Börse Gewinne auf wackligem FundamentSeite 2/2
Am ersten Handelstag des Jahres 2009 sind fast alle wichtigen Indizes weltweit um drei Prozent oder mehr gestiegen. Einzelne gewannen sogar sieben Prozent hinzu. Für den Dow Jones, der seit 1896 berechnet wird, war es der sechstbeste Jahresbeginn seither. Absoluter Rekordhalter war 1988 mit einem Gewinn von 3,9 Prozent zum Jahresanfang.
Was auf die guten Januar-Handelstage folgte, war jedoch eher enttäuschend. Ausgehend vom Indexstand nach dem ersten Handelstag legte der Dow in den zehn Jahren mit dem besten Start durchschnittlich nur noch 0,8 Prozent zu. Starke Kursgewinne wie im Jahr 1975, in dem die Aktien bis Silvester um mehr als 38 Prozent stiegen, waren ebenso möglich wie hohe Verluste. Im Rezessionsjahr 1931 beispielsweise fiel der Dow nach einem guten Start um fast 53 Prozent – und das, nachdem die Kurse im Vorjahr bereits um 34 Prozent gesunken waren.
Eine eindeutige Richtung gibt der gute Start ins neue Jahr nicht vor. Doch das Beispiel 1931 zeigt, dass Vorsicht angebracht ist. Schließlich werden in der derzeitigen Krise immer wieder Vergleiche zur Großen Depression gezogen. Die Anleger scheinen das ähnlich zu sehen. Als am Montag in New York die erste volle Handelswoche des neuen Jahres begann, nutzten viele ihre Kursgewinne, um Kasse zu machen. Schon fielen die Aktien wieder. Das alte Jahr mag zu Ende sein, doch die Unsicherheit bleibt.
Conrad Mattern ist Vorstand der Conquest Investment Advisory AG und Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Auf ZEIT ONLINE beleuchtet er immer montags die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten.
- Datum 04.05.2009 - 11:10 Uhr
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Kann denn irgendeiner Anfang 2009 seriös vorhersagen, was Ende 2009 sein wird? Hat irgendjemand Anfang 2008 die Krise von Ende 2008 vorhergesagt? Ich meine mich zu erinnern, dass das keiner getan hat, auch diejengigen nicht, die jetzt im Brustton der Überzeugung Wirtschaftseinbrüche von -2 bis 3% vorhersagen. Wo waren diese sog. Experten, wo die Finanzblase und die daraus resultierenden Folgen bekannt und u.a. auch in der ZEIT schon thematisiert wurden?
Wenn mir jetzt jemand erzählt, die jetzigen Kursgewinne werden sich in Luft auflösen, lese das nicht nur ich, sondern auch Menschen, die dann bewusst anders handeln und somit Gegenreaktionen auslösen. Wäre alles so einfach planbar, gäbe es nur Gewinner und die gibt es zum Glück nicht. Es wird also sicher alles ganz anders, nur wie, steht in den Sternen. Wäre ich Börsenmakler, ich würde entweder genau das vorhersagen, was ich nicht will, dass es eintrifft und entsprechend handeln oder einfach meinen Mund halten. Denn eines ist Gewiss. Wo es Gewinner im Markt gibt, gibt es irgendwo auch Verlierer. Und seltsam ist, dass vorhergesagte Booms meist nicht eintrafen und vorhergesagte Abschwünge meist auch nicht.
Oder erinnert sich einer noch an die Jahre der 3 Sat Börse, wo Aktientitel in den höchsten Tönen gelobt wurden, um am folgeden Montag grausam einzubrechen? Klingelt es da nicht irgendwo, dass hinter all den Vorhersagen auch durchaus System stecken kann?
Im Moment sind natuerlich alle bedacht, "den Ball niedrig zu spielen", einschliesslich der Zeitungen uebrigens, da jeder der zu genau nachschaut, Gefahr laeuft, den schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen, wenn es wirklich kracht. Und es wird wirklich krachen. Hartgeld.com ist eine interessante Quelle, wenn man sich vorher von dem Gedanken frei gemacht hat, unbedingt Gold in Krisenzeiten haben zu muessen. (Eichelburg ist nicht unumstritten und handelt auch mit Hartgeld.) Nichts destotrotz sind seine Analysen eiskalt, oft langfristig richtig, Kommentare manchmal arg zynisch, der Blog wird immer groesser und die Leserkommentare sind das eigentlich interessante: Da kriegt man ziemlich schnell einen realistischen Einblick in das, was wirklich "da draussen" im Moment abgeht. In Frankreich z. B. darf man inzwischen von seinem eigenen Konto - auch persoenlich am Schalter - nicht mehr als 3000 Euro abheben. Warum wohl?
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