"Aufbau West" Gegenwind aus dem Osten
Kanzlerin Angela Merkel will in die alten Bundesländer investieren, da diese ihr – anders als der Osten - unmodern vorkommen. Ostdeutsche und SPD-Politiker nehmen ihr das übel
Da wollte die Kanzlerin ein bisschen Weihnachtsmann spielen, den westdeutschen Bundesländern eine warme Investitionsdusche gegen die kalte Finanzkrise in Aussicht stellen – und nun fliegt das Projekt "Aufbau West" der Uckermärkerin um die Ohren.
Merkel hatte in einem Interview dem Magazin Cicero gesagt, dass nun nach fast 20 Jahren der Ost-Förderung zusätzliche Investitionen gezielt nach Westdeutschland fließen sollten. "Der Westen ist jetzt verstärkt am Zuge", sagte Merkel. Sie sehe auf ihren Reisen durch die alten Bundesländer viele Stadthallen, Schulen, Verwaltungsgebäude, die noch aus den sechziger und siebziger Jahren stammten. Im Osten sei dagegen vieles neu. Bei den künftigen Entscheidungen werde eine Rolle spielen, "dass der Westen seit der Wiedervereinigung relativ hinter dem Osten zurückstehen musste".
Die Ersten, die empört auf diese Ankündigung reagierten, waren Politiker der Linkspartei. Sie warfen Merkel vor, den Osten aufgeben zu wollen. "Die Kanzlerin versucht im Westen auf Stimmenfang zu gehen und verliert den Osten dabei aus dem Blick", schimpfte zum Beispiel Linke-Finanzpolitikerin Gesine Lötzsch.
Auch in Merkels Koalition regte sich schnell Unmut. Bundesverkehrsminister Wolfang Tiefensee, auch zuständig für die Entwicklung Ostdeutschlands und andere Infrastrukturmaßnahmen, widersprach der Analyse der Kanzlerin öffentlich. Der Berliner Zeitung sagte er: "Wir haben den Westen nicht außer Acht gelassen." Bei der Ost-Förderung gehe es nicht um Bevorzugung, "sondern um die Erfüllung des Solidarpaktes" zur Behebung flächendeckender Strukturschwächen. Beim Konjunkturprogramm richte sich die Regierung dagegen streng nach der Länderquote.
Auch andere SPD-Politiker griffen Merkel an. Der Vizevorsitzende der SPD-Fraktion, Klaas Hübner, nannte den Vorstoß der Kanzlerin abwegig. "Eine Priorisierung des Westens ist nicht sinnvoll", sagte er. Ostdeutschland habe in manchen Feldern gerade einmal den Anschluss an den Westen geschafft.
Noch schärfer im Ton reagierte der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Carsten Schneider, ein gebürtiger Erfurter. Er nannte die CDU-Chefin eine "Spalterin" Deutschlands. Wieder einmal zeige sich Merkel als ehemalige Ostdeutsche, die ihre Herkunft bewusst verleugne, sagte Schneider. "Die Kanzlerin hat den Osten abgeschrieben und versucht auf billige Art im Westen mit Blick auf die Bundestagswahl zu punkten", sagte Schneider.
Ein bisschen Lob erntete Merkel auch, besonders von westdeutschen CDU-Politikern, die sich Hoffnungen auf frisches Geld vom Bund machen. So lobte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Merkel: "Das ist ein richtiger Vorschlag vor dem Hintergrund der Krise", sagte er.
Unterstützung erhielt Merkel auch vom Deutschen Städtetag. "Wenn jetzt ein zweites Konjunkturpaket geschnürt wird, ist es richtig, dem Grundsatz Förderung nach Bedürftigkeit statt nach Himmelsrichtung zu folgen", sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus. Schon in früheren Diskussionen im Städtetag zum Solidarpakt habe sich gezeigt, dass viele ostdeutsche Städte diesen Grundsatz mittragen würden.
- Datum 18.12.2008 - 16:42 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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sollten endlich mal zusehen, das Deutschland auch Deutschland ist!
Ost- und Westlöhne, Ost- und Westrenten u.s.w..
Die sähen nur Zwietracht ,denn zu wohle des Volkes sieht anders aus.
Hi @ll
Das Gequengel erinnert mich fatal an einen Junkie dem man erklärt das er ab so fort weniger Stoff bekommt.
Ironie off
Ich bin Ossi und kenne beide Seiten und Tatsache ist, das im Osten ohne die Transfergelder aus dem Westen in vielen Landesteilen das Licht ausgehen würde.
Der Grossteil der Kosten der Wiedervereinigung, wurde und wird von den Sozialkassen gestemmt, denen im Westen langsam aber sicher die Beitragszahler weg brechen und das ist ein grundlegender Fehler der Finanzierung in diesem Lande.
Gruss
Rene
"Der Grossteil der Kosten der Wiedervereinigung, wurde und wird von den Sozialkassen gestemmt, denen im Westen langsam aber sicher die Beitragszahler weg brechen und das ist ein grundlegender Fehler der Finanzierung in diesem Lande."
Dieses ist zwar nicht Thema des Artikels aber leider richtig.
"Der Grossteil der Kosten der Wiedervereinigung, wurde und wird von den Sozialkassen gestemmt, denen im Westen langsam aber sicher die Beitragszahler weg brechen und das ist ein grundlegender Fehler der Finanzierung in diesem Lande."
Dieses ist zwar nicht Thema des Artikels aber leider richtig.
Die Strassen in so machem Landstrich (W) sehen schlimmer aus wie zu schlimmsten Zeiten die Strassen in den neuen BL nicht ausgesehen haben.
