, die Konservativen bleiben zurück. Sonst sässen wir noch auf Bäumen oder hausten in Höhlen.
_________________________________________________
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Die Evolution schreitet voran, die Konservativen bleiben zurück. Sonst sässen wir noch auf Bäumen oder hausten in Höhlen.
_________________________________________________
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Die Evolution schreitet voran, die Konservativen bleiben zurück. Sonst sässen wir noch auf Bäumen oder hausten in Höhlen.
_________________________________________________
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Sind die auf dem Bild zusehenden Demonstranten rechte Republikaner oder Demokraten?
Der Typ hat keine Ahnung von der ameriknischen Jugend.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren