Deep Throat: Watergate-Informant Mark Felt ist tot
Seine Hinweise brachten US-Präsident Nixon zu Fall. Mehr als 30 Jahre blieb er im Verborgenen: Der Informant in der Watergate-Affäre, Mark Felt alias Deep Throat, ist gestorben
Der über Jahrzehnte unerkannt gebliebene Informant der Watergate-Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein ist tot. Mark Felt starb nach einem Bericht der Zeitung Press Democrat am Donnerstag im Alter von 95 Jahren in seinem Haus im kalifornischen Santa Rosa an Herzversagen.
Als stellvertretender Chef der US-Bundespolizei FBI hatte Felt Woodward in geheimen Treffen in einer Tiefgarage mit zentralen Informationen versorgt, die zur Aufdeckung der Affäre um den Einbruch in die Parteizentrale der Demokraten im Wahlkampf 1972 im Watergate-Gebäude in Washington führten. Die Aufklärung der Affäre führte zum Rücktritt des republikanischen Präsident Richard Nixon 1974 und zu Geständnissen und Verurteilungen von mehr als 30 Beamten und Regierungsvertretern. Im Zuge des Skandals wurden immer mehr Straftaten bekannt, die zum Teil auf Weisung des Präsidialamtes hin begangen wurden.
Dass Felt der entscheidende Informant war, mit dessen Hilfe Woodward und Bernstein ihre Recherchen verifizierten, blieb mehr als 30 Jahre ein Geheimnis. So lange hieß die Quelle nur "Deep Throat". Erst 2005 enthüllte der Anwalt der Familie Felts Rolle in einem Zeitschriftenartikel. Felt selbst war da bereits 91 Jahre alt.
Die
New York Times
nannte den früheren FBI-Mitarbeiter in ihrem
Nachruf
"die anonymste Quelle in der amerikanischen Geschichte". Felt habe versucht, das FBI mit seinen Informationen davor zu schützen, durch Nixon politisch instrumentalisiert zu werden, schrieb Woodward einst über Felt. "Er hatte nichts als Verachtung für das Weiße Haus von Nixon und dessen Versuche übrig, das FBI für politische Zwecke zu missbrauchen."





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