Steuern Milliarden-Entlastungen für 2010

In Zukunft sollen Krankenversicherungsbeiträge komplett steuerlich absetzbar werden

Die geplante Neuregelung der steuerlichen Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen wird den Durchschnittsbürger nach Expertenschätzungen um rund 320 Euro pro Jahr entlasten. Dies berichtet das Magazin Der Spiegel unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium. Insgesamt sollen die Steuerzahler vom 1. Januar 2010 an rund neun Milliarden Euro weniger zahlen müssen. Dann dürfen Beschäftigte und Selbstständige die Kosten für die Versicherung beim Finanzamt vollständig geltend machen.

Im Gespräch sind dem Spiegel zufolge noch verschiedene Möglichkeiten, wie die Bürger in den Genuss der Steuererleichterung kommen sollen. Wahrscheinlich sei, dass die Versicherungskosten von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen werden dürfen. Dies begünstige die meisten Steuerzahler, heiße es in der Koalition.

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Mittlere Einkommen würden nach Rechnung des Finanzministeriums um jährlich 200 bis 400 Euro entlastet. Bei freiwillig gesetzlich Versicherten könn die Entlastung auf mehr als 1000 Euro steigen. Noch stärker dürften privat versicherte Gutverdiener mit Kindern profitieren.

Um ihr Ziel eines ausgeglichenen Haushalts nicht zu gefährden, will die große Koalition den Anteil des Bundes an der Entlastung von etwas mehr als 3,5 Milliarden Euro durch Einsparungen auffangen. In dieser Größenordnung sollen Erlöse, die der Bund durch den Verkauf von Kohlendioxid-Zertifikaten erzielt, dem Bericht zufolge nicht für Umweltmaßnahmen ausgegeben werden, sondern in den Haushalt fließen. Die Koalition will die vom Bundesverfassungsgericht erzwungene
Entlastung noch vor der Bundestagswahl im September 2009 beschließen.

 
Leser-Kommentare
  1. Wer so wenig verdient, das er wenig oder gar keine Steuern zahlt, schaut in die Röhre.

    Zugegebenerweise, zahlt er auch weniger Beiträge - aber auch die belasten gerade die Kleinverdiener immens.

    Niedrigere Kassenbeiträge wären das Gebot der Stunde oder die Absenkung von Verbrauchssteuern. Da hätten dann wirklich alle was davon.

  2. Ein Weg, um insbesondere Geringverdiener zu entlasten, wäre es, die Förderung der Krankenversicherungsbeiträge analog der Riesterförderung zu gestalten.
    Aber das wäre ja zu sozial ausgewogen und damit viel zu teuer.

    Mich interessiert außerdem, wie das BMF es hinbekommen will, dass Privatversicherte, Beamte und gesetzlich Versicherte gerecht entlastet werden, so dass tatsächlich nur das GKV-Leistungsniveau steuerlich gefördert wird. Beim Thema Rentenbesteuerung hat die Politik es schon vorgemacht, dass manche gleicher als andere sind.

  3. und planen genau das Gegenteil von dem, was notwendig wäre.

    Also zum Beispiel: Von der steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenkasse würden vor allem Privat Versicherte profitieren. Privat versicherte gehören zu denjenigen, die eher gut verdienen. Was werden sie wohl machen mit dem Geld, wenn sie ohnehin schon nicht schlecht verdienen, und möglicherweisen schon einen Teil ihres Einkommens sparen? natürlich, sie werden auch das zusätzliche Geld sparen, und womöglich noch irgendeine Lebensversicherung abschließen, die den Versicherungen dann wieder mehr Geld verschafft, um auf dem globalen Kapitalmarkt zu spekulieren....

    Was wir in Deutschland aber brauchen, um die (übrigens hausgemachte!) Konjunkturflaute zu überwinden ist mehr Konsum!

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    Bürger, sei wachsam!

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