Witten-Herdecke Eine Uni zwischen Scheitern und Neuanfang

Die Uni Witten/Herdecke steht vor der Pleite. Es ist nicht das erste Mal und trotzdem dramatisch. Ein Kommentar

Eine Nachricht von der drohenden Pleite hat eigentlich geringen Neuigkeitswert. In der 26-jährigen Geschichte von Deutschlands erster Privatuniversität gehörten die existenziellen Bedrohungen zu den am verlässlichsten wiederkehrenden Ereignissen. Doch die Auseinandersetzung, die sich in den Tagen vor Weihnachten zwischen der kleinen Hochschule und dem Wissenschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen zugetragen hat, ist in ihrer Dramatik selbst für Wittener Verhältnisse bemerkenswert.

Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte am vergangenen Mittwoch angekündigt, der Uni den Landeszuschuss für 2008 in Höhe von 4,5 Millionen Euro nicht auszuzahlen und zusätzlich drei Millionen für das Jahr 2007 zurückzuverlangen. Die Begründung: Trotz wiederholter Aufforderung habe Witten/Herdecke keine ordnungsgemäße Geschäftsführung nachweisen können.

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Am Donnerstag ließ der erst vergangenes Jahr als Retter geholte Uni-Präsident Birger P. Priddat seinen Rücktritt bekanntgeben, gleichzeitig warnte ein Uni-Sprecher, wenn nicht bis Ende des Jahres ein finanzieller Ausweg gefunden werde, sei es "aus". Auf dem Campus demonstrierten Hunderte Studenten gegen die drohende Schließung, boten sogar an, bis zu 60 Prozent höhere Studiengebühren zu zahlen. Minister Pinkwart tröstete sie bereits, zur Not würden andere NRW-Hochschulen sie aufnehmen.

Wird es diesmal tatsächlich soweit kommen? Fest steht, dass die Universität mit ihren 1200 Studenten und einem Etat von gut 30 Millionen Euro auf die Landesmillionen zwingend angewiesen ist. Fest steht aber auch, dass Witten seit Jahren hauptsächlich mit finanziellen Engpässen, abgesprungenen Sponsoren und Problemen bei der Studiengangs-Akkreditierung für Schlagzeilen sorgte.

Dabei entstand bei Beobachtern der immer gleiche Eindruck: Die wurtscheln sich durch. Den Vorwurf, die Uni-Leitung habe ihre Buchführung nicht im Griff, hatte schon vergangenes Jahr das Familienunternehmen Droege erhoben, bevor es sein Millionen-Engagement in Witten beendete. Insofern klingt die Ankündigung der Hochschule, das Vorgehen der Landesregierung juristisch prüfen lassen zu wollen, nach einer leeren Drohung: Die Verantwortlichen wissen ja selbst am besten, welche Unordnung in ihrem Haushalt herrscht. Priddat selbst will sich zu den Vorgängen nicht öffentlich äußern.

Wissenschaftsminister Pinkwart mag juristisch einwandfrei handeln, wenn er Witten den Geldhahn zudreht – Recht habe er darum noch lange nicht, sagt Wolfgang Nowak, ehemaliger sächsischer Staatssekretär für Bildung und jahrelanger Berater der Privatuni: "Die strittigen Millionen ließen sich auch dadurch wieder hereinholen, dass das Land der Universität einen professionellen Finanzverwalter zur Seite stellt, mit dem Ziel, den Haushalt in zwei Jahren in Ordnung zu bringen."

Leser-Kommentare
  1. Die Uni Witten / Herdecke muss weiter bestehen! Gerade in der Finanzkrise in der von sinnvollen nachhaltigen Investitionen Milliardenhöhe in Schulen und Universitäten geredet wird, soll die UNI Witten/Herdecke wegen läppiger 4 Mio Staatsgelder geschlossen werden? Dies würde nicht nur die Wirtschaftskrise im Ruhrgebiet verstärken sondern auch der deutschen Studienlandschaft die Möglichkeit nach erfolgreichen alternativen Bildungskonzepten rauben. Deutschland braucht Witten!

