Adolf Merckle Das einsame Ende eines allzeit Erfolgreichen

Der Großunternehmer Adolf Merckle nahm sich das Leben, weil er um sein Lebenswerk fürchtete. Er starb so allein, wie er stets geherrscht hatte

Weiler im Westen von Blaubeuren, nahe Ulm. Das ist der Stadtteil, an dessen Rand Wanderer zu parken pflegen, bevor sie sich ein paar Hundert Meter entfernt in die Felsen der Schwäbischen Alb aufmachen. Die Züge von Westen fahren hier in die Stadt hinein. Die Zugreisenden können gar nicht anders, als die ausladenden Fabrikationsanlagen der Firma Ratiopharm ins Auge zu nehmen, jener Firma, die seit Jahrzehnten fest mit dem Namen ihres Gründers und Leiters Adolf Merckle verbunden war.

Nun gibt es den Familienunternehmer Adolf Merckle nicht mehr. Er starb am Montagnachmittag. Ein Bahnmitarbeiter fand die Leiche des 74-Jährigen an den Gleisen vor Weiler, überrollt von einem Zug.

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Hier, wo der passionierte Wanderer Adolf Merckle jeden Stein kannte, hier, von wo aus er an den Wochenenden ausgedehnte Spaziergänge unternahm, suchte der Milliardär den Tod, weil er den drohenden Zusammenbruch seines Familienimperiums infolge der Finanzkrise und einer riesigen Fehlspekulation nicht verkraftete.

Auf den Kieswegen der Alb und in ihren Wäldern fand der Großunternehmer aber schon lange keine Erholung mehr. Zwar war gerade erst von der Rettung seines ins Wanken gekommenen Firmenreichs die Rede gewesen; am Dienstag vergangener Woche noch, als Adolf Merckles Holding VEM Vermögensverwaltung GmbH mitteilte, es sei ein "positives Ergebnis der Verhandlungen mit Banken erreicht" worden. Eine Stundungsvereinbarung über eine Summe von mehr als 400 Millionen Euro an fälligen Krediten war da unterzeichnet worden, damit in größerer Ruhe über die Zukunft des Merckle’schen Firmengeflechts nachgedacht werden könne.

Doch was war das für eine Rettung in den Augen von Adolf Merckle? Zeit seines Lebens war er gewohnt, Geschäftsbedingungen in oft autokratischer Weise selbst zu diktieren – bis zu den unseligen Tagen, da er sich mit dem kreditfinanzierten Kauf eines britischen Konkurrenten seines Unternehmens HeidelCement verhob, und bis er in der Folge davon weitere Hunderte Millionen Euro verspekulierte, weil er mit seinem Privatvermögen irrtümlich auf fallende Kurse bei VW-Aktien gesetzt hatte.

Offiziell wollte es niemand sagen, doch es war klar, dass die Banken Merckles Kredite zur Jahreswende nur unter der Bedingung stundeten, dass der Milliardär die Kontrolle über Ratiopharm, den Arzneigroßhändler Phoenix und den Baustoffkonzern HeidelCement abgab. Ratiopharm und Phoenix waren die Perlen des von ihm aufgebauten Konglomerats. Aufgrund ihrer Marktstellung sind sie so etwas wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Die nervösen Banken aber forderten von Merckle so schnell wie möglich den Verkauf jener Unternehmen, deren Erträge ihn wohl hätten retten können, wenn es keine Finanzkrise gäbe.

Leser-Kommentare
  1. ...reichte das offenbar "nicht", muss es doch wohl im vorletzten Satz heißen, oder? Vielleicht ist der Fehler ja ein Zeichen dafür, dass der Autor Schwierigkeiten hat, sich in Merkler hineinzuversetzen. Tja, was für den einen - wohl die meisten - ein Königreich wäre, ist für andere die Hölle.

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    Der Mann hieß Merckle, nicht "Merkler". - Ist auch dies ein Zeichen, daß der Kommentator Schwierigkeiten hat, sich diesen Namen zu merken?

