Barack Obama Über Traum und Realität in der Politik
Obamas höchstes Gut ist seine Glaubwürdigkeit. Die muss er sich erhalten, um nicht an den harten Realitäten zu scheitern
In Amerika ist das einst für unmöglich Gehaltene wahr geworden. Die Fernsehbilder von Barack Obamas triumphalem Wahlsieg erinnerten fast an jene Nacht von Berlin, am 9. November 1989, als die Mauer fiel. Erneut glaubte man zu träumen, weil etwas wahr wurde, was man so sehr erhofft und doch zugleich nicht für möglich gehalten hatte.
Die Erwartungen und Hoffnungen, die nun weltweit auf dem zukünftigen Präsidenten Obama ruhen, sind gewaltig; übertroffen werden sie vermutlich nur noch von dem Gebirge an ungelösten Problemen, Krisen und Konflikten, die ihm sein Amtsvorgänger George W. Bush hinterlässt. Kann ein einzelner Mensch diesen riesenhaften Erwartungen überhaupt gerecht werden?
Obama verdankt seinen Sieg vor allem den jüngeren Wählern, den Minderheiten und den Frauen. Und gerade die Jugend war es, die sich auch aktiv in seinem Wahlkampf eingesetzt, die unermüdlich Wähler mobilisiert und damit den Sieg ermöglicht hat. Muss dieser Aufbruchstimmung in der jungen Generation jetzt nicht zwangsläufig eine tiefe Enttäuschung folgen? Ich meine nein.
Gewiss besteht ein breiter Graben zwischen Vision und Wirklichkeit. Jede große Idee, die mittels einer charismatischen Persönlichkeit und deren visionärer Kraft Massen zu begeistern vermag, verliert im Prozess ihrer praktischen Umsetzung etwas von ihrem visionären Potenzial.
Zwischen diesem Verlust an visionärer Leuchtkraft und der ersten spürbaren Wirkung praktischer politischer Maßnahmen klafft meistens auch noch eine zeitliche Lücke, während derer die Politik der Veränderung nur noch angreifbarer wird und sogar frühzeitig scheitern kann.
- Datum 31.08.2009 - 16:48 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE, 22.1.2009 - 16:30 Uhr
- Kommentare 36
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Offensichtlich hat Joschka Fischer das viel (!) tiefschürfendere ZEIT-Interview
mit Jürgen Habermas zur notwendigen Weltinnenpolitik nicht gelesen:
http://www.zeit.de/2008/4...
Sehr geehrter Herr Fischer, das war mal ein Kommtentar von ihnen, dem ich voll zustimmen kann. Ich hoffe auch, das Obama es schafft, Versprechungen auch Taten folgen zu lassen.
Die Zeit wird es zeigen, ob er sich gegen die mächtigen Lobbyisten durchsetzen kann.
Ich bin da allerdings eher skeptisch.
Trotzdem wünsche ich der ganzen Welt, dass die 8 Horrorjahre unter der Bush-Tyrannei endgültig vorbei sind und Amerika sich endlich wieder in die zivilisierte Weltgemeinschaft einreiht.
Obamania-Euphorie nach dem Wahlsieg und deutsche Euphorie nach dem Mauerfall - ein kühner Vergleich, aber treffend.
In dieser Euphorie versprach Kohl blühende Landschaften und verlor im Alltagsgrau des wiedervereinten Deutschland ein gutes Stück seiner Glaubwürdigkeit.
Anders Churchill, der in seiner Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede die Bürger auf harte Zeiten einstimmte und glaubwürdig blieb. Möge Obama sich von ihm eine Scheibe abschneiden! Er strahlt charismatische Jugendlichkeit aus und muss doch als Arzt dem erkrankten Gesellschaftsorganismus USA bittere Medizin in Gestalt harter Reformen verabreichen. Hoffentlich geht es gut!
Immerhin hat Obama schon in seiner Siegesrede auf die zu erwartenden Schwierigkeiten und Dauer der Umsetzung seiner Ziele hingewiesen, ohne seine Visionen abzuschwächen.
Ich erwarte, dass dieser Ton nach der gewonnen Wahl immer stärker hervortreten wird, womit Obama dem Erhalt seiner Glaubwürdigkeit auch bei Rückschlägen vorbaut.
Denn in diesem Punkt gebe ich Herrn Fischer Recht: Obama wird nicht immer sofort erfolgreich sein können, aber solange er seine Glaubwürdigkeit bewahren kann, wird er weitere Chancen bekommen.
Alles Gute!
Hinterfrager
Immerhin hat Obama schon in seiner Siegesrede auf die zu erwartenden Schwierigkeiten und Dauer der Umsetzung seiner Ziele hingewiesen, ohne seine Visionen abzuschwächen.