Wenn die Westler sich die letzten 20 Jahre so angestellt hätten, als die Infrastruktur im Osten in Ordnung gebracht wurde, ich möchte die Jammerlappen die sich nun zu Wort melden mal gehört haben. Also Schluß mit dem Gejammer Herr Gysi, die nächsten 20 Jahre ist nun der Westen dran ;-)
der Osten und Westen Teilen muss ! Was hat Gysi damit zu tun?
der Osten und Westen Teilen muss ! Was hat Gysi damit zu tun?
Es wird eine Gesamtliste für Deutschland erstellt und diese nach dem Nutzen sortiert, ohne Proporz- und politische und Strukturwünsche zu berücksichtigen und dann abgehakt. Hierbei gibt es sicherlich Streit und doch hintergründiges Proporzdenken, aber es sollte gelingen trotzdem eine einigermaßen objektive Gesamtliste zu erstellen und dann abzuarbeiten. Wenn sich die Politiker damit überfordert fühlen, helfe ich gerne dabei.
"Der Grossteil der Kosten der Wiedervereinigung, wurde und wird von den Sozialkassen gestemmt, denen im Westen langsam aber sicher die Beitragszahler weg brechen und das ist ein grundlegender Fehler der Finanzierung in diesem Lande."
Dieses ist zwar nicht Thema des Artikels aber leider richtig.
Man hätte im Osten die Industrie unterstützen sollen und nicht platt nachen. Es gäbe dann wohl auch die Beitragszahler im Osten, die in den Westen umsiedeln mußten. Übrigens , von dem Kinderreichtum hat auch der Westen profitiert und gesamt Deutschland, denn das sind die Zahler von heute. Dieses hin und her rechnen ist aber schlimm genug. Es gibt immer noch viele, die über einen sehr kleinen Horizont blicken und sich als Hetzer von der Politik ausnutzen lassen. Merkel tut es aus Wahltaktischen Gründen, denn im Osten wird sie unter gehen, also kauft sie sich im Westen ein!
Man hätte im Osten die Industrie unterstützen sollen und nicht platt nachen. Es gäbe dann wohl auch die Beitragszahler im Osten, die in den Westen umsiedeln mußten. Übrigens , von dem Kinderreichtum hat auch der Westen profitiert und gesamt Deutschland, denn das sind die Zahler von heute. Dieses hin und her rechnen ist aber schlimm genug. Es gibt immer noch viele, die über einen sehr kleinen Horizont blicken und sich als Hetzer von der Politik ausnutzen lassen. Merkel tut es aus Wahltaktischen Gründen, denn im Osten wird sie unter gehen, also kauft sie sich im Westen ein!
Ich weiss nicht, wie es Ihnen allen geht, aber wenn ich morgens aufstehe und den ersten Schritt aus dem Bett wage, dann stehe ich nicht in Westdeutschland - ich stehe in Deutschland.
Dass wir so etwas wie einen Solidaritätspakt überhaupt brauchen ist eine Schande - jedesmal wenn ich die Worte Ossi oder Wessi höre möchte ich demjenige eine reinhauen! (Anmerkung: Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Diskussion bei. Die Redaktion/jk) Wir sind alle Deutsche, dabei bleibt es. Ob jetz die einen weiter rechts auf der Landkarte wohnen als die anderen, das ist mir so egal - wer das Geld braucht, der soll es bekommen!
Salus Publica Suprema Lex
dann schlag ich Dir den Schädel ein!
"jedesmal wenn ich die Worte Ossi oder Wessi höre möchte ich demjenige eine reinhauen!"
Unglaublicher Kommentar; Auf derartig agressive nationalistische Analphabeten kann Deutschland gut und gerne verzichten....dieser Kommentar gehört entfernt.
dann schlag ich Dir den Schädel ein!
"jedesmal wenn ich die Worte Ossi oder Wessi höre möchte ich demjenige eine reinhauen!"
Unglaublicher Kommentar; Auf derartig agressive nationalistische Analphabeten kann Deutschland gut und gerne verzichten....dieser Kommentar gehört entfernt.
"Beim Konjunkturprogramm richte sich die Regierung dagegen streng nach der Länderquote."
Das meint Tiefensee doch hoffentlich nicht ernst.
Eine Westbevorzugung ist völlig unnötig, wenn die zu vergebenden Gelder wirklich nach Bedürftigkeit verteilt werden, so wie es ja auch der Kommentar des Städtetages anstrebt. Dieser gibt damit aber nicht der Kanzlerin recht (wie im Artikel suggeriert), sondern wiederspricht ihrer eindeutig populistischen Aussage klar. Warum die Kanzlerin in der derzeitigen Situation solche Sprüche anbringen muss kann wirklich nur mit kommenden Wahlkämpfen erklärt werden. Ob so etwas für ihre Partei und ihre eigene Person aber tatsächlich hilfreich sein wird, ist stark zu bezweifeln.
"Eine Westbevorzugung ist völlig unnötig, wenn die zu vergebenden Gelder wirklich nach Bedürftigkeit verteilt werden, so wie es ja auch der Kommentar des Städtetages anstrebt."
Hoffentlich wird das Geld diesmal nicht nach Bedürftigkeit, dafür gibt es genügend Programme, sondern nach dem Nutzen verteilt. Dieses ist ein großer Unterschied.
"Eine Westbevorzugung ist völlig unnötig, wenn die zu vergebenden Gelder wirklich nach Bedürftigkeit verteilt werden, so wie es ja auch der Kommentar des Städtetages anstrebt."
Hoffentlich wird das Geld diesmal nicht nach Bedürftigkeit, dafür gibt es genügend Programme, sondern nach dem Nutzen verteilt. Dieses ist ein großer Unterschied.
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