    Der Mann hieß Merckle, nicht "Merkler". - Ist auch dies ein Zeichen, daß der Kommentator Schwierigkeiten hat, sich diesen Namen zu merken?

  2. Der Mann hieß Merckle, nicht "Merkler". - Ist auch dies ein Zeichen, daß der Kommentator Schwierigkeiten hat, sich diesen Namen zu merken?

    • Anonym
    • 07.01.2009 um 12:04 Uhr

    Wie manche Leute es wagen, über einen Menschen nach seinem Tode urteilen zu müssen, ist mir unbegreiflich. Gibt es denn keinen Anstand mehr?

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    • wll
    • 07.01.2009 um 12:24 Uhr

    ist das Schicksal von Herrn Merckle traurig und tragisch. Es ist mit Sicherheit schmerzhaft und bitter, wenn das Lebenswerk mehrerer Generationen am Rand des Zusammenbruchs steht.

    Man sollte aber eben nicht vergessen, dass er sich selbst in diese Situation gebracht hat und eben nicht unschuldiges Opfer sinistrer Mächte wurde.

    Er hat in seinem Expansionsdrang jegliche kaufmännische Vorsicht ausser Acht gelassen und wilde Börsenspekulationen grossen Ausmasses getätigt. Das sind nun einmal unbestreitbare Fakten, die man IMHO auch klar benennen kann, ohne den gebotenen Anstand zu verletzen. Man denke nur an die 100.000 Angestellten seiner Firmen, die jetzt gehörig Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen. Wo war sein Mitgefühl gegenüber diesen von ihm als Arbeitgeber Abhängigen, als er seine und ihre Existenz mit seiner Zockerei aufs Spiel gesetzt hat. Ein echter "Unternehmer", wie ich diesen Begriff verstehe, handelt nicht so.

    Soll man jetzt etwa aus falsch verstandener Pietät über das krasse Fehlverhalten Merckles gnädig den Mantel des Schweigens und Vergessens breiten? Ich meine nein. Für die verbliebenen 100.000 Opfer der Fehlspekulation und der Misswirtschaft ist die Sache vermutlich auf Jahre hinaus noch nicht ausgestanden. Wahrscheinlich dürfen sie die Malaise mittels Lohndrückerei oder Arbeitslosigkeit mit ausbaden - obwohl sie dafür absolut nichts können.

    • Anonym
    • 07.01.2009 um 16:42 Uhr

    Damit hat's meiner Meinung nach nichts zu tun. Sondern mit purer Kälte, mangel jeglicher normalster menschlicher Empathie, reinem bitteren Zynismus. So ist unsere Gesellschaft. Klar, wer im Abendprogramm mal eben schnell weiterschaltet wenn eine Hilfsorganisation um Spenden wirbt mit Bildern von verhungernden Kindern in Afrika die apathisch die Augen halb geöffnet haben wo die Fliegen drauf rumkrabbeln für den ist so ein Selbstmord eines alten reichen Mannes doch nur eine Lapalie.
    Reiche sind nicht mehr wert als jeder andere Bürger, aber mit Sicherheit auch nicht weniger.
    Es geht hier nicht um eine Charakterprüfung, wobei ich mir dies als jemand der bis zu dieser Meldung weder jemals von Merckle gehört hat geschweige ihn persönlich kannte dies so und so nicht anmaßen würde. Aber es gibt ja auch über jegliche Politiker und andere Figuren des öffentlichen Lebens die dreistesten Meinungsäußerungen von Leuten die ihr Lebtag diese Person noch nicht auch nur eine Sekunde gesprochen haben sondern eben wie fast alle von uns alle Information aus der Berichterstattung beziehen (ironischerweise sind es oft die selben Leute die immer über Medienverdummung und Unterschichtenfernsehen schwadronieren, dem aber selbst total auf den Leim gehen).

    Unbegreiflich ist es mir also nicht, es ist nur entlarvend und menschlich enttäuschend. Wie sich erst seine Familie fühlen muss..