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    Deutschland braucht Witten??? Ganz offensichtlich braucht Witten Deutschland, genauer die Steuergelder aus NRW. Da will also wahrscheinlich ein Betroffener eben mal "läppige 4 Mio Staatsgelder" haben, aber die Unileitung will anscheinend nix dafür tun, schon gar nicht ihre Buchhaltung ausmisten oder ähnliche fundamentale Erneuerungen einführen. Mit dieser Anspruchshaltung erinnert Witten/Herdecke doch stark an Rick Wagoner von GM. Gäbe Pinkwart doch die "läppigen 4 Mio" her, würde er sich wohl der Veruntreuung von Steuergeldern strafbar machen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Friedrich Poeschel,
    University of Oxford,
    www.friedrich.poeschel.info

    Deutschland braucht Witten??? Ganz offensichtlich braucht Witten Deutschland, genauer die Steuergelder aus NRW. Da will also wahrscheinlich ein Betroffener eben mal "läppige 4 Mio Staatsgelder" haben, aber die Unileitung will anscheinend nix dafür tun, schon gar nicht ihre Buchhaltung ausmisten oder ähnliche fundamentale Erneuerungen einführen. Mit dieser Anspruchshaltung erinnert Witten/Herdecke doch stark an Rick Wagoner von GM. Gäbe Pinkwart doch die "läppigen 4 Mio" her, würde er sich wohl der Veruntreuung von Steuergeldern strafbar machen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Friedrich Poeschel,
    University of Oxford,
    www.friedrich.poeschel.info

  2. Privatunis hin oder her - aber die Studentenaktionen aus Witten/Herdecke zur Rettung ihrer Studienplätze sind wirklich gut und man würde sich ähnliches manchmal in unseren Reihen wünschen.. Siehe www.deutschlandbrauchtwit... Habt ihr in Witten/Herdecke eigentlich auch ein ASTA oder wie laufen die Aktionen ab??

  3. Deutschland braucht Witten??? Ganz offensichtlich braucht Witten Deutschland, genauer die Steuergelder aus NRW. Da will also wahrscheinlich ein Betroffener eben mal "läppige 4 Mio Staatsgelder" haben, aber die Unileitung will anscheinend nix dafür tun, schon gar nicht ihre Buchhaltung ausmisten oder ähnliche fundamentale Erneuerungen einführen. Mit dieser Anspruchshaltung erinnert Witten/Herdecke doch stark an Rick Wagoner von GM. Gäbe Pinkwart doch die "läppigen 4 Mio" her, würde er sich wohl der Veruntreuung von Steuergeldern strafbar machen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Friedrich Poeschel,
    University of Oxford,
    www.friedrich.poeschel.info

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    Wenn Sie genauer informiert wären, würden Sie wissen, dass das Budget der Universität Witten/Herdecke von einer angesehenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft testiert worden war. Der Vergleich mit GM hinkt gewaltig weil die Summe vergleichsweise niedrig ist und die Universität innovative Bildung bereitstellt, mit positiven externem Effekt. Die praxisorientierte Medizinerausbildung an der Universität Witten/Herdecke etwa ist an vielen anderen Universitäten in Deutschland kopiert worden und hat damit zur nachhaltigen Verbesserung der Medizinerausbildung in Deutschland beigetragen. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass Aufgrund der Konjunkturkrise viele Unternehmen eine Unterstützung vom Staat bekommen, nicht nur GM. Nur -und ausgerechnet- GM als Vergleich heranzuziehen ist deshalb nicht die feine englische Art.

    Auch hier lohnt sich genaues Hinschauen:
    Genau das steht auf der Seite www.deutschlandbrauchtwit... als nächster Satz.
    Witten braucht Deutschland.

    "Läppisch" bezieht sich meines Erachtens auf die Relationen, was es den Staat kostet 1200 Studierende mit einer vergleichbaren Bildungsmöglichkeit auszustatten und 600 Arbeitsplätze zu schaffen.

    Und als kritischer Geist, der Sie zu sein scheinen, wundert mich doch, dass Sie der Politik so einfach abkaufen, dass wenn "Innovationsminister" Pinkwart diese immerschon unbequeme aber hochinnovative Universität so kurz vor Weihnachten so harsch fallen lässt, es wirklich um ein falsch ausgefülltes Formular gehen kann?

