Heisshunger
LBB-Datenklau war Stollen-Diebstahl
Der vermeintliche Datenskandal bei der Landesbank Berlin (LBB) ist die Folge eines vertuschten Diebstahls. Die Kurierfahrer hatten Hunger

© Sebastian Willnow/ ddp
Der Klau eines Christstollens hat den LBB-Datenskandal ausgelöst
Eine Woche nach dem Eingang Zehntausender Kreditkartendaten bei der Frankfurter Rundschau hätten dies zwei Kurierfahrer gestanden, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Freitag. Die Männer hätten ein an die Zeitung adressiertes Paket mit Weihnachtsgebäck geöffnet und den Inhalt gestohlen. Anschließend klebten sie das Etikett des Stollenpäckchens auf eines von sechs für die Landesbank Berlin bestimmte Pakete. Somit erhielt die Zeitung statt des ihr zugedachten Stollens vertrauliche Datensätze.
Der vermeintliche Datendiebstahl hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt und eine politische Debatte über Datenschutz und Datensicherheit entfacht.
Die 27 und 35 Jahre alten Kurierfahrer gaben den Stollendiebstahl und das Umetikettieren laut Staatsanwaltschaft zu. Sie hätten gehofft, den Diebstahl des Pakets mit dem Stollen so vertuschen zu können. Die überraschende Wendung des Falls nannte die Sprecherin "eine wahre Weihnachtsgeschichte". Noch nie sei der Diebstahl eines Stollens mit so großem Aufwand ermittelt worden. Die Frankfurter Polizei hatte nach dem Auftauchen der brisanten Daten federführend wegen des Verdachts der Datenausspähung ermittelt.
Das Frankfurter Unternehmen Atos Worldline hatte insgesamt sechs Pakte an die LBB auf den Weg gebracht, nachdem es die Daten für die Bank archiviert hatte. Der beauftragte Kurierdienst gab den Auftrag an ein anderes Unternehmen weiter. Bei einer Sammelstelle in Mainz kreuzten sich die Wege des Pakets mit dem Stollen und die Sendungen für die LBB.
- Datum 22.12.2008 - 14:56 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 27
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Oh Mann, hoffentlich war das der beste Christstollen aller Zeiten!
Salus Publica Suprema Lex
Soll es mich beruhigen, dass offenbar hochsensible Daten in ungesicherter Form "mit der Post" verschickt werden? Soll es mich beruhigen, dass es nur einer Umetikettierung bedarf, so dass meine Kontodaten zusammen mit der Pin in die Hände Unbefugter gelangen könnten?
Nein, es beruhigt mich nicht! Denn es zeigt, dass der Umgang mit diesen Daten (vermutlich bei allen Banken ähnlich) unverantwortlich ist! Es werden die einfachsten Sicherheitsregeln (z. B. nie Konto und Pin zusammen aufzubewahren) von denen, die dies von ihren Kunden verlangen, selbst nicht eingehalten.
Es bedarf also nicht einmal der kriminellen Energie eines Insiders um an hochsensible Daten zu kommen. Es reicht einen "Irrläufer" zu provozieren. Kommt es dann zu Geldverlusten, wirft man den Kunden gerne vor, sie hätten die Pins nicht geschützt...
Für mich ist diese "Lösung" des Falles eher erschreckend!
Grade heutzutage kann mensch sowas per verschlüsselter Datenträger durch die Gegend schicken, wenns unbedingt sein muß. Und wenn ich mich nicht irre, sind die Banken eh vernetzt über hoffentlich sichere Verbindungen.
Soweit ich mitbekommen habe, wurden keine Kontonnummern und gültige PINs in dem fraglichen Paket verschickt.
Grade heutzutage kann mensch sowas per verschlüsselter Datenträger durch die Gegend schicken, wenns unbedingt sein muß. Und wenn ich mich nicht irre, sind die Banken eh vernetzt über hoffentlich sichere Verbindungen.
Ich halte die Geschichte für erfunden!
Was mich jetzt irgendwie mal etwas interessieren würde ist folgendes:
Hat die Bank und/oder AtosWorldline bei der Beauftragung dieses [...] Sorry, Kurierdienstes wirklich soviel gespart, das die sich jetzt diese Entschuldigungsaktion inkl. Umstellung der Kreditkarten und allem drum und ran leisten können?
Ja, ich weiss, das müssen eh die beiden Hungerleider zahlen. Bessergesagt deren Versicherung, so diese denn existiert. Nur den ganzen Stress hätte man sich bei der LBB, bei Atos und bei der restlichen Kundschaft sparen können. Man müsste nur etwas mehr Geld in den Transport der Daten investieren, statt immer nur das billigste Unternehmen zu beauftragen. Unternhemen, die ihre Mitarbeiter so elend entlohnen, das die sich nichtmal mehr eine Stolle leisten können, gehören nicht in eine Kette, wo private Daten rumgereicht werden.
[gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ew]
1) Woher wußten die hungrigen Jungs, daß da ein Christstollen drin war? Daß sie hungrig waren, glaube ich sofort, bei diesen Löhnen!
2) Wer schickt in den heutigen Zeiten der FR einen Christstollen?
1) Ein Teil (oder sogar alle?) Kurierfahrer verdienen nicht mal genug um sich ein Stück Stollen vom Bäcker kaufen zu können wenn Ihnen danach gelüstet.
2) Scheinbar ist das Verschwinden einen Pakets etwas normales im Kuriergewerbe den die Gefahr einer Entdeckung scheint gering zu sein.
3) Eine Branche die in den letzten Jahren einem Teil ihrer Mitarbeiter jährliche Boni gezahlt haben deren Summe das Lebenseinkommen des ein oder anderen übersteigen dürfte beauftragt für den Versand sensibler Daten Unternehmen deren Seriösität der eines somalischen Seelenverkäufers ähnelt.
4) Die Qualität und Vertraulichkeit von Kundendaten wird von der bereits erwähnten Branche in etwa so schützenswert wie Butterstollen angesehen.
Ich bin mir nicht sicher ob ich über dieses "Happy End" lachen soll.
Diese Geschichte ist eine offensichtliche Falschmeldung. Es ist traurig, dass die Bevölkerung bei diesem wichtigen Thema so unverschämt, billig und widerlich belogen wird. „Die Kurierfahrer hatten Hunger” Was für ein Blödsinn! Was für ein Blödsinn! Ich denke, heute lese ich keine Nachrichten mehr. Die Stollen und die permanenten Rechtfertigungen für die Entlassung eines mehrfachen Mörders sind mir dann doch zuviel. Doch zum Glück sind beide Themen schon morgen vergessen...
Na dann wissen wir jetzt, wie man gegen geringes Geld möglicherweise an sehr wertvolle Daten kommen kann. Eine so einfache Möglichkeit hat wohl noch niemand in Betracht gezogen, oder doch?
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