    Immer draufhauen, immer nur draufhauen, bäm bäm bäm..

    • wll
    • 07.01.2009 um 12:24 Uhr

    ist das Schicksal von Herrn Merckle traurig und tragisch. Es ist mit Sicherheit schmerzhaft und bitter, wenn das Lebenswerk mehrerer Generationen am Rand des Zusammenbruchs steht.

    Man sollte aber eben nicht vergessen, dass er sich selbst in diese Situation gebracht hat und eben nicht unschuldiges Opfer sinistrer Mächte wurde.

    Er hat in seinem Expansionsdrang jegliche kaufmännische Vorsicht ausser Acht gelassen und wilde Börsenspekulationen grossen Ausmasses getätigt. Das sind nun einmal unbestreitbare Fakten, die man IMHO auch klar benennen kann, ohne den gebotenen Anstand zu verletzen. Man denke nur an die 100.000 Angestellten seiner Firmen, die jetzt gehörig Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen. Wo war sein Mitgefühl gegenüber diesen von ihm als Arbeitgeber Abhängigen, als er seine und ihre Existenz mit seiner Zockerei aufs Spiel gesetzt hat. Ein echter "Unternehmer", wie ich diesen Begriff verstehe, handelt nicht so.

    Soll man jetzt etwa aus falsch verstandener Pietät über das krasse Fehlverhalten Merckles gnädig den Mantel des Schweigens und Vergessens breiten? Ich meine nein. Für die verbliebenen 100.000 Opfer der Fehlspekulation und der Misswirtschaft ist die Sache vermutlich auf Jahre hinaus noch nicht ausgestanden. Wahrscheinlich dürfen sie die Malaise mittels Lohndrückerei oder Arbeitslosigkeit mit ausbaden - obwohl sie dafür absolut nichts können.

    • Anonym
    • 07.01.2009 um 16:42 Uhr

    Damit hat's meiner Meinung nach nichts zu tun. Sondern mit purer Kälte, mangel jeglicher normalster menschlicher Empathie, reinem bitteren Zynismus. So ist unsere Gesellschaft. Klar, wer im Abendprogramm mal eben schnell weiterschaltet wenn eine Hilfsorganisation um Spenden wirbt mit Bildern von verhungernden Kindern in Afrika die apathisch die Augen halb geöffnet haben wo die Fliegen drauf rumkrabbeln für den ist so ein Selbstmord eines alten reichen Mannes doch nur eine Lapalie.
    Reiche sind nicht mehr wert als jeder andere Bürger, aber mit Sicherheit auch nicht weniger.
    Es geht hier nicht um eine Charakterprüfung, wobei ich mir dies als jemand der bis zu dieser Meldung weder jemals von Merckle gehört hat geschweige ihn persönlich kannte dies so und so nicht anmaßen würde. Aber es gibt ja auch über jegliche Politiker und andere Figuren des öffentlichen Lebens die dreistesten Meinungsäußerungen von Leuten die ihr Lebtag diese Person noch nicht auch nur eine Sekunde gesprochen haben sondern eben wie fast alle von uns alle Information aus der Berichterstattung beziehen (ironischerweise sind es oft die selben Leute die immer über Medienverdummung und Unterschichtenfernsehen schwadronieren, dem aber selbst total auf den Leim gehen).

    Unbegreiflich ist es mir also nicht, es ist nur entlarvend und menschlich enttäuschend. Wie sich erst seine Familie fühlen muss..

    Immer draufhauen, immer nur draufhauen, bäm bäm bäm..

    • wll
    • 07.01.2009 um 12:06 Uhr

    "Seine Bitte um eine Landesbürgschaft an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, der ihm 2005 noch das Bundesverdienstkreuz überreicht hatte, wurde nicht nur abgewiesen, sondern als unverschämter Bittgang eines Börsenzockers öffentlich gemacht."

    das war es ja im Grunde genommen auch. Oder bekommt man neuerdings auch als Normalbürger eine Staatsbürgschaft, wenn man sich in der Spielbank oder an der Börse verzockt hat und die Bank einem jetzt das Häuschen versteigern will?

