Christoph Blocher, der umstrittenste Politiker der Schweiz, erhielt bei der Wahl ins Kabinett im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit.  Der Rechtspopulist von der konservativen Schweizer Volkspartei (SVP) zog daraufhin seine Kandidatur zurück und schickte einen Parteifreund ins Rennen.

Neuer Verteidigungsminister wurde der SVP-Politiker Ueli Maurer. Blocher hat nach seiner Niederlage zu dessen Wahl aufgerufen. Maurer nannte sein neues Amt "mehr Bürde als Würde". Die Schweizer Armee steckt in einer Sinnkrise und hat starke Finanzprobleme.

In der Schweiz wählen die Abgeordneten der Vereinigten Bundesversammlung die Mitglieder des Bundesrats, wie die siebenköpfige Regierung heißt. Die Neubesetzung wurde nach einem Rücktritt von Samuel Schmid nötig, der nach mehreren Skandalen als Verteidigungsminister zurückgetreten war. Im Parlament hat er keinen Rückhalt mehr.

Ebenso umstritten war Blocher, als er selber noch Minister war. Er trat damals gleichzeitig als Regierungsmitglied und als Oppositionsführer auf. Der Unternehmer verantwortete bis zum 12. Dezember 2007 das Justizressort. Angeführt von einem rot-grünen Bündnis und mit Unterstützung der Christdemokraten und Freiheitlichen wählte das Parlament ihn ab, obwohl die SVP mit 29 Prozent die stärkste Partei im Parlament ist. Damit endete faktisch auch das bisherige Konkordanz-Prinzip, wonach alle wichtigen Parteien in der Bundesregierung in Bern vertreten sind, und zwar mit Politikern, die sie selber aussuchen. Blocher kündigte daraufhin an, in die Opposition zu gehen – eine für die Schweiz völlig unbekannte Konstellation.

Nun aber wollte er in die Regierung zurück – und scheiterte. Der 68-Jährige fällt immer wieder mit rechtspopulistischen und ausländerfeindlichen Parolen auf. Er tritt für eine harte Asylpolitik ein und lehnt eine weitere Annäherung der Schweiz an die Europäische Union ab.

In der Schweizer Politik wird Blocher weiter aktiv sein. Er ist einer der wichtigsten Finanziers der SVP und Führungsfigur der Konservativen. In einem Interview sagte Blocher: "Zum Leidwesen meiner Gegner bin ich kerngesund und habe mehr Schlagkraft, als ihnen lieb ist." Blocher bleibt nun in der zweiten Reihe und betätigt sich weiterhin als Strippenzieher.