Gasstreit Russland dreht den Hahn weiter zu
In einem der kältesten Winter seit Jahren eskaliert der Gasstreit zwischen Moskau und der Ukraine. Leidtragende sind andere europäische Länder

© SERGEI SUPINSKY/AFP/Getty Images
Abgesperrt: ein Arbeiter an der Gaspipeline durch die Ukraine
Während die Menschen in weiten Teilen Europas die Heizkörper aufdrehen, hat Russland den Gashahn noch weiter zugesperrt. Am Montag, dem fünften Tag des Konflikts mit der Ukraine, ordnete der russische Ministerpräsident Wladimir Putin an, die Lieferungen weiter zu drosseln. Die Folge: Die Türkei und Bulgarien erhalten seit der Nacht kein russisches Gas mehr. Auch in anderen ost- und mitteleuropäischen Ländern gibt es erhebliche Lieferausfälle. So bekommt etwa Österreich nur noch zehn Prozent der vereinbarten Menge und muss nun auf eigene Reserven zurückgreifen.
Deutschlands wichtigster Gas-Importeur E.ON Ruhrgas erwarte "massive" Einschränkungen bei der deutschen Gasversorgung aus Russland. Es sei damit zu rechnen, dass am zentralen Gasübergabepunkt, der deutschen Grenzstation Waidhaus (Bayern), im Laufe des Dienstags die über die Ukraine transportierten Gasmengen vollständig ausfielen, teilte das Unternehmen mit.
Insgesamt 63,5 Millionen Kubikmeter Gas, das durch eine Pipeline in die Ukraine und von dort weiter Richtung Europa fließt, will Russland einbehalten – ein Sechstel des bisherigen Lieferumfangs. Genau so viel soll die Ukraine nach Angaben des russischen Monopolisten Gasprom seit Beginn des Streits illegal abgezweigt haben.
Nach der neuerlichen Kürzung könnte Gas in Europa wirklich knapp werden. Die EU-Länder decken im Schnitt ein Viertel ihres Verbrauchs mit Importen aus Russland, manche Länder wie Österreich sogar die Hälfte. 80 Prozent davon fließen durch ukrainische Pipelines.
Gasprom-Chef Alexej Miller versprach zwar umgehend, Lieferausfälle an die westliche Kundschaft durch andere Routen, wie die "Blue Stream"-Pipeline durch das Schwarze Meer, oder Leitungen durch Weißrussland auszugleichen. Deren Kapazitäten sind aber deutlich geringer.
Die ukrainische Regierung hatte bereits vor Tagen angekündigt, das Liefervolumen nicht mehr lange aufrechthalten zu können. Russland stelle nicht genug Gas für die Durchleitung zur Verfügung. Acht EU-Länder hatten bereits über Lieferausfälle geklagt. Deutschland blieb bisher verschont, allerdings gibt es erste Berichte über einen kurzfristigen Druckabfall beim Gas-Importeur E.ON Ruhrgas.
Russland wirft der Ukraine Gas-Diebstahl und Vertragsbruch vor und versucht, sich selbst als vertragstreu darzustellen. Mehr als 600 Millionen US-Dollar sei der ukrainische Gas-Versorger Naftogaz noch schuldig, sagte Gasprom-Chef Miller am Montag bei einem Gespräch mit Premier Putin in Moskau. "Und wenn sie weiterhin illegal Gas entnehmen, werden es bald Milliarden sein." Gasprom habe einen gültigen Transitvertrag mit Naftogaz geschlossen. Das ukrainische Staatsunternehmen weigere sich jedoch, den Vertrag zu erfüllen.
- Datum 07.01.2009 - 08:30 Uhr
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wird Macht demonstriert,da bietet sich ein kalter Winter richig dafür an
der Stachel aus den zerfall der Weltmacht sitzt immer noch tief,da macht man mit kleinen Nadelstichen auf sich aufmerksam
Georgien im Sommer,Gazprom im Winter
Was ist daran so schlimm, dass Russland nicht mehr bereit ist, Gas zu verschenken? Was hat es mit Machtdemonstration zu tun?