    Das Kernproblem des Merckle'schen Imperiums war weniger die Finanzkrise - diese hat den Stein letztlich nur ins Rollen gebracht. Der Hauptgrund für das Desaster war vielmehr, dass Herr Merckle einen grossen Teil seiner Expansionen nicht aus eigenem Kapital sondern über Kredite finanziert hat. Diese immer exzessivere Fremdfinanzierung hat zu einer massiven Ver-, wenn nicht gar Überschuldung seines Firmenkonglomerats geführt. Hinzu kamen seine extrem waghalsigen Börsenspekulationen, die zu Verlusten in Höhe mehrerer hundert Millionen Euro führten. Hier noch von gesundem "Unternehmertum" zu sprechen, ist m. E. schon aberwitzig. Ein solches Geschäftsgebaren ist Casinokapitalismus in Reinkultur. Es ist IMHO absolut legitim, dass die Banken einem solchen Zocker zur Risikobegrenzung das Heft aus der Hand nehmen. Nicht zuletzt dient dies durchaus auch dem Schutz der Belegschaften. Auch bei einer etwaigen staatlichen Inetrvention zur Rettung bedrohter Arbeitsplätze würde ich das als Minimalbedingung erwarten.

    Die Finanzkrise hat dann durch die massive Entwertung der als Sicherheiten begebenen Wertpapiere und der folgenden Nachschussforderungen der Banken das Kartenhaus zum Einstürzen gebracht. Doch auch ohne diese Fremdeinwirkungen war durch die massive Verschuldung des Konzerns mittelfristig ein zusätzlicher Finanzbedarf wahrscheinlich, d. h. der Zusammenbruch hätte durchaus auch so erfolgen können. Merckle als blosses Opfer der Finanzkrise hochzustilisieren greift also zu kurz.

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    • Anonym
    • 07.01.2009 um 12:20 Uhr

    für die Erinnerung an "verdrängte" Realitäten.
    Mein Mitleid mit dem Selbstmörder hält sich auch in Grenzen! Mir tun viel mehr die vielen Tausend Mitarbeiter der diversen Unternehmen leid. Sie werden nun wohl durch - von niemandem kontrollierte und wohl auch eigenmächtig, mit leicht größenwahnsinnigem Touch, in grenzenloser Gier, durchgeführte - Spekualationen eines "Zockers" ihre Existenz verlieren.

    Knüppel

    • Vaust
    • 07.01.2009 um 12:31 Uhr

    ...weitgehend zustimmen.

    Verständnis habe ich auch für den Kommentar #4, allerdings muss es auch erlaubt sein, öffentlich über diesen Suicid, seine Ursachen, seine Auswirkungen etc. öffentlich nachzudenken.

    Der sehr milde Ton des Artikels von Herrn Bässler hat evtl. auch etwas damit zu tun, dass die Firmengruppe des Verstorbenen über sehr hohe Werbebudgets verügt, die aus der Sicht eines Zeitungs/Zeitschriftenverlags nicht ganz uninteressant sind

    • tom310
    • 07.01.2009 um 13:49 Uhr

    Nicht nur Merckles schuldenfinanziertes Lebenswerk ist an der Finanzkrise gescheitert. Die Finanzkrise selbst basiert auf dem Zusammenbruch eines auf Pump finanzierten Systems. Somit ist Merckle nicht nur Opfer, sondern auch Täter.

    Viel trauriger finde ich allerdings, dass in Deutschland jetzt ein weiterer Zugführer mit dem Selbstmord eines anderen leben muss.