    In den vergangenen 2 Jahren wurden die Bücher der Universität ca. 8 mal geprüft, sie hat von unabhängigen Stellen entsprechende Testate erhalten.

    (bei welcher stattlich geförderten gemeinnützigen Organisation (wir machen keine Gewinne, wir sind gGmbH!) wurde da sonst so genau hingekuckt??)

    Es liegen für die gemachten Vorwürfe keine Beweise vor, die rechtliche Prüfung steht aus, es steht Aussage gegen Aussage.

    Vertrauen Sie nicht so leicht dem "Anschein".

    Dafür werden wir ausgebildet.

    Herzliche Weihnachtsgrüße.

    www.deutschlandbrauchtwit...

    Wenn Sie genauer informiert wären, würden Sie wissen, dass das Budget der Universität Witten/Herdecke von einer angesehenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft testiert worden war. Der Vergleich mit GM hinkt gewaltig weil die Summe vergleichsweise niedrig ist und die Universität innovative Bildung bereitstellt, mit positiven externem Effekt. Die praxisorientierte Medizinerausbildung an der Universität Witten/Herdecke etwa ist an vielen anderen Universitäten in Deutschland kopiert worden und hat damit zur nachhaltigen Verbesserung der Medizinerausbildung in Deutschland beigetragen. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass Aufgrund der Konjunkturkrise viele Unternehmen eine Unterstützung vom Staat bekommen, nicht nur GM. Nur -und ausgerechnet- GM als Vergleich heranzuziehen ist deshalb nicht die feine englische Art.

    Auch hier lohnt sich genaues Hinschauen:
    Genau das steht auf der Seite www.deutschlandbrauchtwit... als nächster Satz.
    Witten braucht Deutschland.

    "Läppisch" bezieht sich meines Erachtens auf die Relationen, was es den Staat kostet 1200 Studierende mit einer vergleichbaren Bildungsmöglichkeit auszustatten und 600 Arbeitsplätze zu schaffen.

    Und als kritischer Geist, der Sie zu sein scheinen, wundert mich doch, dass Sie der Politik so einfach abkaufen, dass wenn "Innovationsminister" Pinkwart diese immerschon unbequeme aber hochinnovative Universität so kurz vor Weihnachten so harsch fallen lässt, es wirklich um ein falsch ausgefülltes Formular gehen kann?

    In den vergangenen 2 Jahren wurden die Bücher der Universität ca. 8 mal geprüft, sie hat von unabhängigen Stellen entsprechende Testate erhalten.

    (bei welcher stattlich geförderten gemeinnützigen Organisation (wir machen keine Gewinne, wir sind gGmbH!) wurde da sonst so genau hingekuckt??)

    Es liegen für die gemachten Vorwürfe keine Beweise vor, die rechtliche Prüfung steht aus, es steht Aussage gegen Aussage.

    Vertrauen Sie nicht so leicht dem "Anschein".

    Dafür werden wir ausgebildet.

    Herzliche Weihnachtsgrüße.

    www.deutschlandbrauchtwit...

    • waqr
    • 20.12.2008 um 15:47 Uhr

    4 Millionen sind doch wirklich wenig für die Finanzierung von 600 Arbeitsplätzen und der Ausbildung von mehr als 1000 Studenten...
    Darüber hinaus liefert die Uni wohl innovative Konzepte von denen andere Hochschulen lernen können. - Deutschland braucht Witten

    • Finidi
    • 20.12.2008 um 16:11 Uhr
  4. Wenn Sie genauer informiert wären, würden Sie wissen, dass das Budget der Universität Witten/Herdecke von einer angesehenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft testiert worden war. Der Vergleich mit GM hinkt gewaltig weil die Summe vergleichsweise niedrig ist und die Universität innovative Bildung bereitstellt, mit positiven externem Effekt. Die praxisorientierte Medizinerausbildung an der Universität Witten/Herdecke etwa ist an vielen anderen Universitäten in Deutschland kopiert worden und hat damit zur nachhaltigen Verbesserung der Medizinerausbildung in Deutschland beigetragen. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass Aufgrund der Konjunkturkrise viele Unternehmen eine Unterstützung vom Staat bekommen, nicht nur GM. Nur -und ausgerechnet- GM als Vergleich heranzuziehen ist deshalb nicht die feine englische Art.

