Schneeballsystem Hausarrest für Madoff
Mit Hilfe seiner Frau bleibt der US-Finanzier vorerst auf freiem Fuß – allerdings mit Einschränkungen. Die Börsenaufsicht hat in dem Milliarden-Betrugsfall inzwischen Fehler eingestanden

© DON EMMERT/AFP/Getty Images
In diesem Gebäude in New York hatte die Investmentfirma Madoffs mehrere Stockwerke gemietet
Ein US-Bezirksgericht hat für den mutmaßlichen Anlage-Betrüger Bernard Madoff zeitweiligen Hausarrest angeordnet. Der frühere Chef der New Yorker Technologiebörse Nasdaq darf laut den neuen Kautionsauflagen zwischen 19.00 und 09.00 Uhr (Ortszeit) seine Manhattaner Wohnung nicht verlassen. Die Ausgangssperre soll elektronisch überwacht werden. Des Weiteren muss Madoffs Ehefrau Ruth ihren Reisepass bis Donnerstagmittag eingereicht haben. Offenbar soll damit eine Flucht verhindert werden. Seine Frau hatte zuvor zusätzliche finanzielle Sicherheiten erbracht.
Die US-Finanzaufsicht SEC hat inzwischen schwere Fehler eingestanden. Mindestens seit 1999 sei mehreren konkreten Vorwürfen gegen den New Yorker Investmentmanager und sein gigantisches Schneeball-System nicht ausreichend nachgegangen worden, räumte SEC-Chef Christopher Cox ein. Er äußerte sich "tief besorgt" und verschärfte die interne Untersuchung. Nun sollen auch alle Kontakte von SEC-Mitarbeitern zu Madoff und seiner Familie geprüft werden.
Eine Nichte Madoffs hatte im vergangenen Jahr einen ehemaligen ranghohen Mitarbeiter der SEC geheiratet, der Jahre zuvor an der Überprüfung von Madoffs Investmentfirma beteiligt war. Die SEC ist im Zuge der Finanzkrise seit längerem massiv unter Druck. Kritiker werfen der Behörde und Cox selbst mangelnde Kontrolle vor. Der SEC-Chef steht früheren Berichten zufolge ohnehin kurz vor seinem Abschied von der Behörde.
Madoff selbst hat den Vorwürfen der Behörden zufolge den Schaden auf 50 Milliarden Dollar beziffert, das tatsächliche Ausmaß ist aber noch nicht bekannt. Auch europäische Investoren und Banken, wie die spanische Santander, sind massiv betroffen. Von deutschen Häusern sind noch keinen größeren Ausfälle bekannt.
Derweil kündigte das Justizministerium an, dass sich Ressortchef Michael Mukasey, der in Personalunion als Generalstaatsanwalt fungiert, aus dem Fall wegen Befangenheit zurückzieht. Einzelheiten wurden nicht genannt.
Experten sprechen von einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Wall Street. Beim Schneeball-Prinzip werden die versprochenen hohen Renditen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt. Die tatsächlichen Gewinne sind weit niedriger oder existieren gar nicht.
Nach seiner Verhaftung am Donnerstag war der 70-Jährige gegen zehn Millionen Dollar Kaution vorläufig wieder freigekommen. Bei einer Verurteilung drohen Madoff bis zu 20 Jahre Gefängnis.
- Datum 11.03.2009 - 08:23 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, r
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so wie es aussieht, aber - vielleicht ist er noch einer der "besseren" Betrüger, weil er nämlich anscheinend sein Unrecht einsieht (" I'm finished, now I will go to jail")
Was haben denn die vielen anderen Banker und Finanzwirtschaftsexperten, die die Krise mit verursacht haben viel anderes gemacht, als er? Ist er vielleicht nur ein Bauernopfer?
Aber man isst einfach besser.
Nach Joffes Thesen reguliert sich das alles selbst, oder?
Was für Joffe in Sachen Russland wohl tiefgreifende Systemfehler und willkommener Anlass für eine pauschale Generalabrechnung wäre, ist wäre hier, in his beloved US, wohl nur Fliegenschiss auf der Windschutzscheibe des Systems.
Perception beats reality.
Er kann doch auch nichts dafür, daß er so is, wie er is!
Und außerdem, seine Kommentare würden uns schon fehlen, oder?
:-)
Er kann doch auch nichts dafür, daß er so is, wie er is!
Und außerdem, seine Kommentare würden uns schon fehlen, oder?
:-)
Er kann doch auch nichts dafür, daß er so is, wie er is!
Und außerdem, seine Kommentare würden uns schon fehlen, oder?
:-)
Almöhi
Merke: Kleine Hendldiebe schickt man gleich in den Knast - an ihnen muß man Exempel stauieren, um die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung zu garantieren. Angehörige der ehrenwerten Gesellschaft? Das ist eine andere Frage, da muß man die größeren Zusammenhänge sehen, internationale Vewicklungen und Zusammenhänge, außerdem ist er einer von uns....
Wenn es nicht so traurig und skandalös wäre, könnte man fast drüber lachen... Die ganz großen Eliten der Welt, die ja alles besser wissen wollten, weil sie besser geboren wären und die besseren Manieren hätten und immer die Unwissenheit und das Halbwissen des gemeinen Pöbels (igitt!) beklagten, sind einem ganz einfachen Betrüger aufgesessen, wie man ihn auf einer der berühmten Kaffefahrten für arme Rentner nicht besser finden kann...
Da wundert uns schon lange nichts mehr, wenn Spitzenstaatsanwälte, z.B. bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Stuttgart nichts finden können, was daran bei so honorigen Ehrenbürgern, die auch noch im Club der "Rotarier" sind, als Betrugsfall verdächtig sein können. Nein, im Gegenteil, sie bescheinigen solchen Leuten auch noch einen Persilschein, wie: "Der Schaden und die Schuld waren gering (bei ca. 200 Millionen Gesamtschaden), es ist eine honorige Person. Er hat sich zwar kurzfristig ins Ausland abgesetzt, hat aus den Firmen, die inzwischen den Namen gewechselt hatten die Gelder abgezogen. Hat nun sein Vermögen und das der betrogenen Anleihegläubiger somit in eine neu gegründete GmbH eingebracht. Und das soll alles, laut Staatsanwaltschaft Stuttgart, in unserem Staat, erlaubt sein. In Amerika hat es lange gedauert, aber die Finanzkrise hat dort anscheinend zu ersten Zufallsfunden beigetragen und es stehen nun dort viele vor dem aus. Vermute, sie bekommen dort vom Staat ihr Geld zurück. Bei uns wird sich deshalb vorerst nicht viel ändern, diese Betrüger und Ehrenmänner werden von Justiz und den Landesregierungen/Bundesregierung noch gestützt. Namen kann ich leider aus rechtlichen Gründen hier nicht nennen.
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