NPD Länder uneins über Verbot

Ein neues Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD wird es vorerst nicht geben. Die Bundesländer konnten sich nicht auf eine gemeinsame Linie einigen

Die Initiative von Rheinland-Pfalz und Bayern für ein neues Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht scheiterte am Donnerstag. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte, alle Länder wollten ihre Anstrengungen zur Bekämpfung der NPD intensivieren.

Ein neuer Verbotsantrag sei aber "von einigen Ländern blockiert worden". Bayern und Rheinland-Pfalz würden unabhängig davon ihre Bemühungen für ein neues Verbotsverfahren fortsetzen, sagte Beck.

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Anlass für die neuerliche Debatte über ein Parteienverbot ist der Messerangriff auf den Passauer Polzeichef  Alois Mannichl. Der Täter wird im Umfeld der NPD vermutet.

Ein erstes Verbotsverfahren gegen die NPD war 2003 vor dem Verfassungsgericht gescheitert, weil sich das Belastungsmaterial stark auf die Aussagen von V-Leuten stützte. Das bedeute aber nicht, dass für ein neues Verfahren alle V-Leute aus der NPD abgezogen werden müssten, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Vielmehr gelte dies nur in den Bundesländern, auf deren Beweismaterial zurückgegriffen werden solle. Auch SPD-Fraktionschef Peter Struck hat sich für ein Verbot der NPD ausgesprochen.

Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) vertrat dagegen die Ansicht, die Verfassungsschützer müssten ihre V-Leute in der Führungsebene der NPD vor einem neuen Verbotsverfahren abschalten. Sie bekämen dann keine Informationen mehr aus den innersten Zirkeln. Ohne glasklare, eindeutige und vor allem verwertbare Beweise gehe nichts, sagte Zypries.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) äußerte sich ebenfalls skeptisch. Es gebe kein Interesse an einem Verfahren, das nicht zu einem Erfolg führe, sagte Schäuble am Mittwoch in Ahrensfelde bei Berlin. Die NPD müsse vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Ohnehin müsse zunächst abgewartet werden, was die Ermittlungen in Passau ergeben, sagte Schäuble.

 
Leser-Kommentare
  1. es mal gut zu wissen ,wer dagegen und wer dafür ist. Bald sind Wahlen und solche Infos wären für viele hilfreich um sich ein besseres Bild zu machen.

  2. Ich würde ein Verbot der Partei befürworten. Das Argument das die NPD durch die V-Männer infiltriert sei, akzeptiere ich nur Teils als Gegenargument. Wir müssen uns vor Augen führen das diese V-Männer nicht dem Verfassungsschutz oder eine sonstigen Ermittlungsbehörde angehören. V-Männer sind einfach Mitglieder dieses Mileus die ihre Informationen und Wissen über diese Partei verkaufen. Wer weiss in wiefern diese Informationen der Wahrheit entsprechen.

  3. so provoziert man geradezu weitere Anschläge aus dieser Szene. Ist es nicht endlich genug?
    Verbot muss sein. Da muss die Bundesrepublik sofort handeln und Angela Merkel ein neues Gesetz unmittelbar umsetzen. Was hindert sie daran? Ist das nicht die Aufgabe der Bundeskanzlerin, weniger zögerlich zu entscheiden, wo es "brennt"?
    Wer bestimmt über Beschlussfassungen? Aufschub bedeutet hier Gefahr!

  4. Die NPD zu verbieten und sich dann zu fühlen als wäre etwas gegen Rechts getan worden sehe ich so ähnlich wie Mugabe der die Cholera einfach mal für besiegt erklärt...

    • Hugo_P
    • 19.12.2008 um 5:36 Uhr

    ...ist die NPD doch schon handlungsunfähig!
    Demokratie geht anders; verbieten ist also der falsche Weg; hat ja schon das letzte Mal (also der Versuch, welcher an den V-Leuten scheiterte) eher Punkte für die "Nazis" gebracht. Wenns nicht so ernst wäre mit den Naziheinis könnte mensch über das Schauspiel lachen...

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