Russophobie lässt sich heilen, man muss dazu nur bereit sein, seine Augen öffnen und mehr Geschichtsbücher lesen, anstatt Zbigniew Brzeziński.
Was ist daran so schlimm, dass Russland nicht mehr bereit ist, Gas zu verschenken? Was hat es mit Machtdemonstration zu tun?
Russophobie lässt sich heilen, man muss dazu nur bereit sein, seine Augen öffnen und mehr Geschichtsbücher lesen, anstatt Zbigniew Brzeziński.
So, liebe ZEIT-Redaktion.
Herzlichen Dank, daß Sie die Agentur-Informationen auch auf ihrer Webseite wiedergeben!
Würde mich natürlich noch interessieren, ob Ihr zu dem Schlamassel auch eine EIGENE MEINUNG habt.
Was haltet IHR eigentlich davon, daß die Ukraine Gas stiehlt?
Meine Interpretation sieht so aus: Die ukrainischen Politiker haben Eure russophoben Tiraden der letzten Monate so aufgefaßt, daß sie, als NATO-Anwärter und prowestliche Pseudo-Demokratie sich ALLES erlauben und trotzdem auf Eure Zustimmung hoffen dürfen.
(Ihr wißt schon: Euer ewiges Gemotze darüber, daß Russland von der Ukraine nur 250 Dollar statt den Weltmarktpreis von 480 Dollar pro Einheit verlangt und auf diese Weise versucht, politischen Einfluß zu erhalten -- anstatt das Gas, den Nachbarn einfach gratis zu liefern und dabei auf jeden Einfluß zu verzichten)
Bin wirklich gespannt, welche hanebüchenen Argumente Ihr diesmal an den Haaren herbeiziehen werdet, um wieder Russland die schuld zu geben.
Würde mich natürlich noch interessieren, ob Ihr zu dem Schlamassel auch eine EIGENE MEINUNG habt.
die muss erst mit washington, dc abgesprochen werden und braucht daher noch ein paar tage. dieses mal, aufgrund des derzeitigen interregnums, vielleicht ein paar wochen.
aber egal, die willigen konsumenten fressen alles, solange die entsprechenden buzzwords im text vorkommen...
Selten hört man so eine Nüchtern - Vernüftige Meinung in Europa>
Würde mich natürlich noch interessieren, ob Ihr zu dem Schlamassel auch eine EIGENE MEINUNG habt.
die muss erst mit washington, dc abgesprochen werden und braucht daher noch ein paar tage. dieses mal, aufgrund des derzeitigen interregnums, vielleicht ein paar wochen.
aber egal, die willigen konsumenten fressen alles, solange die entsprechenden buzzwords im text vorkommen...
Selten hört man so eine Nüchtern - Vernüftige Meinung in Europa>
Hi @ll
Russland ist sich seiner Macht bewusst und weiss sie auch ein zu setzen.
Möglich ist das nur weil es Genossen gibt (Gazprom Interessen Vertreter Gerhard Schröder nur als Bsp.) die alles und jeden vertreten, es aber unterlassen haben eine EIGENE Energiepolitik zu etablieren. (Absicht?)
Deutschland hat nun mal nur Kohle und genau die werden wir nutzen müssen um eine weitgehende Unabhängigkeit von den Monopolisten zu erreichen.
Es soll sich keiner Illusionen machen, Russland wird weiter an der Preisschraube drehen wenn es das Bedürfnis nach mehr Geld hat.
Zu denken gibt mir auch das die Ukraine keinerlei Bedenken hat den Rest Europas als Faustpfand zu nutzen um seine Verhandlungsposition zu verbessern.
Gruss
Rene
Oder: "Angebot und Nachfrage"?
