Pisa 2008
Kleine Klassen, weniger Migranten
Das gute Abschneiden ostdeutscher Länder beim nationalen Pisa-Test kommt für den Deutschen Lehrerverband wenig überraschend. Fehlende Chancengleichheit bleibt ein Problem

© Jochen Luebke/ddp
Kleine Klassen fördern bessere Leistung
Das Land Sachsen ist der große Sieger des neuen Pisa-Schulleistungstests. Das Bundesland erreicht in allen drei untersuchten Disziplinen - Naturwissenschaften, Mathematik sowie Lese- und Textverständnis - den ersten Platz. Es verweist damit den bisherigen Sieger Bayern auf den zweiten Rang. Auffallend ist, dass die ostdeutschen Länder insgesamt stark nach vorn drängen.
Dies überrascht den deutschen Lehrerverband nicht: Die fünf neuen Länder hätten im Vergleich mit Westdeutschland kleinere Klassen zu bieten. Auch gebe es im Osten weniger sogenannte Risikoschüler, da dort weniger Migranten lebten. Diese Gruppe mit auffallend schlechten schulischen Leistungen sei erfahrungsgemäß unter Migrantenkindern besonders häufig. Ostdeutschland habe außerdem von einer jahrzehntelangen Tradition profitiert: Die Naturwissenschaft werde in den neuen Ländern heute immer noch so stark gefördert wie zu Zeiten der DDR.
Auch der früheren Landes-Kultusministers Steffen Flath (CDU) sieht die sächsische Bildungspolitik der vergangenen Jahre bestätigt. "Seit Anfang der neunziger Jahre halten wir Kurs. Gerade diese Kontinuität ist die Stärke des zweigliedrigen Bildungssystems", sagte der heutige Fraktionschef im Landtag. Sachsen sei auch Vorbild beim Thema soziale Gerechtigkeit. "Arbeiterkinder haben relativ gute Aussichten, die Hochschulreife zu erlangen." Flath warnte davor, das sächsische Schulsystem umzukrempeln. "Wer jetzt noch die Einheitsschule propagiert, gefährdet den Erfolg."
In dieser Hinsicht, dem Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und der Chance von Jugendlichen, ein Gymnasium zu besuchen, deuten die neuesten Pisa-Zahlen aber auf einen anderen Trend hin: In Deutschland, insbesondere in Bayern war diese Abhängigkeit nach wie erheblich. "Bedeutsame" Verbesserungen in diesem Bereich machen die Forscher nur in Bayern und Rheinland-Pfalz aus. Und gerade letzteres Bundesland hat in den vergangenen Jahren seine Ganztagsbetreuung von Schülern erheblich ausgebaut und will von 2011 an mehr als jede dritte Schule in eine solche "Einheitsschule" umwandeln.
- Datum 18.11.2008 - 15:31 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Ich will ja keine bösen Wahrheiten aussprechen - aber könnte der Lernerfolg daran liegen, dass Sachsen ein Bundesland ist, das aufgrund seines gehypten neonazistischen Images ein deutlich unterdurchschnittliches Potential an Migranten und jugendlichen "Problemschülern" aufzuweisen hat und sich Phänomene wie die Neuköllner Rütli-Schule gar nicht erst entwickelt haben?
Fragt sich ein zweifelnder Berliner.
das wird wohl der Grund für den Erfolg Sachsens sein. Sachsen hat keine aggressiven islamischen Zuwandermillieus, deren bildungsfeindliche Kultur den Druchschnitt runterzieht, sondern unter den wenigen Zuwanderern aufstiegsorientierte Juden aus der ehemaligen UdsSR. und Vietnamesen. Mit denen gibt es in der Schule keine Probleme.
Mir fiel beim Lesen der Meldung auch gleich auf, dass dieses Tabu-Thema wieder sorgsam ausgeklammert wurde.
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)
... die Frage ist, was man verändern kann und was nicht. Da hilft es nichts, wenn man sich wie "zweifelnder Berliner" die Wunden leckt. Wenn Bayern Spitze ist, kommen eben andere "Begründungen". Aber wozu das Gerede?