    Antwort auf "Läppige Mios"
  5. wird ja nun auch kein Geld mehr fliessen können - eigentlich schade.

    So wird Rechtsstaat und Uni gleichzeitig zerstört.

  6. Liebes Zeit Team,

    vielen Dank für Ihre Anteilnahme an den verherenden Ereignissen in Witten.

    Vieles, was in den letzten Jahren in Witten geschehen ist, muss für entsprechend sensibilisierte (Sie berichten ausschließlich über Krisen und Katastrophen in Witten, nicht über die Erfolge) Außenstehende wie "durchwurschteln" wirken.

    Hier ein Paar Hintergründe, die das Ganze etwas erhellen:
    Die "nichtgelungenen strategischen Partnerschaften", von denen die Landesregierung salopp spricht, waren von Seiten der Studierenden und Universitätsleitung nicht gewünscht. Wenn jemand für ein Paar Millionen mehr als die Hälfte der Gesellschaftsanteile will, dann ist das keine strategische Partnerschaft, sondern eine klassische Übernahme. Um ausschließlich solche Angebote handelte es sich im Falle der SRH.

    Wenn man als sehr kleine und freie Organisation klein und frei bleiben will, ist das mit gewissen Hürden verbunden. Unter anderem darf man sich nicht für vermeintliche Sicherheit "kaufen" lassen, denn die Konsequenzen wären, innerhalb von einem Jahr doppelt so groß (in 2 Jahren viermal so groß and so on) zu sein und unter der Kontrolle von einem gewinnorientierten Konzern zu stehen.

    Die Landesregierung und zum Teil die deutsche Medienberichterstattung macht es sich etwas zu leicht zu denken, ein Geldgeber sei ein Geldgeber und die Universität kriegt es halt einfach nicht gebacken.

    Was uns auszeichnet sind unsere Ideale. Diese lassen sich nicht besonders gut mit gewinnorientierten Konzepten vereinbaren. Deswegen sind wir anerkannt gemeinnützig und keine GmbH. Hier machen auch die Polemiken "sollen sich sie die privaten doch selbst finanzieren" keinen Sinn, wir machen keine Gewinne, wir sind Privat, um Bildung außerhalb der staatlichen Dogmen ausprobieren zu können. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft, wie Sie an den genannten Beispielen wie z.B. der von anderen Universitäten kopierten wittener Konzepte bereits erkannt haben.

    Der Staat trägt daran 14 %. An allen anderen Universitäten 100%. Steuergelder.
    Ohne Konzept. Ohne Innovation.

    Minister Pinkwart spielt ein gefährliches Spiel, sein Timing ist beeindruckend schlecht so kurz vor Weihnachten, seine Vorwürfe beliebig vage...

    Das Vertrauen in unseren Präsident und die Universitätsleitung ist so lange gegeben, bis deren "Schuld" (falls es wirklich darum geht) bewiesen ist.
    Prof. Priddat ist ein Querkopf, ein unbequemer Fragensteller und ein anstrengender Intellektueller. Genau dafür schätzen wir ihn, das das dem Ministerium nicht passt, ist nachvollziehbar. Die Unschuld des Angeklagten ist - nur zur Erinnerung - gegeben, bis die Schuld bewiesen ist. Uns liegen keine Beweise vor.

    Finanzpläne für die Zukunft sind immer heikel, da keiner die Zukunft kennt. Wie man sich dabei irren kann, haben uns die Banken weltweit eindrucksvoll bewiesen. Es wäre im übrigen interessant, da auch mal bei anderen gemeinnützigen Organisationen genau hinzuschauen.

    Die Universität wurde in den letzten zwei Jahren in etwa 8 mal von unterschiedlichen Stellen im Rahmen von Due Dilligence und Prüfung der Bücher auseinandergenommen (SRH, Droege, etc.).
    Der Grund für das Scheitern der Verhandlungen war nur im Nachhinein so dargestellt als ginge es um Nichtordnungsmäßigkeit der Bücher.
    Dort herrscht nicht mehr Chaos als für ein Nichtwirtschaftsunternehmen üblich.

