Die Versorgungs- und Durchleitungsverträge müssten unter allen Umständen eingehalten werden, sagte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft am späten Freitagabend in Brüssel. Die EU bedauere, dass die Zusagen zur Verlässlichkeit der Lieferungen nicht eingehalten worden seien und werde die Situation sehr genau beobachten. Die EU rief zudem zu einer sofortigen Lösung des Streits über die Gas-Lieferungen von der Russischen Föderation zur Ukraine auf.


Die Ukraine will in diesem Jahr für das Gas aus Russland höchstens 150 Euro je 1000 Kubikmeter bezahlen und zudem mehr Gebühren für den Transit verlangen. Russland fordert mehr, wenngleich deutlich weniger als Westeuropa bezahlt.

Die Gaslieferungen nach Rumänien sanken am Freitagabend um 30 bis 40 Prozent. Das teilte die rumänische Gasverteilungsgesellschaft Transgaz am Samstag mit. Zuvor hatten bereits Ungarn und Polen über eine Reduzierung der Gaslieferungen geklagt.

Entgegen den Beteuerungen zum Jahreswechsel kommt es damit im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine nun doch zu Problemen in Europa. In Deutschland waren zunächst keine Probleme zu spüren.

Russland hatte am Neujahrsmorgen wegen des Streits um Lieferbedingungen und Preise seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt. Beide Länder hatten aber zugesichert, weiter Gas für die europäischen Länder einzuspeisen beziehungsweise durch die Pipelines nach Westen weiterzuleiten. Europa bezieht etwa ein Fünftel seines Gases über Leitungen durch die Ukraine. Vor drei Jahren war bei einem ähnlichen Streit zwischen Russland und der Ukraine zeitweise weniger Gas nach Deutschland gelangt.