Deutschland hat erwiesenermaßen ein rückständiges Bildungssystem. Kanada, das ganz weit vorne liegt, ist ein echtes Einwanderungsland. Das Problem sind nicht die Einwanderer, sondern die Lehrer, Schulen und das Bildungssystem. Das größte Hemmnis ist die Nichteinsicht von Tatsachen, die dümmliche Eitelkeit der Verantwortlichen, die ihre Missgriffe noch bis ins Grab verteitigen werden.
deswegen sollte in Sachsen das Niveau des Schulwesen soweit modernisiert werden, bis es Berliner Multi-Kulti Niveau erreicht. Die leben noch in ihrer DDR Vergangenheit.
Sie haben Recht, dass Berlin aufgrund mangelnder Sprachförderung der JUGENDLICHEN 15jährigen Migranten schlechter abschneidet. Inwiefern das eine "böse" Wahrheit ist, kann ich nicht nachvollziehen, die Erziehungswissenschaft weißt auf die fehlende Sprachförderung seit 7 Jahren hin. Erzieher in der KITA und Lehrer in der Vor- und Grundschule bilden die Sprachkompetenz der Kinder weitgehend sehr gut aus, beachtet wird diese Arbeit nicht, gewürdigt schon garnicht, passt ja auch nicht ins Vermarktungskonzept der Medien! Schade nur, dass Grundschüler bei Pisa nicht getest werden!
Es gibt übrigens noch weitere Gründe, warum Sachsen besser abschneidet: Kleinere Klassen. Dadurch, dass junge ostdeutsche Familien nach Berlin, Bremen oder Hamburg ziehen, weil es dort Arbeit gibt oder weil man glaubt, da gäbe es Arbeit, werden die Klassen in Großstädten größer und das Lernen wird in großen Klassen erschwert, in den ostdeutschen Ländern die Klassen kleiner und das Lernklima besser! Lösung: Mehr kleinere Klassen in den Großstädten! Mehr Schulen! Problem: Kein Geld für neue Lehrer da! Darauf hat der Schülerstreik vor ein paar Tagen hingewiesen, geändert hat sich nichts!
Ich glaube nicht, dass der Erfolg der Sachsen im Pisa Test an der sogenannten neonazistischen Einstellung des Bundeslandes liegen soll.
Gerade Migranten aus dem ehemaligen sozialistischen Osteuropa sind nach kurzer Eingewöhnung in den Schulen meist ihren deutschen Mitschülern überlegen oder zumindest gleichwertig von den Leistungen.
Meiner Meinung nach sollte man den Grund lieber bei der Größe des Bundeslandes und den darin lebenden schulpflichtigen Einwohnern sehen.
Ich könnte aber auch sagen, dass der erste Beitrag exakt wiederspiegelt, womit sich zu viele Leute beschäftigen und das genau deshalb das eigentliche Ziel den Kindern etwas beizubringen außer Acht gelassen wird.
Sachsens Schüler haben ein überdurchschnittliches Bildungsniveau, die Löhne sind relativ niedrig und die Arbeitsproduktivität liegt ebenfalls im innerdeutschen Spitzenfeld - Resultat: Eine Arbeitslosenquote von 17%! Seltsam oder nicht? Irgendwie scheint es so, als ob die Rezepte, die gemeinhin gegen Arbeitslosigkeit angepriesen werden, doch nur einen Teil der Wahrheit darzustellen. Wie dem auch sei: Glückwunsch nach Sachsen zum tollen PISA-Ergebnis.
Erst informieren, dann wundern:
- Die Arbeitslosenquote im Freistaat Sachsen liegt schon seit ewig nicht mehr bei 17 %, sondern mittlerweile ganz erheblich darunter.
- Von dem überdurchschnittlich hohen Bildungsniveau profitieren mangels ausreichender Anzahl an (größeren) Unternehmen die westlichen Bundesländer, so etwa von den vielen Ingenieuren, die an sächsischen Hochschulen über den sächsischen Bedarf hinaus ausgebildet werden - eine Art Solidarbeitrag Ost für den Westen, an dessen Unis oftmals die Lehre zulasten der Forschung vernachlässigt wird.