    In unseren Verhandlungen mit der SRH scheiterte es vorallem an der mangelnden Bereitschaft, uns trotz unserer weiter bestehenden Unabhängigkeit zu fördern.

    Wer Geld gibt will Kontrolle.

    Wir leisten es uns, unsere Studiengebühren über die Studierendengesellschaft selbst zu erheben. Niemand, auch nicht unser Präsident, kann diese anheben, ohne das Einverständnis der Studierenden.
    Wir leisten es uns, aus allen Fakultäten Studierende im Senat zu haben, in den Auswahlkommissionen für neue Professoren und Studenten und auch im Präsidium. Auch ein Direktoriumssitz wurde von der Studierendengesellschaft inne gehalten.

    Das leisten wir uns, weil wir glauben, dass nur so die gemeinsame Entwicklung der Idee Witten/Herdeckes mit Lehrenden und Lernenden und Mitarbeitern zusammen zu gewährleisten ist, und dass man Verantwortung nur lernen kann, wenn man tatsächlich welche hat.
    Viele der von uns gelebten Ideale sind aufwendig und führen zu Unordnung durch Vielfalt, wer es ordentlich mag, ist bei uns dauerüberfordert.
    Das geht vorallem Investoren, die mit Hochschulen Geld verdienen wollen, gegen den Strich. Das können wir verstehen, auch wenn wir trotzdem genau darauf bestehen müssen.

    Als Studentin habe ich mehr als Drittel meiner Studienzeit mit Universitätspolitik verbracht. Und es hat sich gelohnt, denn dabei habe ich mehr gelernt, als in den meisten Seminaren.

    In dieser bedrohlichen Lage setzen wir darauf, dass Deutschland den Mut hat, sich uns zu leisten. Denn davon profitieren am Ende alle durch patientenorientierte Ärzte, unternehmerische und verantwortungserprobte Manager, innovative Pflegekonzepte und vieles mehr.
    Das wird auch nicht immer leicht sein.
    Aber es lohnt sich!

    Besuchen Sie uns, machen Sie sich selbst ein Bild, schauen Sie genau hin.

    www.deutschlandbrauchtwit...

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    Im folgenden sind Aussagen von Schaugenauhin kursiv gesetzt, meine eigenen nicht.

    Wenn man als sehr kleine und freie Organisation klein und frei bleiben will, ist das mit gewissen Hürden verbunden. Unter anderem darf man sich nicht für vermeintliche Sicherheit "kaufen" lassen, denn die Konsequenzen wären, innerhalb von einem Jahr doppelt so groß (in 2 Jahren viermal so groß and so on) zu sein und unter der Kontrolle von einem gewinnorientierten Konzern zu stehen.
    Also die Quintessenz ist: Nichts soll sich ändern, aber wir wollen euer Geld. Sehr erfolgversprechende Strategie.

    Die Landesregierung und zum Teil die deutsche Medienberichterstattung macht es sich etwas zu leicht zu denken, ein Geldgeber sei ein Geldgeber und die Universität kriegt es halt einfach nicht gebacken.
    Wenn es ein potentieller Geldgeber gewesen wäre, der mit Hinweis auf die Sturheit der Unileitung abgesprungen ist, dann könnte man zustimmen. Wenn ein halbes Dutzend potentieller Geldgeber abspringt, wird es verdächtig.

    Was uns auszeichnet sind unsere Ideale. Diese lassen sich nicht besonders gut mit gewinnorientierten Konzepten vereinbaren. Deswegen sind wir anerkannt gemeinnützig und keine GmbH.
    Idealistisch träumen ist einfach, das können viele. Bei der Umsetzung hapert es jedoch allzu oft. Ist schon eine interessante Haltung, zu sagen: Ich habe da so'n paar Ideen, kann es aber selbst nicht umsetzen, kann auch keinen Geldgeber dafür begeistern, also MUSS der Staat mir jetzt meine Träume verwirklichen.

