TV-Duell McCain tritt gegen Obama anSeite 2/2

Der Demokrat, der von vornherein für ein Festhalten an dem TV-Duell plädiert hatte, hatte seinen Standpunkt nach dem Debakel im Weißen Haus bekräftigt. Er kritisierte zugleich McCains Verhalten. Es habe sich bestätigt, dass es für "delikate Verhandlungen" nicht unbedingt hilfreich sei, wenn sie mit Wahlkampf vermischt würden, sagte der Demokrat. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass es "früher oder später" eine entsprechende Vereinbarung zur Rettung der US-Finanzbranche geben werde.

Unter diesen Vorzeichen ging in Washington das politische Tauziehen um die 700 Milliarden Dollar für die bedrängten Banken weiter. Nach dem Scheitern des Krisengesprächs bei Bush kamen Republikaner und Demokraten im Kongress zu neuen Gesprächen zusammen, um doch noch einen Durchbruch zu erreichen. Die Beratungen sollen auch am Wochenende fortgesetzt werden, wie der führende Demokrat im Senat, Harry Reid, mitteilte. Bush rief unterdessen den Kongress erneut zum raschen Handeln auf.

Die Regierung dringt auf den Rettungsplan, um damit Finanzinstituten faule Hypothekenkredite abzukaufen. Sowohl Demokraten als auch Republikaner im Kongress hatten von Anfang an schwere Bedenken wegen des Umfangs und des von Finanzminister Paulson geforderten enormen Handlungsspielraums bei der Entlastung der Wall Street geäußert.

Diesen Plänen verweigern sich die Demokraten und legten bereits gestern zusammen mit moderaten Republikanern ein strengeres Maßnahmenpaket vor. Darin enthalten sind striktere Aufsichtsmechanismen, Erleichterungen für Hausbesitzer und Obergrenzen für die Gehälter der Topmanager von Firmen, die sich mit Hilfe des Rettungspakets ihrer Altlasten entledigen können. Konservative Republikaner, die staatliche Eingriffe in die Privatwirtschaft ablehnen, präsentierten dann wiederum einen Alternativplan. Nach Medienberichten wollen sie den bedrängten Banken lediglich einen Kredit-Versicherungsschutz anbieten. Der Ausgang der Verhandlungen im Kongress ist noch immer offen.

 
Leser-Kommentare
  1. Drei Fragen:
    1. Inwieweit ist das ganze Theater dazu gedacht, von den langfristigen Absichten abzulenken?
    2. Fuehrt das Ganze zu einer noch staerkeren Konzentration finanzieller Macht?
    3. Will man den Dollar bewusst in eine Inflation fuehren?

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