JoshWolf, SLDD
Ihre Zahlen sind scheinbar leicht veraltet. Die Zahlen für September 2008 weisen eine Arbeitslosenquote von 11.9% aus. Da sieht man doch das Bildung sich lohnt.
das wird wohl der Grund für den Erfolg Sachsens sein. Sachsen hat keine aggressiven islamischen Zuwandermillieus, deren bildungsfeindliche Kultur den Druchschnitt runterzieht, sondern unter den wenigen Zuwanderern aufstiegsorientierte Juden aus der ehemaligen UdsSR. und Vietnamesen. Mit denen gibt es in der Schule keine Probleme.
Mir fiel beim Lesen der Meldung auch gleich auf, dass dieses Tabu-Thema wieder sorgsam ausgeklammert wurde.
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)
aggressiven islamischen Zuwandermillieus, deren bildungsfeindliche Kultur
Wo haben Sie denn die Weisheit her, dass islamische Zuwanderer bildungsfeindlich sind?
Zweifelsohne haben wir ein Problem mit dem Bildungszugang von Kindern geringqualifizierter Eltern. Migranten mit geringer Bildung haben zu einem hohen Anteil einen muslimischen Glauben. Der Umkehrschluss - Islam = bildungsfeindlich - ist so ohne weiteres eigentlich nicht zulässig.
Im Übrigen halte ich es für einen ... interessanten ... Ansatz, öffentliche Fremndenfeindlichkeit auf diesem Wege zu födern.
richtig?!
... denn im Artikel ist vom Islam ja gar keine Rede - da wird nur von 'Migranten' gesprochen!
'Keep On Rocking In A Free World' (Neil Young)
Mein Glückwunsch an die Sachsen.
Zeigt es doch wie trotz aller Kritik etwas zu schaffen ist, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert: Lernen und Vermittlung von Wissen, in welcher Form auch immer das geschieht. Sachsen zeigt zumindest, dass es geht.
Die Schlussfolgerung, dass es Zugangsbeschränkungen für Kinder der bildungsfernen Schichten gibt, trifft insofern aus meiner Sicht zu, das deren Elternhäuser keinen Sinn in höherer Bildung sehen. Dort hat man erst mal Geld zu verdienen oder sich um die entsprechenden Anträge zu kümmern. Die finanziellen Voraussetzungen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle, werden aber immer wieder gern als Ausrede genommen.
Gebildete Eltern legen nunmal einen größeren Wert auf eine solide Ausbildung ihrer Kinder mit einem möglichst hohem Abschluss, denn sie wissen wofür das gut ist.
Selbst wenn der niedrige Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund einen Anteil am guten Ergebnis in Sachsen hätte, würde er doch nur eines belegen... aber dazu schreib ich lieber nix. Schade nur, dass in Brennpunkten nichts zur Verbesserung der Situation getan wird, sondern das zu erreichende Niveau einfach heruntergeschraubt wird, damit auch ja alle durch die Schule geschleift werden können, ob sie nun wollen oder nicht. Leider färbt eine negative Einstellung zum Lernen und zur Schule sehr schnell auf Lernwillige ab, die dann in ihrer Entwicklung behindert werden.
aggressiven islamischen Zuwandermillieus, deren bildungsfeindliche Kultur
Wo haben Sie denn die Weisheit her, dass islamische Zuwanderer bildungsfeindlich sind?
Zweifelsohne haben wir ein Problem mit dem Bildungszugang von Kindern geringqualifizierter Eltern. Migranten mit geringer Bildung haben zu einem hohen Anteil einen muslimischen Glauben. Der Umkehrschluss - Islam = bildungsfeindlich - ist so ohne weiteres eigentlich nicht zulässig.
Im Übrigen halte ich es für einen ... interessanten ... Ansatz, öffentliche Fremndenfeindlichkeit auf diesem Wege zu födern.
aus Fakten Schlüsse zu ziehen? Leuchtet mir nicht ein. Wofür dann überhaupt Statistiken?
Sie schreiben:
Der Umkehrschluss - Islam = bildungsfeindlich - ist so ohne weiteres eigentlich nicht zulässig.
Doch, der ist zulässig, weil empirisch belegt. Wo haben wir eine hohe Analphabetismusrate? In islamischen Gemeinwesen!