Ich erwarte, dass dieser Ton nach der gewonnen Wahl immer stärker hervortreten wird, womit Obama dem Erhalt seiner Glaubwürdigkeit auch bei Rückschlägen vorbaut.
Denn in diesem Punkt gebe ich Herrn Fischer Recht: Obama wird nicht immer sofort erfolgreich sein können, aber solange er seine Glaubwürdigkeit bewahren kann, wird er weitere Chancen bekommen.
Alles Gute!
Hinterfrager
ich finde den ja auch toll aber...
einen jungen Aussenseiter, der mit neuer Technik und perfekter Organisation sowie durch seine Aura und Rethorik unglaubliche Energie mobilisiert und die Massen - ein paar Jahre nach dem Zusammenbrechen des eingenen Weltverständnis und während einer Präkarisierung der Lebenswirklichkeit verzaubert
... also so toll klingt das auch wieder nicht
weil, wie mans zwischen den Zeilen liest, kann man Obamas Scheitern weiter dem vorherigen Amtsinhaber in die Schuhe schieben.
Sonntag, 09.11.2008 ARD-"Presseclub"
Der aus Berlin zugeschaltete Michael Naumann (Die Zeit): "Obama verkörpert für viele Menschen den Anstand"
Dem habe ich (ausnahmsweise mal) nichts hinzuzufügen ... oder doch:
"Auf dieser Grundlage des Vertrauens arbeiten zu können, ist etwas wovon viele Politiker/innen nur träumen können"
Good Luck Mr. President!
Knüppel
Wenn Ihr Vater die Familiengeschick bzw das -unternehmen in die Bresche schickt und Sie es dort wieder herausholen muessen, es aber nicht schaffen, nehmen Sie alles auf Ihre Kappe? Sehr altruistisch, doch genau das glaub ich Ihnen nicht. Also nicht solche Sprueche, die verraten wie das/Ihr Bewusstsein aufgebaut ist. Sehr peinlich.
Maximus Successus
Sonntag, 09.11.2008 ARD-"Presseclub"
Der aus Berlin zugeschaltete Michael Naumann (Die Zeit): "Obama verkörpert für viele Menschen den Anstand"
Dem habe ich (ausnahmsweise mal) nichts hinzuzufügen ... oder doch:
"Auf dieser Grundlage des Vertrauens arbeiten zu können, ist etwas wovon viele Politiker/innen nur träumen können"
Good Luck Mr. President!
Knüppel
Wenn Ihr Vater die Familiengeschick bzw das -unternehmen in die Bresche schickt und Sie es dort wieder herausholen muessen, es aber nicht schaffen, nehmen Sie alles auf Ihre Kappe? Sehr altruistisch, doch genau das glaub ich Ihnen nicht. Also nicht solche Sprueche, die verraten wie das/Ihr Bewusstsein aufgebaut ist. Sehr peinlich.
Maximus Successus
Mich erinnert Ihr Artikel an Ihr eigenes Dilema, als Sie endlich in der vordersten Front der Politk angelangt waren und als erster Grüner den Einsatz der Bundeswehr (historischer Moment!)im Kosovo mit unterstützt haben. Haben Sie da Ihre Glaubwürdigkeit verloren? Dachten Sie etwa daran als Sie diesen Artikel schrieben? Nicht nur ich als überzeugter Pazifist war damals entsetzt über die harte Gegensätzlichkeit der von Ihnen angestrebten und schließlich umgesetzten Politik. Mussten Sie so handeln, blieb Ihnen damals keine andere Wahl?
Daraus folgt für mich nun die nächste Frage die Obama betrifft: Schafft er es seinen Idealen treu zu bleiben ? Kann es ein Mensch schaffen den viel zitierten Sachzwängen stand zu halten?
Ich bin genauso gespannt wie Sie, und hoffe, dass Obama die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht all zu sehr enttäuschen wird.
So muß ich mich ihnen in großen Teilen anschließen.
Ich finde den Artikel für einen ehemaligen Aussenminister Deutschlands ziemlich flach.
Was hat er denn geschrieben, das nicht schon tagelang hier im Forum schon in hunderten Kommentaren niedergeschrieben wurde.
Ausser die unterschwellige Bezugnahme auf seine eigene Amtszeit, das haben sie rosalix ja schon offenbart.
Weshalb werde ich dieses Gefühl der Selbstüberschätzung von J. Fischer einfach nicht los. Schon wieder unterliege ich dem Gefühl, er stellt sich klammheimlich auf die selbe Stufe wie Obama, als hätte seine Arbeit als Aussenminister einen ähnlichen Stellenwert gehabt. Sicher bin ich zu voreingenommen und lasse das jetzt mal beiseite.