    Der Staat trägt daran 14 %. An allen anderen Universitäten 100%. Steuergelder. Ohne Konzept. Ohne Innovation.
    Quatsch. Staatliche Unis haben Konzeptionen und bringen wegweisende Innovationen hervor. Witten/Herdecke hat es noch nicht einmal in diese Liga geschafft, da wähnt man sich schon weit darüber, wie? Und außerdem haben Unis auch Einnahmen aus Drittmitteln, Spenden und Dienstleistungen etc., also nix mit 100% Steuergelder.

    Minister Pinkwart spielt ein gefährliches Spiel, sein Timing ist beeindruckend schlecht so kurz vor Weihnachten, seine Vorwürfe beliebig vage...
    Wenn ein Minister wissentlich Steuergelder gibt an jemanden, der eine transparente und nachprüfbare Verwendung nicht erwarten lässt, macht er sich höchstwahrscheinlich strafbar.

    Prof. Priddat ist ein Querkopf, ein unbequemer Fragensteller und ein anstrengender Intellektueller. Genau dafür schätzen wir ihn, das das dem Ministerium nicht passt, ist nachvollziehbar. Die Unschuld des Angeklagten ist - nur zur Erinnerung - gegeben, bis die Schuld bewiesen ist. Uns liegen keine Beweise vor.
    Ihr seid auch nicht die Richter.

    Finanzpläne für die Zukunft sind immer heikel, da keiner die Zukunft kennt. Wie man sich dabei irren kann, haben uns die Banken weltweit eindrucksvoll bewiesen. Es wäre im übrigen interessant, da auch mal bei anderen gemeinnützigen Organisationen genau hinzuschauen.
    Soll man deswegen etwa keine Finanzpläne mehr aufstellen?? Davon abgesehen wird hier indirekt zugegeben, dass der Finanzplan der UWH nicht belastbar gewesen ist.

    Wer Geld gibt will Kontrolle.
    Trifft meistens zu, und wer keine Kontrolle will, sollte sich deshalb frühzeitig überlegen, wie er anderweitig Geld hereinbekommt. Trotzig zu fordern "Geld her, aber keine Kontrolle!" ist einfach, aber wenig erfolgversprechend.

    Viele der von uns gelebten Ideale sind aufwendig und führen zu Unordnung durch Vielfalt, wer es ordentlich mag, ist bei uns dauerüberfordert. Das geht vorallem Investoren, die mit Hochschulen Geld verdienen wollen, gegen den Strich. Das können wir verstehen, auch wenn wir trotzdem genau darauf bestehen müssen.
    Seit wann wollen Geldgeber mit Hochschulen Geld verdienen? Da gibt es eine Bandbreite wesentlich ertragreicherer Anlagemöglichkeiten. Es ging wohl eher um Prestige, um Nachwuchsrekrutierung, um Anschluss an die Wissenschaft, vielleicht sogar um Philanthropie. Wäre das auch zu "ordentlich"?

    Als Studentin habe ich mehr als Drittel meiner Studienzeit mit Universitätspolitik verbracht. Und es hat sich gelohnt, denn dabei habe ich mehr gelernt, als in den meisten Seminaren.
    Merkt man. War "stattlich gefördert" statt "staatlich gefördert" übrigens irgendwie ein Freudscher Versprecher?

    Friedrich Poeschel,
    University of Oxford,
    www.friedrich.poeschel.info

    Im folgenden sind Aussagen von Schaugenauhin kursiv gesetzt, meine eigenen nicht.

    Wenn man als sehr kleine und freie Organisation klein und frei bleiben will, ist das mit gewissen Hürden verbunden. Unter anderem darf man sich nicht für vermeintliche Sicherheit "kaufen" lassen, denn die Konsequenzen wären, innerhalb von einem Jahr doppelt so groß (in 2 Jahren viermal so groß and so on) zu sein und unter der Kontrolle von einem gewinnorientierten Konzern zu stehen.
    Also die Quintessenz ist: Nichts soll sich ändern, aber wir wollen euer Geld. Sehr erfolgversprechende Strategie.

    Die Landesregierung und zum Teil die deutsche Medienberichterstattung macht es sich etwas zu leicht zu denken, ein Geldgeber sei ein Geldgeber und die Universität kriegt es halt einfach nicht gebacken.
    Wenn es ein potentieller Geldgeber gewesen wäre, der mit Hinweis auf die Sturheit der Unileitung abgesprungen ist, dann könnte man zustimmen. Wenn ein halbes Dutzend potentieller Geldgeber abspringt, wird es verdächtig.