An dieser Stelle bitten wir Sie, liebe Benutzer, zum Thema zurückzukehren: Was macht Sachsen so erfolgreich? Wie bewerten Sie die naturwissenschaftlichen Schwerpunkte der dortigen Bildungspolitik? War oder ist jemand von Ihnen selbst an einer sächsischen Schule und kann der Community seine Erfahrungen schildern?
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
Ich habe vor 4 Jahren mein Abitur in Sachsen gemacht. Für die guten Ergebnisse im naturwissenschaftlichen Bereich kann man als Ursache noch die starke Ausprägung dieser Fächer im DDR-Schulsystem nennen. Die Ausstattung mit Lehrmaterial ist ebenso wie die Lehrkräfte noch vorhanden. Die Modelle und Experimentiergeräte sind vielleicht alt, aber das vermindert nicht deren Wirkung. Ich weiß allerdings nicht, wie gut der Ausstattungsgrad in den alten Bundesländern in dieser Hinsicht ist.
Sicher ist es ein Vorteil, dass es vergleichsweise wenig Schüler mit Migrationshintergrund gibt, aber zu sagen, dass diejenigen Schüler mit Migtrationshintergrund aufstiegsorientierte Juden und problemlose Vietnamesen sind (Kommentar Nr. 3), ist schlichtweg ein Lügenmärchen. In unserer Stadt handelt es sich hauptsächlich um Russen und Türken, auf die ich nicht die Attribute aufstiegsorientiert und problemlos anwenden würde.
Eigentlich bin ich ihr mit meinem Kommentar ("Und wieder auf dem östlichen Auge blind") zu dem Artikel "Mehr Jubel für Mathegenies" schon zuvorgekommen:
http://kommentare.zeit.de...
Und was soll ich dem hinzufügen, wenn es in der "Zeit" jetzt wieder heißt, erstmals könne nun der Osten punkten (s. Anfang des Artikels). Sachsen und Thüringen waren auch 2000 und 2003 schon ganz oben mit dabei. Diese dauernde Ostblindheit verdirbt schon ein wenig den Spaß an der Sache, zumal Aufklärung ja eigentlich die Aufgabe des (damit immerhin sein Brot und mehr verdienenden) Journalisten ist und nicht die seines leider immer wieder mal besser informierten Lesers.
JoshWolf, SLDD
Da haben doch die Kameraden gleich mal wieder ihre islamophoben Neigungen rausgelassen. Wo doch jeder weiß, dass die Ausländer intelligenter und toleranter sind als die Deutschen.
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)
Im Grunde gebe ich Ihnen Recht, mit diesem Verweis, allerdings sollte sich die Redaktion auch darüber im Klaren sein, dass solcherlei Diskussionen bei solch einem 'Tenor' in der (unreflektierten-?) Wiedergabe von Meinungen versch. 'Gruppierungen' o.ä. (Lehrerverband) nicht ausbleiben (können).
Insofern, würde ich diese Diskussionen doch als Hausgemacht bezeichnen, dem Sie Sich nun wohl stellen müssen...
MfG
Ich kann mich den Hypothesen von weniger Migranten in Sachsen usw. nicht anschließen. Sachsen mag zwar weniger Kinder mit Migrationshintergrund haben, aber ich hoffe die Statistiker der Studie sind schlau genug, eben genau diese Einflussfaktoren entsprechend auszuwerten und zu unterscheiden.
Aber mir stellt sich eher die Frage, wie sich die Kinder in diesem sächsischen Schulsystem wohl fühlen mögen? PISA-Sieger hin oder her, aber wie kommen wir Sachsen zu dem angeblich überdurchschnittlichen Wissen? Schon in der dritten Klasse beginnt der Wettlauf in Richtung Gymnasium. Übermorgen werde ich mir die Bildungsempfehlung für meine Tochter für die weiterführende Schule anhören ... meine Tochter ist 9! Können Zensuren in diesem Alter schon sagen, wo es einmal hingehen soll? Ich meine nein! Und da sind die tollsten Ergebnisse von PISA nur eine Tarnkappe, um das kinderfeindliche Schulsystem in Sachsen zu vertuschen. Die Kinder leiden, sie wollen ihre Freunde aus den ersten Schultagen noch nicht mit 10 oder 11 Jahren verlassen, sie wollen unbeschwert und mit Freude lernen und nicht mit Leistungsdruck. Mit diesem Ergebnis wird aber wohl das Schulsystem in Sachsen in naher Zukunft nicht infrage gestellt werden, leider!
