Kino Die französische Patientin
Filmemacherin Diana Kurys inszeniert in "Bonjour Sagan" das Leben der französischen Schriftstellerin Françoise Sagan als großes Melodram – und scheitert

© Schwarzweiss Filmverleih
Sylvie Testud als Françoise Sagan in Diane Kurys "Bonjour Sagan"
Man weiß gar nicht mehr so genau, wann das Genre des Biopics, also das filmisch nacherzählte Leben einer mehr oder weniger bedeutenden Person, eine Renaissance erlebte. Filme über bekannte Persönlichkeiten gab es immer, selten aber sorgten sie an der Kinokasse für so viel Aufsehen wie in jüngster Zeit: von Taylor Hackfords Ray-Charles-Film ( Ray ) über James Mangolds Johnny-Cash-Hommage Walk The Line bis hin zu Olivier Dahans pittoreskem Piaf-Stück La vie en rose.
Die überzeugendsten Beispiele der vergangenen Jahre sind hier noch nicht einmal erwähnt. Todd Haynes besetzte seinen Film über den noch lebenden Musiker Bob Dylan mit gleich sechs Dylan-Mimen und entwarf ein filmisches Puzzle, das die amerikanische Filmgeschichte der sechziger und frühen siebziger Jahre in Erinnerung rief. Kollege Gus van Sant drehte einen Film ( Last Days ) über Kurt Cobain, ohne allzu sehr an den biografischen Details des Grunge-Helden zu hängen.
Im besten Fall gelingt es diesen filmischen Aufbereitungen eines Lebens, wie überhaupt jeder Adaption, dem Bekannten etwas Neues hinzuzufügen. Sei es ein Blick, eine Auslassung, eine Umdeutung. Die Biografie ist der Ausgangspunkt, der Film gehorcht eigenen Gesetzen.
Dies gilt auch für Bonjour Sagan , Diane Kurys filmischer Annäherung an die französische Schriftstellerin Françoise Sagan.
In Frankreich galt Sagan in den sechziger Jahren als eine Art Popstar der Literaturgeschichte.
Regisseurin Diane Kurys, die in ihren Arbeiten eine Vorliebe für die Dinge des Herzens hegt, interessiert das Leben der französischen Schriftstellerin als Projektionsfläche für gescheiterte Beziehungsentwürfe.
- Datum 07.01.2009 - 16:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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