Insbesondere iranische Offizielle fordern, dass Ägypten sich stärker im Gaza-Streifen engagiere. Der Sprecher des Außenministeriums, Hassan Qashqavi, erklärte am Montag, dass bereits die Geographie Ägypten zu einer aktiveren Rolle verpflichte. Er sagte, dass der Iran nicht mit Israel verhandeln werde. Israel sei kein legitimer Staat sei und müsse wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit am Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden. Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki bot an, ein iranisches Feldhospital auf ägyptischem Boden zu erreichten, um verletzte Zivilisten aus dem Gaza-Streifen behandeln zu können.

Zudem bringt sich der Iran als möglicher Vermittler zwischen den palästinensischen Gruppen ins Spiel: Iranische Offizielle trafen mit Vertretern der Hamas und der Islamischen Jihad Bewegung zusammen, just als Ägypten die Hamas zu Gesprächen in Kairo aufrief.

Andere Staaten waren weniger direkt in ihrer Kritik an Ägypten. Libanons Präsident Michel Suleiman sagte, mehr "arabische Solidarität" sei nötig, um die "tragische Situation" im Gaza-Streifen zu beenden. Er forderte eine Öffnung der Grenze zum Gaza-Streifen, die Ägypten bislang geschlossen hält. Sonst sei es unmöglich, Hilfsmittel in die umkämpfte Region zu bringen.

Ähnlich äußerte sich der syrische Premierminister Mohammed Naji Ottri in der jüngsten Kabinettsitzung: Aufgrund der ägyptischen und israelischen Blockaden der Grenzen könnten Hilfsgüter aus Syrien nicht in den Gaza-Streifen gelangen. Zudem rief Ottri seine Landsleute auf, zugunsten der palästinensischen Bevölkerung zu spenden.

Auch Vertreter der Hamas erklärten, einem Waffenstillstand nur dann zuzustimmen, wenn die Grenzen des Gaza-Streifen geöffnet würden.

Ägypten lehnt es jedoch weiterhin ab, die Grenze zum Gaza-Streifen zu öffnen. In der Financial Times bezeichnete ein hoher Beamter Ägyptens die jüngsten diplomatischen Entwicklungen als ein "übles Spiel" gegen sein Land und sagte, Israel plane, Ägypten durch palästinensische Flüchtlingsströme zu schwächen. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hatte bereits im Dezember die israelische Offensive eine "Falle Israels" genannt. Am Montag erklärte er gegenüber EU-Diplomaten in Sharm el-Sheik, sich weiterhin für eine Waffenruhe im Gaza-Streifen einsetzen zu wollen, die durch UN-Resolutionen unterstützt sei müsse.