"Die Kinder leiden, sie wollen ihre Freunde aus den ersten Schultagen noch nicht mit 10 oder 11 Jahren verlassen, sie wollen unbeschwert und mit Freude lernen und nicht mit Leistungsdruck...."
Kinder wollen auch lieber tanzen als rechnen - und welcher Erwachsene steht schon auf Leistungsdruck? Geht nur leider nicht ohne...
ist immer so eine Sache. Wenn sie den ganzen Tag mit Barbie oder ihrem PC-Spiel spielen wollen, wäre das für Sie entscheidungsrelevant? Meiner Meinung nach sollen Kinder in der Schule auf das spätere (Erwerbs)Leben vorbereitet werden. Später im Job können Sie sich auch nicht aussuchen, ob Sie mit Ihrem Lieblingskollegen an einem Schreibtisch sitzen. Man sollte auch mit Leuten auskommen können, die nicht "beste Freunde" sind.
Falls man keine Bildungsempfehlung für ein Gymnasium bekommt, so kann das Abitur immer noch über den 2. Bildungsweg nachgeholt werden. Mir sind aus meinem persönlichen Umfeld genügend Leute bekannt, die genau das getan haben. ich denke sogar, dass der 2. Bildungsweg vorteilhaft sein kann, die meisten Abendschüler besitzen bereits einen Lehrabschluss, später (evtl. nach Studium) sind sie dann durchaus im Vorteil, weil flexibler, mehr Erfahrungswissen als nur das Schulsystem gewöhnte Gymnasiasten und "Normalstudis".
Was die Bildungsempfehlung und das Lernen an sächsischen Gymnasien angeht, kann ich für meinen Teil Folgendes berichten.
Die Entscheidung ob Gymnasium oder nicht, wurde bei mir Anfang 1992 gefällt. Ich war damals "schon" 14 Jahre alt. Soweit ich weiß, galt in der DDR die 10-klassige Schulpflicht. Das Abitur war danach eine 2jährige "Aufstockung" der Schulzeit. Ich befand mich 1991/1992 in der 9. Klasse. Das neue Schulsystem erwischte meinen Jahrgang (und den vorhergehenden) also kalt, da nicht nur das Problem einer vollkommen neu ausgerichteten Lehre anstand, sondern die Frage ob Gymnasium oder nicht gleich mit. Die Lehrer hatten genausowenig Ahnung wie ihre Schüler, was auf sie zukommt, es konnte uns niemand wirklich sagen, was uns auf einem Gymnasium erwartet.
Organisatorisch lief jedoch fast alles in geordneten Bahnen ab, qualifiziert genug waren die Lehrer sowieso. Das DDR-Abitur war vom Anspruch her wohl kaum einfacher als das gesamtdeutsche - das hat man vorher freilich nicht gewusst.
In Fächern wie Gesellschaftskunde, Deutsch und Geschichte, wo zumindest ab und an diskutiert wurde, fiel mir ein recht idealtypisch humanistisches Wesen der Gymnasiallehrer auf. Ob dieses nun aufgesetzt oder anhand des gerade erst erlebten politischen Umbruches so lebendig war, kann ich nicht sagen. Das mag von Schule zu Schule unterschiedlich gewesen sein. Jedenfalls erinnere ich mich gern an so manche Unterrichtsstunde, in der einfach nur über politische oder gesellschaftliche Themen diskutiert wurde. Von früher war man so etwas nicht gewöhnt.
Meine Eltern bestanden darauf, dass ich ein Gymnasium rund 30km vom Heimatort entfernt besuche, weil dieses einen "weniger roten" Ruf hatte, als alle anderen in Frage kommenden Gymnasien (Soweit ich das mitbekam, wurden Lehrer ja nur in Einzelfällen ausgetauscht). Das dort vorhandene Internat nutzte ich nicht, wahrscheinlich hatte meine Mutter Angst vor Kontrollverlust.
