Reaktionen Papst fordert Ende der Kämpfe

Die internationalen Reaktionen auf Israels Bodenoffensive sind sehr unterschiedlich. Während die USA die Hamas verantwortlich machen, attackiert die arabische Liga die EU

Papst Benedikt XVI. rief im Rom zum Ende des Blutvergießens in Gaza auf. Die dramatischen Nachrichten zeigten, "wie sehr die Ablehnung eines Dialogs zu Situationen führt, die unsagbar schwer auf den Bevölkerungen lasten, die so einmal mehr zum Opfer von Hass und Krieg werden", sagte das katholische Kirchenoberhaupt. "Hass und Krieg" führten zu keiner Lösung der Probleme.

Die US-Regierung machte die radikal-islamische Hamas für die eskalierende Gewalt im Gazastreifen verantwortlich und vermied jegliche Kritik am israelischen Vorgehen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Gordon Johndroe, sagte, die US-Regierung stehe in ständigem Kontakt mit der Regierung in Tel Aviv. "Wir drücken weiterhin unsere Besorgnis über die Lage der Zivilisten und die humanitäre Situation aus", sagte Johndroe.

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Russland kündigte an, zur Sondierung der Lage einen Sonderbotschafter in den Nahen Osten zu entsenden. Vize-Außenminister Alexander Saltanow werde noch am Sonntag abreisen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Der Diplomat habe von Präsident Medwedjew den Auftrag erhalten, "Kontakte in Israel, in palästinensischen Gebieten sowie in Damaskus und Amman herzustellen". Moskau sei besorgt über die "fortgesetzte Destabilisierung der Situation im Gazastreifen". Bereits in den vergangenen Tagen hatte Russland mehr als 100 seiner Bürger, darunter viele Frauen und Kinder, aus der Region ausgeflogen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich angesichts der israelischen Bodenoffensive sehr besorgt. "Das rückt die Hoffnung auf eine kurzfristige Einstellung (der Kämpfe) in weite Ferne", sagte Steinmeier in Berlin. Um so dringlicher sei es, "gemeinsam mit allen unseren Partnern daran zu arbeiten, welchen Beitrag die internationale Staatengemeinschaft leisten kann, um die Voraussetzungen für einen Waffenstillstand zu schaffen."

Steinmeier vermied ebenfalls jede Kritik am Vorgehen Israels. Er appellierte an alle Seiten, die Versorgung der Bevölkerung mit dringend benötigten Hilfsgütern zu ermöglichen.

Als Bedingungen für eine Beendigung des Konflikts nannte der SPD-Politiker, die Sicherheit Israels müsse dauerhaft gewährleistet werden. Dazu gehöre nicht nur, dass die Hamas ihren Raketenbeschuss einstelle. Auch der Waffenschmuggel in den Gazastreifen müsse zuverlässig unterbunden werden.

Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert verteidigte die Bodenoffensive als unvermeidbar. Ziel sei es, jene Gebiete zu kontrollieren, aus denen die meisten Raketen auf Israel abgefeuert worden seien. Nach Angaben der Armee seien mehr als 220 Raketen allein in der vergangenen Woche aus diesen Gebieten abgefeuert worden.

Die Arabische Liga kritisierte die Haltung der europäischen Staaten zu der israelischen Offensive scharf. Der Generalsekretär der Liga, Amre Mussa, sagte, er sei entsetzt, dass einige europäische Politiker die Angriffe der israelischen Armee auf die Palästinenser als Selbstverteidigung bezeichnet hätten.

Leser-Kommentare
  1. Dass die Arabische Liga, die eigentlich noch nie etwas getan hat, herumjammert, ist normal.
    Liebe Zeit, nicht nur die böse USA, sondern auch die tschechische EU-Ratspräsidentschaft und nicht zuletzt beide deutschen Regierungsparteien sehen die Schuld bei Hamas, einer Terrororganisation (so ist der EU-Definition seit 2003!)

    Demonstranten: In Passau demonstrierte die NPD mit Palästinafahnen und Pali-Feudel. Warum wird das nicht erwähnt?

    In Düsseldorf hat dagegen die Polizei bei antifaschistischen Gegendemonstranten die Israelfahne verboten.

