Fahndung Verdächtige im Fall Mannichl kommen frei

Der Haftbefehl gegen das Ehepaar, das der rechtsextremen Szene zugeordnet wird, wird wieder aufgehoben

Zehn Tage nach dem Attentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl soll das unter dem Verdacht der Beihilfe zum versuchten Mord verhaftete Ehepaar wieder freikommen. Der Verdacht habe nicht aufrechterhalten werden können, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Passau.

Die 22 Jahre alte Frau und der 33 Jahre alte Mann waren bisher die einzigen Verdächtigen in dem Fall. Mannichl war am 13. Dezember vermutlich von einem Neonazi niedergestochen worden. Die Attacke hat eine Debatte über ein neues NPD-Verbotsverfahren ausgelöst.

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Inzwischen wird mithilfe eines Phantombilds nach einem Verdächtigen gesucht. Der Mann soll sehr auffällige Tätowierungen im Gesicht haben, eine Schlange und ein Kreuz.

 
Leser-Kommentare
  1. In einer alarmierten Öffentlichkeit können die von Mannichl längst detailliert geschilderten, extrem auffälligen und in ihrer Komposition sicherlich weltweit einmaligen, für Rechtsradikale freilich untypischen Tätowierungen nicht verborgen bleiben, übrigens auch nicht in einer Szene, in der jeder Zweite oder Dritte ein Zuträger staatlicher oder staatsnaher Überwachungsorganisationen sein soll oder mindestens irgendwie „abgeschöpft“ wird.
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    Es gibt keinerlei Fahndungserfolge, die Zweifel mehren sich: Warum erinnert sich der auf physiognomische Merkmale trainierte Polizist an jedes Detail der umfangreichen Tätowierungen und der Volksrede des angeblichen Messerstechers, nicht aber an das Gesicht? Wieso steht die Tatwaffe des „Mörders“ im Eigentum des Opfers? Wieso sind offensichtlich keine verwertbaren fremden Fingerabdrücke darauf zu finden? Wieso gibt es in der Reihenhaussiedlung noch nicht einmal Zeugen für die Flucht des angeblichen Täters?
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    Wer die ausgebrochene Hysterie und nun das stückweise Wegbrechen der vormals anscheinend zweifelsfreien „Fakten“ skeptisch beobachtet, wird an die von Sebnitz und Mittweida ausgegangenen bundesweiten Massenpsychosen erinnert. Wer dann noch die teils ins Absurde gehenden Obsessionen des Nazijägers Mannichl („Dreistes Doppelspiel“, Spiegel 20.12.2008) in seine kritische Bewertung mit einbezieht, wird sich nur wenig davon irritieren lassen, dass es sich bei dem Opfer diesmal um einen Polizisten handelt

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    Wieso steht die Tatwaffe des „Mörders“ im Eigentum des Opfers?
    meinen sie, es ist Selbstverstümmelung gewesen?

    Wieso steht die Tatwaffe des „Mörders“ im Eigentum des Opfers?
    meinen sie, es ist Selbstverstümmelung gewesen?

  2. Wir haben doch seit länger als zwei Jahrzehnte fürchterliche Verbrechen, zum Teil mit Todesfolge bzw. zum Teil eiskalter Mord, zu beklagen. Verbrochen zum Beispiel an Obdachlosen, Ausländern, farbigen und nichtfarbigen Mitbürgern, etc. Festzustellen ist, daß der Fall des Polizisten Mannichl allgemein einer besonderen Kategorie zugeordnet wird, was eigentlich im Sinne unseres Grundgesetzes bzw. im Sinne der Rechtsstaatlichkeit nicht zulässig ist bzw. so nicht geschehen sollte. Dieser Hype wäre durchaus auch in zahlreichen anderen Kapital-Verbrechens-Fällen angemessen gewesen.

    Auffällig ist im Fall Mannichl, daß ein Verdächtiger, der wohl nicht der Täter sein soll, mit diesen äußerst auffälligen Merkmalen bisher noch nicht von der Polizei ermittelt und festgesetzt werden konnte. Obwohl die Merkmale immerwieder über alle TV-Sender 'gingen'. Also, bis auf weiteres sehr bemerkenswert.

    Die ermittelnde Staatsanwaltschaft (auch die Presse) sollte sich jetzt aber auch fragen, was sie sicher schon getan hat, ob es den von Mannichl beschriebenen Täter überhaupt gibt. Auch ist vorrangig zu klären: stimmt die Tathergangsschilderung, hatte die Tat einen anderen Hintergrund (vielleicht im privaten Bereich?), etc.

    Das Messer vor der Tür ist, auch wenn tatsächlich zum Brauchtum der Nachbarschaft gehören sollte, eine auffällige Merkwürdigkeit. Am Rande der Glaubwürdigkeit für die Zustände vor der Tür eines leitenden Polizisten, der seit längerer Zeit in der Kritik und im 'Fadenkreuz' der Nazis stehen soll.