Deutsche Firmen versuchen auch immer, ihre Ware überall zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen.
Komisch, daß man gerade Euch West-Deutschen diese simple Binsenweisheit mit solchem Nachdruck wiederholen muß.
Aber vielleicht hilft Euch ja die Kälte beim Denken.
Oder: "Angebot und Nachfrage"?
Deutsche Firmen versuchen auch immer, ihre Ware überall zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen.
Komisch, daß man gerade Euch West-Deutschen diese simple Binsenweisheit mit solchem Nachdruck wiederholen muß.
Aber vielleicht hilft Euch ja die Kälte beim Denken.
wie hartnäckig sich die Denkstrukturen des kalten Krieges halten. Kein Artikel, kein Kommentar über wirtschaftliches, politisches oder auch militärisches Verhalten Rußlands, indem nicht massiv die Skepsis an der Veränderungswilligkeit und -fähigkeit dieses Staates und seiner Regierenden mitschwingt. Latent der Vorwurf,einmal anders gewesen zu sein. Schon manisch die Forderung nach immer neuen, oft hahnebüchenen Beweisen für den Vollzug von Wandlungen in Richtung westeuropäischen Denkens und Handelns. Und oft genauso grotesk die Ignoranz gegenüber der Tatsache, dass man es mit Rußland nicht mit einem willfährigen Gebilde ala Georgien oder Polen zu tun hat, sondern mit einem in jeder Hinsicht machtvollen Staatengebilde im kompletten Umbruch. Unterstützung wäre angesagt und nicht Häme.
Die Ukraine kann sich im Windschatten dieser politischen und nachfolgend medialen Einseitigkeit erdreisten, Erpressungsversuche der allerbilligsten Sorte zu inszenieren. Das Ziel, sich in die Gemeinschaft der EU hinein zu intrigieren, um anschließend den "Schutz" des NATO Bündnisses einzufordern ist so offensichtlich, dass einem vor Rührung über all die verrenkungen die Tränen in die Augen treten könnten, wären sie nicht so gefährlich für die Stabilität der Beziehungen zwischen der EU und Rußland und geopolitisch so kontraproduktiv.
...was sich die ukraine da erlaubt. all das gegenüber einem gaskonzern der gerade so von seinen erlösen überleben kann. es ist höchste zeit das wir uns solidarisch zeigen und aus unseren steuergeldern endlich die pipeline durch die ostsee finanzieren.
Oder: "Angebot und Nachfrage"?
Deutsche Firmen versuchen auch immer, ihre Ware überall zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen.
Komisch, daß man gerade Euch West-Deutschen diese simple Binsenweisheit mit solchem Nachdruck wiederholen muß.
Aber vielleicht hilft Euch ja die Kälte beim Denken.
Da stimme ich voll zu: die Zeiten des Voll-gas-gebens sind vorbei ...
Hi @ll
Der Zusammenhang ist mit bekannt und verwundert mich auch nicht im geringsten, nur ist der Tatsachenbestand Energiesicherheit eben nicht so unproblematisch als das man sich da bedingungslos auf den Weltmarkt verlassen kann.
Btw.
Was soll der hämische Unterton?
a)
Ich bin Sachse
und
b)
Es waren und sind die Westdeutschen die einen Grossteil des Haushaltes in Ostdeutschland finanzieren, vielleicht hilft diese Tatsache Ihrem Denkapparat etwas auf die Sprünge.
Gruss
Rene
ist es sogar die pflicht russlands von jedem land den weltmarkt (also den gleichen) preis zu verlangen.
In den internationalen abkommen (GATT jetzt WTO) gibt es ja das sog. meistbeguenstigsten-prinzip. Russland wurde ja schon vor drei jahren von pascal lamy (chef der wto) aufgefordert ex-staatsgebiete nicht mehr zu subventionieren, da das den weltmarkt verzerrt!