  2. Wenn der Papst es ernst meint, braucht er nur einige Anruf bei den Amerikaner und bei den Regierungschef der Europäische Staaten und befielt ihnen mehr Druck auf die Israelis zu üben oder ihre Blockade bei der UN aufzugeben. Der wird sich wundern, wie schnell die israelische Aggression beendet

  3. Krieg im Gaza Streifen
    Deutschland hat historisch Schuld auf sich geladen.
    Ist das aber Grund genug vor allen Fakten der Israelischen Politik die Augen zu verschliessen?
    Die Hamas - oft in deutschen Medien als Terroristengruppe bezeichnet-
    ist durch Wahlen an die Macht gekommen.
    Die Abriegelung des Gazastreifens durch Israel ist Terrorismus.
    Ca. 1,5 Millionen Menschen können nicht versorgt werden!
    Dagegen stehen Raketenangriffe von der Hamas, die Opferzahlen werden unwidersprochen mit 4,5 oder 6 Menschen benannt.
    Bis heute sind ca. 400, 500 oder 600 Palestinenser getötet worden.
    Wer war der letzte amerikanische Präsident, der ernsthaft Frieden im Nahen Osten wollte - ich glaube das war Jimmy Carter.
    Und seit dem???
    Ich verlange von meiner Regierung ernsthaft alles für den Frieden in Palestina zu tun.
    Gerade wegen der besonderen Bedeutung der Beziehungen.

  4. Vielleicht wäre es endlich an der Zeit sich zu fragen ob die gewaltsame Teilung des Landes 1947, nicht einer der größten Fehler war die die UNO jemals gemacht hat?

    Die Grenzen wurden nie zufriedenstellend für alle Seiten ausverhandelt. http://de.wikipedia.org/w... (Grenzen und Nachbarstaaten)

    Den armen gequälten Menschen des jüdischen Volkes wurde ein Mitleidsbonus zuteil (2.Weltkrieg) der zu dieser Teilung geführt hat und der meiner Ansicht nach längst verbraucht ist. Inzwischen kann ich als Außenstehender kaum noch einen Unterschied zwischen dem was dem jüdischen Volk im 2. Weltkrieg wiederfahren ist und dem was das israelitische Volk den Palästinensern antut, feststellen. Das mag an der ethischen und sozialen Weiterntwicklung der Menschheit liegen - die scheinbar an manchen spurlos vorübergegangen ist.

    Erst Mal wäre es nötg beiden Seiten die Waffe auf die Brust zu setzen damit Ruhe einkehrt. Dazu kann man Waffenlieferungen unterbinden, Konten sperren, ... . Um es jedoch gerecht zu machen muss verfahren werden wie bei zankenden Kindern. Beide müssen zu gleichen Teilen bestraft - in der Ausübung ihres gegenseitigen Terrors gehindert - werden. Sonst weiß wohl jeder der Geschwister hat aus eigener Erfahrung wie ungerecht behandelt man sich fühlt wenn nur eine Seite bestraft wird. Es hat nie nur einer Schuld.

    Das wäre Aufgabe der UN. Sie hat die Suppe eingebrockt. Sie muss sie auslöffeln. Vetorecht hat nur wer seine Mitgliedsbeiträge bezahlt hat und bei einer Mission die Frieden bringen soll sollte es ein Vetorecht überhaupt nicht geben.

    Zur Kostenrechnung (militärischer Eingriff der UN) könnte eine Abschätzung der Verluste bei Fortgang des Krieges herangezogen werden. Wieviele potentiell außergewöhnliche Menschen (statistisch: Gandhi, Nobel, Einstein, van Gogh, Mozart, ..) werden im momentanen Konflikt getötet? Welche Verluste für die Menschheit (wirtschaftlich, kulturell, sozial,..) ergäben sich daraus? Dieser Betrag soll von den Kriegsparteien als Entschädigung für die Welt erbracht werden und für eine UN-Armee zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zum Irakkrieg hätte hier eine solche Vorgehensweise wenigstens Sinn.

    Weiters sollte global überlegt werden ob Glaubensrichtungen die Tod und Gewalt verherrlichen oder zumindest ihre Mitglieder nicht dazu anhalten gegen ein solches Verhalten vorzugehen (passiver/aktiver Widerstand), nicht besser in den Archiven der Geschichte verschwinden sollten da sie eine Gefahr für die Menschheit darstellen.

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