ZEIT ONLINE: Das Album Encore zeigt mit vielen selbstgeschriebenen Stücken Ihre Experimentierfreudigkeit. Kommt bald eine CD von Ihnen heraus, auf der nur Eigenkompositionen zu hören sind?

Garrett: Komischerweise war das mein erster Gedanke auf der Juilliard School. Ich habe darüber nachgedacht, ein ganzes Album mit eigenen Stücken aufzunehmen. Die Musik auf Virtuoso und Encore ist sehr populär geschrieben. Kaum jemand weiß, dass ich 2003 den Kompositions-Wettbewerb der Juilliard School mit einer Fuge im Stil von Johann Sebastian Bach gewonnen habe. Ich glaube, ich hatte da eine Konkurrenz von tausend Leuten.

ZEIT ONLINE: Das klingt nach einem weiteren Standbein ...

Garrett: Ich habe glücklicherweise immer sehr viel Zuspruch von meinen Lehrern bekommen. Unter anderem auch von dem Komponisten Eric Ewazen, der einer meiner Kompositionslehrer war. Nach diesen Erfahrungen habe ich das Arrangieren und Schreiben von Stücken als eine tolle Sache empfunden. Am Anfang hatte ich Hemmungen, ob es klappt und die Leute es mögen, aber nun macht es mir Riesenspaß. Das ist ein Projekt, das ich unbedingt verfolge. Das kann auch in andere Musikrichtungen gehen. Auf solche Herausforderungen warte ich geduldig.

ZEIT ONLINE: Was wird Ihre nächste Klassik-CD?

Garrett: Als Nächstes spiele ich das Violinkonzert von Mendelssohn mit dem Deutschen Symphonieorchester und Andrew Litton ein. Diese CD kommt voraussichtlich im Herbst auf den Markt. Zusätzlich arrangiere ich Werke anderer Komponisten von der Klassik bis zur Romantik für Geige und Sinfonieorchester. Rachmaninov und Dvořák werden dabei sein. Je mehr Komponisten man mit einbezieht, desto lehrreicher wird es für die Zuhörer. Ich wollte eben alles ein bisschen anders aufziehen. Ich möchte einen Wirbelsturm entfachen und möglichst viele Menschen mitreißen.

Das Gespräch führte Burkhard Schäfer

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