Wie die Gesundheitsbehörde am Dienstag in Gaza weiter mitteilte, wurden mehr als 150 weitere Menschen verletzt. Nach Augenzeugenberichten hatten sich die Opfer außerhalb einer UN-Schule im Flüchtlingslager Dschabalija auf einem Spielplatz aufgehalten, als Raketen und Panzergranaten explodiert seien. Die israelische Armee prüft nach Angaben einer Sprecherin die Berichte.

In der Schule des UN-Hilfswerks für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) in dem Flüchtlingslager im nördlichen Gaza-Streifen hatten sich nach Angaben einer UN-Mitarbeiterin zwischen 800 und 1000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die israelische Armee sei informiert gewesen, dass in einigen UN-Schulen Familien untergebracht worden seien, deren Häuser zerstört worden waren, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde. Außerdem habe auf dem Dach eine blaue Fahne der UNRWA geweht.

Nach Augenzeugenzeugenberichten wurde die Schule von Kampfflugzeugen und Panzern angegriffen, nachdem militante Palästinenser aus einem an die Schule grenzenden Gebiet mit Mörsergranaten auf israelische Truppen geschossen hatten. Granatsplitter hätten Löcher in Klassenzimmer gerissen. Schuhe und Kleidungsstücke lägen auf dem Boden verstreut. Überall gebe es Blutlachen. Fenster seien zersplittert.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde handelt es sich um die vierte Schule, die von der israelischen Armee in den vergangenen Tagen angegriffen worden ist. Nach dem bislang tödlichsten Angriff sei die Zahl der palästinensischen Todesopfer seit Beginn der Offensive am 27. Dezember auf über 600 gestiegen. Weitere 2600 Menschen seien verletzt worden.

Israels Armee rückt in Khan Younis ein

Nach Informationen der BBC rückten Bodentruppen in Khan Younis, der zweitgrößten Stadt Gazas im Süden des Landes ein. Bereits in der vergangenen Nacht hatten Augenzeugen von heftigen Gefechten in Wohngebieten am Rande von Gaza-Stadt berichtet. Mehrere Wohnhäuser von Palästinensern seien zerstört worden.

Bei den fortgesetzten israelischen Luftangriffen in der Stadt Gaza wurden nach palästinensischen Angaben mindestens zwölf Mitglieder einer Familie getötet. Zudem seien drei Palästinenser bei einem Luftangriff in einer Schule der Vereinten Nationen (UN) getötet worden. Hunderte von Palästinensern hätten nach heftigen Kämpfen zwischen israelischen Soldaten und Hamas-Kämpfern im nördlichen Gaza-Streifen Zuflucht in der Schule gesucht, sagten Mediziner und UN-Vertreter.

Auf israelischer Seite starben binnen weniger Stunden vier Soldaten, drei von ihnen wurden von eigenen Truppen versehentlich getötet. Israelische Medien berichteten am Dienstag unter Berufung auf Armeeangaben, dass bei den Kämpfen allein am Montag 100 Palästinenser getötet worden seien. Israel lehnt einen Waffenstillstand weiterhin ab, solange Hamas die Möglichkeit zur Wiederbewaffnung habe.