TV-Duell McCain tritt gegen Obama an
Die mit Spannung erwartete erste Fernsehdebatte der beiden Kandidaten findet statt: Nach langem Zögern hat sich der Republikaner zu einer Teilnahme entschlossen

© Chip Somodevilla/Getty Images
Alle Vorbereitungen haben sich nun doch gelohnt: McCain tritt gegen Obama in einem ersten Fernsehduell an
Neuer Wahlkampf-Höhepunkt in den USA: Im Zeichen der schweren Finanzkrise wollten sich die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama von den Demokraten und sein republikanischer Konkurrent John McCain in der Nacht zum Samstag zu ihrem ersten Fernsehduell treffen. Nachdem McCain eine Teilnahme zunächst von einer Vereinbarung über einen Rettungsplan für die Finanzbranche abhängig gemacht hatte, entschied er sich nun, zur Debatte anzureisen. Nach scharfer Kritik nicht nur der Demokraten, sondern auch in den Medien war McCain unter wachsenden Druck geraten. Kritiker warfen ihm vor, sich schlicht drücken zu wollen.
McCain hatte seinen Wahlkampf ausgesetzt, um nach eigenen Worten in Washington an der Lösung der Krise mitarbeiten zu können. Bei einem von ihm selbst angeregten Krisentreffen im Weißen Haus, an dem auch Obama teilnahm, meldete er sich dann nach Angaben von Teilnehmern aber kaum zu Wort.
Während Obama Finanzminister Henry Paulson immer wieder Fragen gestellt habe, sei von McCain nichts gekommen, "das Substanz gehabt hätte", sagte Reid nach dem Scheitern des Gesprächs. Der Republikaner habe nicht klar gemacht, wo er überhaupt stehe und mit seiner Anwesenheit in Washington eine Einigung erschwert. Bereits zuvor hatten Demokraten das Aussetzen des Wahlkampfes als ein "Wahlkampfmanöver" angeprangert, mit dem McCain im Streit um das Rettungsprogramm Oberwasser gewinnen wolle.
Am Ende scheiterten die Beratungen: Konservative Republikaner hatten gegen einen in Kongressausschüssen ausgearbeiteten Kompromissplan rebelliert. Nach Schilderungen von Augenzeugen kam es bei der Sitzung daraufhin zu turbulenten Szenen mit hitzigen Wortgefechten.
Bei diesem ersten von insgesamt drei TV-Duellen sollte nach bisherigen Plänen zwar die Außen- und Sicherheitspolitik im Vordergrund stehen - Bereiche, die McCain als ehemaliger Vietnamkriegsgefangener und langjähriger Senator als seine Domäne betrachtet. Doch angesichts des enormen Ausmaßes der Bankenkrise galt es als wahrscheinlich, dass die Entwicklung auf den Finanzmärkten und die Wirtschaft insgesamt mit in den Vordergrund rücken werden. Hier wird Obama laut Meinungsumfragen eine deutlich höhere Kompetenz eingeräumt.
- Datum 22.01.2009 - 15:30 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Drei Fragen:
1. Inwieweit ist das ganze Theater dazu gedacht, von den langfristigen Absichten abzulenken?
2. Fuehrt das Ganze zu einer noch staerkeren Konzentration finanzieller Macht?
3. Will man den Dollar bewusst in eine Inflation fuehren?
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