    Für einen am Schutz seiner Familie interessierten Polizeipräsidenten ist dieses Vor-der-Tür-Messer eine streng zu hinterfragende Tatsache. Dieses Messer 'vor der Tür' wird es jedem Staatsanwalt auch schwer machen, eine angemessen 'saftige Anklage' zu formulieren. Eine Anklage wegen Mordes kommt überhaupt nicht in Frage!

    Dieser Fall ist noch für eine Überraschung gut. Warten wir ab!

  3. Ich stimme Kommentator #1 voll und ganz zu.
    Man muß doch zunächst nüchtern feststellen: Wenn ein Beamter der Kriminalpolizei angegriffen wird, dann gibt es in der Regel eine ganze Liste möglicher Verdächtiger und Motive: Überführte Straftäter, Freunde überführter Straftäter usw. Es ist unverständlich, daß hier nur in die eine - für politisch interessant befundene - Richtung ermittelt wird, und das bei so schlechter Indizienlage! Man muß nicht jahrzehntelang Derrick gesehen oder Agatha Christie gelesen haben, um zu wissen, daß gute Ermittlungen sich dadurch auszeichnen, daß sie unvoreingenommen (!) unterschiedliche Spuren verfolgen, und nicht nur den einen augenfälligen "red Herring".
    Hier muß der Eindruck entstehen, daß die Ermittler politischen Vorgaben folgen. Nach Sebnitz, Potsdam, Mügeln, Ludwigshafen und Mittweida braucht die Republik endlich ein echtes rechtes Attentat, damit der ungeheure Aufwand im "Kampf gegen Rechts" begründet erscheint. Politiker und Medien stehen unter Druck. Es wäre sicher klüger gewesen, nicht von Anfang an von einer "neuen Dimension rechtsextremer Gewalt" zu sprechen, bevor Ermittlungsergebnisse vorliegen.

  4. "Die Ermittler haben den Angaben zufolge keine konkrete Spur. Allerdings gibt es erste Anzeichen, dass die die Täter aus dem Umfeld von Mannichel stammen könnten. Es werde in alle Richtungen ermittelt, betonte Walch. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung."
    Address : http://www.mvregio.de/182...

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    Die von Leonas3, #4, zitierte Meldung, wonach Oberstaatsanwalt Walch sagte, es gäbe erste Anzeichen, dass die Täter aus dem Umfeld Mannichels stammen könnten, ist schon eine Woche alt. Trotzdem ist bemerkenswert, dass dieser in diesen Zeiten erstaunlich korrekte, gerade deshalb nicht selbstverständliche und überaus bedeutsame Hinweis der Justizbehörde m.W. nur auf der Seite einer kleinen Regionalzeitung aus Mecklenburg-Vorpommern auftaucht.
    http://www.mvregio.de/182...

    Ich muss nur an die Hasstiraden der gleichgeschaltete Medien gegen das Internet denken. Besonders witzig, wenn die diesen Hass mit der angeblich eigenen "Qualität" begründen.
    Tatsächlich zeigt sich wieder einmal, dass die Laien (in diesem Fall Leonas3) den Durchblick haben. Oder niedriger gehängt: Die Laien nageln sich kein ideologisches Brett vor den Kopf.
    Schlimm, dass das reicht um besser zu sein als die "Qualitätsjournalisten".

    Danke, Leanas3. Ich freue mich auf weitere Beiträge von Ihnen.

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    Die von Leonas3, #4, zitierte Meldung, wonach Oberstaatsanwalt Walch sagte, es gäbe erste Anzeichen, dass die Täter aus dem Umfeld Mannichels stammen könnten, ist schon eine Woche alt. Trotzdem ist bemerkenswert, dass dieser in diesen Zeiten erstaunlich korrekte, gerade deshalb nicht selbstverständliche und überaus bedeutsame Hinweis der Justizbehörde m.W. nur auf der Seite einer kleinen Regionalzeitung aus Mecklenburg-Vorpommern auftaucht.
    http://www.mvregio.de/182...

    Ich muss nur an die Hasstiraden der gleichgeschaltete Medien gegen das Internet denken. Besonders witzig, wenn die diesen Hass mit der angeblich eigenen "Qualität" begründen.
    Tatsächlich zeigt sich wieder einmal, dass die Laien (in diesem Fall Leonas3) den Durchblick haben. Oder niedriger gehängt: Die Laien nageln sich kein ideologisches Brett vor den Kopf.
    Schlimm, dass das reicht um besser zu sein als die "Qualitätsjournalisten".

    Danke, Leanas3. Ich freue mich auf weitere Beiträge von Ihnen.

  5. 5. Naja

    ""(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. .""

    Also von diesem Teil des Grundgesetzes bewegen wir uns immer weiter weg. Inzwischen Verhalten sich Politik und Medien so als stünden dort Ausschlussklauseln für alle die durch Linksextreme als 'Rechte' bezeichnet werden.

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    Diese Meinungsäußerung ist für mich unverständlich.Wer ist hier linksextrem und was hat das mit einem versuchten Mord zu tun, der mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe geahndet werden kann?
    Gewaltanwendung ist durch nichts und niemand zu rechtfertigen,sie darf nicht hingenommen werden.Alles andere wäre eine Kapitulation des Rechtsstaats.Es ist schon sehr seltsam, dass es bis heute keine "heiße Spur" gibt. Das nährt den Verdacht einer stillschweigenden Sympathisantenschar im Polizeiapparat mit dem oder den Mordbuben.