Dies bedeutete im Winter (mein Heimatort gilt als ausgesprochen schneesicher...), dass ich morgens um halb 5 (also 4:30) aufstehen musste, da nicht immer Verlass auf pünktliche Bus- oder Zugverbindungen war. Unterrichtsbeginn war um Punkt 7 Uhr, danach wurde das Schultor vom Direktor höchstpersönlich abgeschlossen. Es kam ab und zu vor, dass Schüler, die witterungsbedingt Minuten nach 7 mit dem Bus ankamen, nicht mehr hineingelassen wurden und eine Unterrichtsstunde draußen warten mussten (im Winter...). Abends war ich gegen 17, 18 Uhr daheim - Unterricht erfolgte teilweise bis 16 Uhr (Abi in 12 Jahren), dafür gab es planmäßig ein bis zwei "Freistunden" an solch vollgepackten Tagen.
Ich kann bis heute jedoch nicht behaupten, dass die Zeit damals mir psychisch oder wie auch immer geschadet hätte. Man war im Gegenteil motivierter, ordentlich abzuschneiden. Wozu sonst sollte man sich einem derartigen Tagesablsuf unterwerfen?
Diese Leierei mit der Einführung des 12 jährigen Abis, die Bildungsempfehlungen usw. kann ich nicht mehr hören. Ich bin nicht der Einzige, dem es so geht, die Mehrheit der 12-jahres Abiturienten im Osten dürfte dies genauso sehen. Uns hat damals niemand gefragt, wie wir es gern hätten. Natürlich sollte man seinen Sprößling fragen, ob er später studieren will. Es ist auch klar, dass man das mit neun Jahren nicht unbedingt einschätzen kann. Deswegen ist aber die Bildungsempfehlung doch recht aussagekräftig, die Noten werden auf einem Gymnasium kaum besser werden. Ob Schulnoten/Punkte generell ein Hinweis auf späteren (wie auch immer gearteten) Erfolg geben, mag dahin gestellt sein. Sie werden das Kind aber erstmal weiter begleiten. Das dürfte nicht nur im vielgescholtenen deutschen Schulsystem so sein.
Den Schützling vorher gezielt auf möglichst gute Noten zu trimmen, nur damit die Empfehlung entsprechend ausfällt, kann sich bitter rächen wenn dann im ersten Gymnasialjahr der Notenschock kommt. Die Bildungsempfehlung ist mitnichten ein Urteil über das spätere Leben. Es gibt genügend Chancen auch anders zum Abi und Studium zu kommen. Nur hängt das dann noch stärker vom persönlichen Ehrgeiz ab. Und den sollte man nicht als Kind von den Eltern abgewöhnt bekommen haben. Warum also die Panik wegen diesem Stück Papier? Ist es um das Wohl des Kindes oder um das Image der Eltern, die sich versteckt schämen, ihren Schützling nicht auf dem Gymnasium zu haben?
ihr "Lieblingsthema" gefunden ... die Suche nach "Sündenböcken". Ist das wirklich noch das Zeit Online Forum, in das ich mich erstmals vor einigen Monaten einloggte? Warum fasst Ihr "Volks-" Deutschen Euch nicht mal gelegentlich an die eigene Nase (da habt die ganze Hand voll, wie der Volksmund sagt)?
Knüppel steht für den Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Homophobie ...
die Nummer mit den "Sündenböcken" und "'Volks'-Deutschen"! (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk) ist nicht zielführend im Sinn einer Diskussion über das gute Abschneiden Sachsens in Sachen Bildungsvermittlung.
(Übrigens: wenn Sie in hinsichtlich "Antisemitismus und Homophobie" etwas unternehmen möchten, dann gehen Sie mal an die Rütli-Schule, dort ist diesbezüglich Handlungsbedarf.)
Es gibt nun einmal Menschen, die nach Deutschland kommen und nicht Goethe und Schiller lesen wollen. 83% aller Neuzugewanderten folgen diesem Ansinnen und bilden die Unterschicht in Deutschland. Eltern, die um diese Klientel wissen, melden ihre Kinder eben in einer besseren Schule an, oder gleich bei einer Privatschule.
Es ist klar: sofern Ursachen benannt werden, kommt gleich die Nazkeule. Fällt Ihnen eigentlich nichts anderes ein? Die Probleme in unseren Städten haben etwas mit Unbildung und Unwillen zu tun sich bei uns einzupassen. Es sind nun einmal nicht alle gleich.
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"that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"
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