Börse Gewinne auf wackligem Fundament
Das Jahr begann mit steigenden Kursen - doch die Rally hielt nicht lange an. Vorsicht ist angebracht: Auch im Rezessionsjahr 1931 starteten die Börsen im Plus

© Jung Yeon-Je/AFP/Getty Images
In Südkorea begrüßte die Börse das neue Jahr mit Feuerwerk und einem aufblasbaren Bullen
Bringt das neue Jahr das Börsenglück zurück? Die Kurse stiegen zum Handelsbeginn 2009 ungewohnt kräftig. Das nährte zunächst ein wenig Hoffnung, die Anleger könnten das Jahr 2008 einfach abgeschrieben haben, um jetzt mit frischem Elan und neuen Risikobudgets wieder mutig zu investieren – auch wenn Gewinnmitnahmen am Montag die Kurse in New York wieder sinken ließen.
Viele institutionelle Anleger können nur in Kalenderjahren denken. Zu Beginn jedes Jahres wird ihnen ein Risikobudget zugeteilt, über das sie verfügen können. Das heißt: Verluste bis zu einer bestimmten Höhe sind erlaubt. Je größer die Differenz zwischen den tatsächlichen und den maximal erlaubten Verlusten, desto unbeschwerter sind die Investoren.
Nimmt ihr Puffer aber ab, sind sie zur Vorsicht gezwungen. Fallen die Aktien schon zum Jahresbeginn, wie 2008, steht so mancher Anleger schnell mit dem Rücken zur Wand.
Häufig verhält es sich jedoch genau andersherum. Frei und mit frischem Risikopotenzial ausgestattet können viele Vermögensverwalter zum Jahresanfang neu investieren. Vielen steht zudem frisches Kapital zur Verfügung, das angelegt sein will. Das treibt die Kurse tendenziell nach oben – und genau darin liegt die Gefahr. Hinter einem solchen Anstieg steckt nämlich keine fundamentale Verbesserung. Wer die Kursbewegung zum Jahresanfang nicht im zeitlichen Zusammenhang interpretiert, lässt sich womöglich allzu schnell in den Markt locken und verliert, wenn die Kurse später wieder fallen.
- Datum 04.05.2009 - 11:10 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Kann denn irgendeiner Anfang 2009 seriös vorhersagen, was Ende 2009 sein wird? Hat irgendjemand Anfang 2008 die Krise von Ende 2008 vorhergesagt? Ich meine mich zu erinnern, dass das keiner getan hat, auch diejengigen nicht, die jetzt im Brustton der Überzeugung Wirtschaftseinbrüche von -2 bis 3% vorhersagen. Wo waren diese sog. Experten, wo die Finanzblase und die daraus resultierenden Folgen bekannt und u.a. auch in der ZEIT schon thematisiert wurden?
Wenn mir jetzt jemand erzählt, die jetzigen Kursgewinne werden sich in Luft auflösen, lese das nicht nur ich, sondern auch Menschen, die dann bewusst anders handeln und somit Gegenreaktionen auslösen. Wäre alles so einfach planbar, gäbe es nur Gewinner und die gibt es zum Glück nicht. Es wird also sicher alles ganz anders, nur wie, steht in den Sternen. Wäre ich Börsenmakler, ich würde entweder genau das vorhersagen, was ich nicht will, dass es eintrifft und entsprechend handeln oder einfach meinen Mund halten. Denn eines ist Gewiss. Wo es Gewinner im Markt gibt, gibt es irgendwo auch Verlierer. Und seltsam ist, dass vorhergesagte Booms meist nicht eintrafen und vorhergesagte Abschwünge meist auch nicht.
Oder erinnert sich einer noch an die Jahre der 3 Sat Börse, wo Aktientitel in den höchsten Tönen gelobt wurden, um am folgeden Montag grausam einzubrechen? Klingelt es da nicht irgendwo, dass hinter all den Vorhersagen auch durchaus System stecken kann?
Im Moment sind natuerlich alle bedacht, "den Ball niedrig zu spielen", einschliesslich der Zeitungen uebrigens, da jeder der zu genau nachschaut, Gefahr laeuft, den schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen, wenn es wirklich kracht. Und es wird wirklich krachen. Hartgeld.com ist eine interessante Quelle, wenn man sich vorher von dem Gedanken frei gemacht hat, unbedingt Gold in Krisenzeiten haben zu muessen. (Eichelburg ist nicht unumstritten und handelt auch mit Hartgeld.) Nichts destotrotz sind seine Analysen eiskalt, oft langfristig richtig, Kommentare manchmal arg zynisch, der Blog wird immer groesser und die Leserkommentare sind das eigentlich interessante: Da kriegt man ziemlich schnell einen realistischen Einblick in das, was wirklich "da draussen" im Moment abgeht. In Frankreich z. B. darf man inzwischen von seinem eigenen Konto - auch persoenlich am Schalter - nicht mehr als 3000 Euro abheben. Warum wohl?
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