    Selbstverständlich haben Rechts- und Linksextreme (ursprünglich aufgrund ihrer Sitzposition im Parlament so bezeichnet) die gleichen Rechte wie alle anderen Bürger... einschließlich des passiven und aktiven Wahlrechts.

    Es scheint aber ein Problem der politischen Macht an sich zu sein, dass selbst unsere demokratischen Parteien versuchen sich ihrer Gegner durch Parteineverbote zu entledigen.

    Grundsätzlich sollte jede Forderung nach einem Parteienverbot durch politisch Machthabende eine intensive Kontrolle dieser Personen durch den Verfassungsschutz nach sich ziehen, denn ein viel antidemokratischeres Denken ist kaum denkbar.

    Diese Meinungsäußerung ist für mich unverständlich.Wer ist hier linksextrem und was hat das mit einem versuchten Mord zu tun, der mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe geahndet werden kann?
    Gewaltanwendung ist durch nichts und niemand zu rechtfertigen,sie darf nicht hingenommen werden.Alles andere wäre eine Kapitulation des Rechtsstaats.Es ist schon sehr seltsam, dass es bis heute keine "heiße Spur" gibt. Das nährt den Verdacht einer stillschweigenden Sympathisantenschar im Polizeiapparat mit dem oder den Mordbuben.

    Selbstverständlich haben Rechts- und Linksextreme (ursprünglich aufgrund ihrer Sitzposition im Parlament so bezeichnet) die gleichen Rechte wie alle anderen Bürger... einschließlich des passiven und aktiven Wahlrechts.

    Es scheint aber ein Problem der politischen Macht an sich zu sein, dass selbst unsere demokratischen Parteien versuchen sich ihrer Gegner durch Parteineverbote zu entledigen.

    Grundsätzlich sollte jede Forderung nach einem Parteienverbot durch politisch Machthabende eine intensive Kontrolle dieser Personen durch den Verfassungsschutz nach sich ziehen, denn ein viel antidemokratischeres Denken ist kaum denkbar.

    • Zel
    • 23.12.2008 um 18:20 Uhr

    Ich vermute die Tat im persönlichen Umfeld, das aber schon seitdem bekannt wurde, dass die Tatwaffe aus dem Besitz des Opfers stammt.

    Ein Küchenmesser wegen irgend eines obskuren Brauches vor die Haustür zu legen, das passt einfach nicht. Jemand in so einer Position würde sich dem Brauch bei aller Proffessionalität verweigern bzw. könnte ja dann gleich die Haustür aushängen und die geladene Dienstwaffe auf einer beleuchteten Ampore im Eingangsbereich ausstellen.

    Ich vermute vielmehr einen übereifrigen Reporter, der aus Sebnitz nix gelernt hat und weil der Manichel diese Fahne hat ausgraben lassen eben diese krude Fantasystory gewoben hat.

    Die Ermittler des Falls können aus ermittlungstaktischen Gründen nichts dementieren und das Theater nimmt seinen Lauf. Interessant ist indes wieder, wie schnell der "Staatsanwalt" auf den Zug aufspringt und mediengerecht erstmal ein paar Faschos (diesmal echte, nicht wie bei dem schwarzen Krawallalki, man hat also ein wenig gelernt) kaserniert, die man natürlich auch recht bald wieder freilassen muss.

    So viel Elan wünscht man sich doch im Falle von Zumwinkels und ähnlichen Megaschurken auch, auch an manchem Berliner Jugendgericht würde sich solch eine hohe Motivation prächtig ausmachen.

    Naja, wahrscheinlich erfahren wir morgen, was beim Manichel los war. Morgen gucken am wenigsten Leute fern, über die Feiertage zerläufts sich dann und der Bürger weiß einmal mehr-wenn die Medien vor rechter Gewalt in übelster Form mahnen, dann hat sie schon wieder garnicht stattgefunden.

    • Rahab
    • 23.12.2008 um 18:35 Uhr
    7. aha.

    hier läuft gerade der "opfer-diskurs" der dritten art.

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    für Ihre perfekte Analyse.
    [...]

    [Gekürzt. Persönliche Angriffe sind hier (ebenso wie Spam-Beiträge) nicht erwünscht. Bitte halten Sie sich an die hier geltenden Regeln und diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    [...]

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    Die von Leonas3, #4, zitierte Meldung, wonach Oberstaatsanwalt Walch sagte, es gäbe erste Anzeichen, dass die Täter aus dem Umfeld Mannichels stammen könnten, ist schon eine Woche alt. Trotzdem ist bemerkenswert, dass dieser in diesen Zeiten erstaunlich korrekte, gerade deshalb nicht selbstverständliche und überaus bedeutsame Hinweis der Justizbehörde m.W. nur auf der Seite einer kleinen Regionalzeitung aus Mecklenburg-Vorpommern auftaucht.
    http://www.mvregio.de/182...

    Antwort auf "Eigenes Umfeldl?"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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