Ein niedriger gaspreis fuer z.b. ukraine ist gleichwertig mit exportsubvention - also nach GATT/WTO strikt verboten und nur per ausnahmegenehmigung zulaessig!
Das ist ja auch der grund warum der westen und andere gas-import und transit-laender jetzt wie kinder rumjammern und rumheulen. Man kann russland nichts konkretes vorwerfen. Daher wird rummoralisiert (mitten im kalten winter der armen, armen unkraine den ofen abstellen...)
Das hauptproblem der ukraine sind die inkompetenten politiker und die stete einmischung der ami-politik die mit dem pflanzen vom spalt-pilz (divide et impera) neo-koloniale politik treibt - zum schaden von ukraine, rumaenien, bulgarien, ungarn, ...
Da stimme ich voll zu: die Zeiten des Voll-gas-gebens sind vorbei ...
Hi @ll
Der Zusammenhang ist mit bekannt und verwundert mich auch nicht im geringsten, nur ist der Tatsachenbestand Energiesicherheit eben nicht so unproblematisch als das man sich da bedingungslos auf den Weltmarkt verlassen kann.
Btw.
Was soll der hämische Unterton?
a)
Ich bin Sachse
und
b)
Es waren und sind die Westdeutschen die einen Grossteil des Haushaltes in Ostdeutschland finanzieren, vielleicht hilft diese Tatsache Ihrem Denkapparat etwas auf die Sprünge.
Gruss
Rene
ist es sogar die pflicht russlands von jedem land den weltmarkt (also den gleichen) preis zu verlangen.
In den internationalen abkommen (GATT jetzt WTO) gibt es ja das sog. meistbeguenstigsten-prinzip. Russland wurde ja schon vor drei jahren von pascal lamy (chef der wto) aufgefordert ex-staatsgebiete nicht mehr zu subventionieren, da das den weltmarkt verzerrt!
Ein niedriger gaspreis fuer z.b. ukraine ist gleichwertig mit exportsubvention - also nach GATT/WTO strikt verboten und nur per ausnahmegenehmigung zulaessig!
Das ist ja auch der grund warum der westen und andere gas-import und transit-laender jetzt wie kinder rumjammern und rumheulen. Man kann russland nichts konkretes vorwerfen. Daher wird rummoralisiert (mitten im kalten winter der armen, armen unkraine den ofen abstellen...)
Das hauptproblem der ukraine sind die inkompetenten politiker und die stete einmischung der ami-politik die mit dem pflanzen vom spalt-pilz (divide et impera) neo-koloniale politik treibt - zum schaden von ukraine, rumaenien, bulgarien, ungarn, ...
So langsam wird es gähnend langweilig, Schröder immer wieder in die Pipelineecke zu schieben und ihm Fehler in der Energiepolitik vorzuwerfen. Die 16 Kohljahre hätten eine Energieplattform schaffen müssen!
Und mit der Pipeline ist das so eine Sache - sobald sie gebaut ist und die Energie sicher und ungebremst direkt aus Russland kommt (die deutsch-russische Freundschaft währt immerhin schon 200 Jahre), werden wir Schröder noch als Volksheld zu feiern wissen!
Und wer weiß, welche Anschlussjobs sich für die Folgekanzler finden, vielleicht Beautyfarmdirektor eines deutschrussischen Fashion-Hauses mit Sitz in Moskau (Russischkenntnisse Voraussetzung!)?
Daß Schröder die Machtpolitik erst ermöglicht haben soll, wie der dritte Kommentator behauptet, ist kaum nachvollziehbar und bedarf der Erläuterung.
Christian Reichardt
market access
Luzern Moskau
Was ist daran so schlimm, dass Russland nicht mehr bereit ist, Gas zu verschenken? Was hat es mit Machtdemonstration zu tun?
Russophobie lässt sich heilen, man muss dazu nur bereit sein, seine Augen öffnen und mehr Geschichtsbücher lesen, anstatt Zbigniew Brzeziński.
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