    Was uns auszeichnet sind unsere Ideale. Diese lassen sich nicht besonders gut mit gewinnorientierten Konzepten vereinbaren. Deswegen sind wir anerkannt gemeinnützig und keine GmbH.
    Idealistisch träumen ist einfach, das können viele. Bei der Umsetzung hapert es jedoch allzu oft. Ist schon eine interessante Haltung, zu sagen: Ich habe da so'n paar Ideen, kann es aber selbst nicht umsetzen, kann auch keinen Geldgeber dafür begeistern, also MUSS der Staat mir jetzt meine Träume verwirklichen.

    Der Staat trägt daran 14 %. An allen anderen Universitäten 100%. Steuergelder. Ohne Konzept. Ohne Innovation.
    Quatsch. Staatliche Unis haben Konzeptionen und bringen wegweisende Innovationen hervor. Witten/Herdecke hat es noch nicht einmal in diese Liga geschafft, da wähnt man sich schon weit darüber, wie? Und außerdem haben Unis auch Einnahmen aus Drittmitteln, Spenden und Dienstleistungen etc., also nix mit 100% Steuergelder.

    Minister Pinkwart spielt ein gefährliches Spiel, sein Timing ist beeindruckend schlecht so kurz vor Weihnachten, seine Vorwürfe beliebig vage...
    Wenn ein Minister wissentlich Steuergelder gibt an jemanden, der eine transparente und nachprüfbare Verwendung nicht erwarten lässt, macht er sich höchstwahrscheinlich strafbar.

    Prof. Priddat ist ein Querkopf, ein unbequemer Fragensteller und ein anstrengender Intellektueller. Genau dafür schätzen wir ihn, das das dem Ministerium nicht passt, ist nachvollziehbar. Die Unschuld des Angeklagten ist - nur zur Erinnerung - gegeben, bis die Schuld bewiesen ist. Uns liegen keine Beweise vor.
    Ihr seid auch nicht die Richter.

    Finanzpläne für die Zukunft sind immer heikel, da keiner die Zukunft kennt. Wie man sich dabei irren kann, haben uns die Banken weltweit eindrucksvoll bewiesen. Es wäre im übrigen interessant, da auch mal bei anderen gemeinnützigen Organisationen genau hinzuschauen.
    Soll man deswegen etwa keine Finanzpläne mehr aufstellen?? Davon abgesehen wird hier indirekt zugegeben, dass der Finanzplan der UWH nicht belastbar gewesen ist.

    Wer Geld gibt will Kontrolle.
    Trifft meistens zu, und wer keine Kontrolle will, sollte sich deshalb frühzeitig überlegen, wie er anderweitig Geld hereinbekommt. Trotzig zu fordern "Geld her, aber keine Kontrolle!" ist einfach, aber wenig erfolgversprechend.

    Viele der von uns gelebten Ideale sind aufwendig und führen zu Unordnung durch Vielfalt, wer es ordentlich mag, ist bei uns dauerüberfordert. Das geht vorallem Investoren, die mit Hochschulen Geld verdienen wollen, gegen den Strich. Das können wir verstehen, auch wenn wir trotzdem genau darauf bestehen müssen.
    Seit wann wollen Geldgeber mit Hochschulen Geld verdienen? Da gibt es eine Bandbreite wesentlich ertragreicherer Anlagemöglichkeiten. Es ging wohl eher um Prestige, um Nachwuchsrekrutierung, um Anschluss an die Wissenschaft, vielleicht sogar um Philanthropie. Wäre das auch zu "ordentlich"?

    Als Studentin habe ich mehr als Drittel meiner Studienzeit mit Universitätspolitik verbracht. Und es hat sich gelohnt, denn dabei habe ich mehr gelernt, als in den meisten Seminaren.
    Merkt man. War "stattlich gefördert" statt "staatlich gefördert" übrigens irgendwie ein Freudscher Versprecher?

    Friedrich Poeschel,
    University of Oxford,
    www.friedrich.poeschel.info

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