Der Konzern-Chef Steve Jobs war nicht gekommen, so verkündete der Marketingchef Phil Schiller am Dienstag die wenigen Innovationen. Auf ein neues iPhone oder einen neuen Mac Mini warteten die Apple-Anhänger vergebens.

Dennoch gab es Grund zur Freude: Musikdateien sollen im Online-Shop iTunes ohne Kopierschutz verkauft werden und könnten sogar von Geräten abgespielt werden, die nicht aus der Apple-Familie stammen. Jahrelang hatten sich Anwender über Apples exklusives und nutzerunfreundliches Musikvertriebssystem beschwert. Ab sofort seien rund acht Millionen Lieder ohne Beschränkungen durch Digital Rights Management (DRM) verfügbar, sagte Schiller. Künstler aller großen Musikverlage seien an Bord. Zudem können die Plattenfirmen künftig unterschiedliche Preise verlangen. Bislang kosteten alle Stücke einen Dollar – die Industrie hatte auf ein differenziertes Modell gedrängt. In Deutschland wird Musik zwischen 0,69 und 1,29 Euro kosten.

Außerdem wurde auf der Messe eine neue Version des Profi-Notebooks MacBook Pro angekündigt. Das mit 17 Zoll größte Gerät des Herstellers sei leichter und flacher als alle zuvor. Der Akku habe eine Lebensdauer von bis zu fünf Jahren und sei damit leistungsfähiger als die Vorgänger.

Auch die Software wird weiter entwickelt: Das im Multimedia-Paket iLife enthaltene Foto-Programm erkennt künftig Gesichter automatisch und kann so alle Bilder von einer Person per Mausklick anzeigen. Zudem lassen sich Aufnahmen nach geografischen Koordinaten ordnen. Über eine Landkarte wie Google Maps können Nutzer alle Fotos aus der Umgebung suchen. Kameras mit GPS-Funktion wie das iPhone ergänzten solche Daten bereits bei der Aufnahme, betonte Schiller. Die Geocodes können jedoch auch manuell vergeben werden.