Eine Zusatzversicherung für Zahnspangen, Brackets und Co. hilft, Kosten zu sparen. Sie ist aber nur für Kinder sinnvoll. Finanztest informiert über die privaten Zahnzusatztarife.

Sinnvoller Schutz für Kinder

Kieferorthopädische Behandlungen können leicht mehrere tausend Euro kosten. Je nach Dauer und Aufwand der Behandlung und nach verwendetem Material sind 4 000 Euro und mehr keine Seltenheit. Bei leichten Unregelmäßigkeiten des Kiefers oder der Zähne müssen Patienten die Kosten privat tragen. Erwachsene zahlen immer selbst. Liegt bei Kindern eine erhebliche Fehlstellung vor, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten weitgehend. Dennoch müssen Familien oft auch dann noch einiges zuzahlen - etwa für eine aufwendigere Behandlungsform oder für teurere Materialien. Private Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil dieser Kosten. Die Police ist aber nur für Kinder sinnvoll. Grund: Der private Versicherungsschutz entfällt, wenn bereits bei Vertragsschluss eine behandlungsbedürftige Zahnfehlstellung feststeht. Das dürfte bei Erwachsenen häufig der Fall sein. Für rein kosmetische Maßnahmen bezahlt weder die Kasse noch eine private Versicherung.

Tarifwahl nach Leistungsumfang

Finanztest hat Zahnzusatzversicherungen aller auf dem deutschen Markt tätigen privaten Krankenversicherungen untersucht, deren Angebot allen Personen offensteht. Am besten schließen Eltern die Police für ihre Kinder bereits im Kindergartenalter ab. Für Fünfjährige kosten die Tarife im Test 4 bis 13 Euro monatlich, je nach Leistungsumfang. Wer Maximalleistungen wünscht, wählt zum Beispiel den Tarif flexiZEBasis+ZB der CSS für 12,66 Euro im Monat. Besteht kein Leistungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse, erstattet er für reine Privatbehandlungen 80 Prozent der Kosten. Zahlt die Kasse, deckt er 80 Prozent der privaten Zusatzkosten ab, dann jedoch maximal 600 Euro pro Kiefer. Mittlere Leistungen erhalten Kinder besonders günstig mit den Tarifen 768 des Münchener Vereins und Dent Fest+Z503 der Signal Iduna. Sie kosten vier bis fünf Euro im Monat.

Wann die Kasse zahlt

Bei den meisten Kindern zeigt sich im Alter zwischen acht und zehn Jahren, ob sie eine Zahnspange brauchen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Behandlung, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Rechtzeitiger Beginn: Die Behandlung muss vor dem 18. Lebensjahr anfangen. Für Erwachsene ist Kieferorthopädie in der Regel keine Kassenleistung, auch wenn sie medizinisch notwendig ist.
  2. Medizinische Notwendigkeit: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nur bei einer erheblichen Zahn- oder Kieferfehlstellung, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen behindert. Die Einteilung erfolgt nach fünf Kieferorthopädischen Indikationsgruppen, kurz KIG. Nur für einen Befund der KIG 3 bis 5 übernehmen die Kassen die Kosten, für KIG 1 und 2 nicht.

Ist die Zahn- oder Kieferfehlstellung so schwer, dass die Kasse zahlen muss, reicht der Zahnarzt den gut dokumentierten Befund zusammen mit einem Behandlungsplan bei der Krankenkasse ein. Hat die Kasse den Behandlungsplan genehmigt, ist sie daran für die gesamte Behandlungsdauer gebunden - vorausgesetzt, auch Zahnarzt und Patient folgen dem Plan.