Weshalb glauben in Deutschland so viele Politiker, Obama tanze auf ihrer Parteilinie.
Da wird er mal zum Sozialdemokraten, mal wieder zum Grünen, die werden ihn noch förmlich zerreissen in ihrem Anspruchsdenken.
Obama ist Amerikaner, weder Schwarz noch Weiß, weder Links noch Rechts, weder Deutscher noch Franzose. Er ist nur US-Amerikaner und der nächste Präsident der USA, nicht mehr und nicht weniger.
Er hat Hoffnungen geschürt, er hat harte Wahrheiten gesagt, er will die Amerikaner einen und wie weit wir alle davon profitieren, bleibt abzuwarten.
Lustig ist aber wie deutsche Lakaien sich schon wieder an seine Fersen heften und ihre Demut und Unterwürfigkeit zur Schau stellen und wieder sind es die gleichen, die wir zur genüge kennen.
Barrack O. wird einen schweren Job haben, mal sehen was er alles so verwirklichen kann, ich glaube aber, dass es noch viele Enttäuschungen geben wird. Nach einer Komplettenttäuschung wird es so einen Massenansturm auf Wahllokale für lange Zeit nicht mehr geben.
Genau diesen Punkt sehe ich anders als unser Ex-A.
Herzlichst
Le Routier
So muß ich mich ihnen in großen Teilen anschließen.
Ich finde den Artikel für einen ehemaligen Aussenminister Deutschlands ziemlich flach.
Was hat er denn geschrieben, das nicht schon tagelang hier im Forum schon in hunderten Kommentaren niedergeschrieben wurde.
Ausser die unterschwellige Bezugnahme auf seine eigene Amtszeit, das haben sie rosalix ja schon offenbart.
Weshalb werde ich dieses Gefühl der Selbstüberschätzung von J. Fischer einfach nicht los. Schon wieder unterliege ich dem Gefühl, er stellt sich klammheimlich auf die selbe Stufe wie Obama, als hätte seine Arbeit als Aussenminister einen ähnlichen Stellenwert gehabt. Sicher bin ich zu voreingenommen und lasse das jetzt mal beiseite.
Weshalb glauben in Deutschland so viele Politiker, Obama tanze auf ihrer Parteilinie.
Da wird er mal zum Sozialdemokraten, mal wieder zum Grünen, die werden ihn noch förmlich zerreissen in ihrem Anspruchsdenken.
Obama ist Amerikaner, weder Schwarz noch Weiß, weder Links noch Rechts, weder Deutscher noch Franzose. Er ist nur US-Amerikaner und der nächste Präsident der USA, nicht mehr und nicht weniger.
Er hat Hoffnungen geschürt, er hat harte Wahrheiten gesagt, er will die Amerikaner einen und wie weit wir alle davon profitieren, bleibt abzuwarten.
Lustig ist aber wie deutsche Lakaien sich schon wieder an seine Fersen heften und ihre Demut und Unterwürfigkeit zur Schau stellen und wieder sind es die gleichen, die wir zur genüge kennen.
Barrack O. wird einen schweren Job haben, mal sehen was er alles so verwirklichen kann, ich glaube aber, dass es noch viele Enttäuschungen geben wird. Nach einer Komplettenttäuschung wird es so einen Massenansturm auf Wahllokale für lange Zeit nicht mehr geben.
Genau diesen Punkt sehe ich anders als unser Ex-A.
Herzlichst
Le Routier
Sonntag, 09.11.2008 ARD-"Presseclub"
Der aus Berlin zugeschaltete Michael Naumann (Die Zeit): "Obama verkörpert für viele Menschen den Anstand"
Dem habe ich (ausnahmsweise mal) nichts hinzuzufügen ... oder doch:
"Auf dieser Grundlage des Vertrauens arbeiten zu können, ist etwas wovon viele Politiker/innen nur träumen können"
Good Luck Mr. President!
Knüppel
Immerhin hat Obama schon in seiner Siegesrede auf die zu erwartenden Schwierigkeiten und Dauer der Umsetzung seiner Ziele hingewiesen, ohne seine Visionen abzuschwächen.
Ich erwarte, dass dieser Ton nach der gewonnen Wahl immer stärker hervortreten wird, womit Obama dem Erhalt seiner Glaubwürdigkeit auch bei Rückschlägen vorbaut.
Denn in diesem Punkt gebe ich Herrn Fischer Recht: Obama wird nicht immer sofort erfolgreich sein können, aber solange er seine Glaubwürdigkeit bewahren kann, wird er weitere Chancen bekommen.
Alles Gute!
Hinterfrager
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