    • Anonym
    • 07.01.2009 um 12:20 Uhr

    für die Erinnerung an "verdrängte" Realitäten.
    Mein Mitleid mit dem Selbstmörder hält sich auch in Grenzen! Mir tun viel mehr die vielen Tausend Mitarbeiter der diversen Unternehmen leid. Sie werden nun wohl durch - von niemandem kontrollierte und wohl auch eigenmächtig, mit leicht größenwahnsinnigem Touch, in grenzenloser Gier, durchgeführte - Spekualationen eines "Zockers" ihre Existenz verlieren.

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    • Vaust
    • 07.01.2009 um 12:31 Uhr

    ...weitgehend zustimmen.

    Verständnis habe ich auch für den Kommentar #4, allerdings muss es auch erlaubt sein, öffentlich über diesen Suicid, seine Ursachen, seine Auswirkungen etc. öffentlich nachzudenken.

    Der sehr milde Ton des Artikels von Herrn Bässler hat evtl. auch etwas damit zu tun, dass die Firmengruppe des Verstorbenen über sehr hohe Werbebudgets verügt, die aus der Sicht eines Zeitungs/Zeitschriftenverlags nicht ganz uninteressant sind

    • tom310
    • 07.01.2009 um 13:49 Uhr

    Nicht nur Merckles schuldenfinanziertes Lebenswerk ist an der Finanzkrise gescheitert. Die Finanzkrise selbst basiert auf dem Zusammenbruch eines auf Pump finanzierten Systems. Somit ist Merckle nicht nur Opfer, sondern auch Täter.

    Viel trauriger finde ich allerdings, dass in Deutschland jetzt ein weiterer Zugführer mit dem Selbstmord eines anderen leben muss.

    • Anonym
    • 07.01.2009 um 12:20 Uhr

    für die Erinnerung an "verdrängte" Realitäten.
    Mein Mitleid mit dem Selbstmörder hält sich auch in Grenzen! Mir tun viel mehr die vielen Tausend Mitarbeiter der diversen Unternehmen leid. Sie werden nun wohl durch - von niemandem kontrollierte und wohl auch eigenmächtig, mit leicht größenwahnsinnigem Touch, in grenzenloser Gier, durchgeführte - Spekualationen eines "Zockers" ihre Existenz verlieren.

    Knüppel

    Antwort auf "Und genau..."
    • wll
    • 07.01.2009 um 12:24 Uhr

    ist das Schicksal von Herrn Merckle traurig und tragisch. Es ist mit Sicherheit schmerzhaft und bitter, wenn das Lebenswerk mehrerer Generationen am Rand des Zusammenbruchs steht.

    Man sollte aber eben nicht vergessen, dass er sich selbst in diese Situation gebracht hat und eben nicht unschuldiges Opfer sinistrer Mächte wurde.

    Er hat in seinem Expansionsdrang jegliche kaufmännische Vorsicht ausser Acht gelassen und wilde Börsenspekulationen grossen Ausmasses getätigt. Das sind nun einmal unbestreitbare Fakten, die man IMHO auch klar benennen kann, ohne den gebotenen Anstand zu verletzen. Man denke nur an die 100.000 Angestellten seiner Firmen, die jetzt gehörig Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen. Wo war sein Mitgefühl gegenüber diesen von ihm als Arbeitgeber Abhängigen, als er seine und ihre Existenz mit seiner Zockerei aufs Spiel gesetzt hat. Ein echter "Unternehmer", wie ich diesen Begriff verstehe, handelt nicht so.

    Soll man jetzt etwa aus falsch verstandener Pietät über das krasse Fehlverhalten Merckles gnädig den Mantel des Schweigens und Vergessens breiten? Ich meine nein. Für die verbliebenen 100.000 Opfer der Fehlspekulation und der Misswirtschaft ist die Sache vermutlich auf Jahre hinaus noch nicht ausgestanden. Wahrscheinlich dürfen sie die Malaise mittels Lohndrückerei oder Arbeitslosigkeit mit ausbaden - obwohl sie dafür absolut nichts können.

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    • Anonym
    • 07.01.2009 um 14:26 Uhr

    "Man sollte aber eben nicht vergessen, dass er sich selbst in diese Situation gebracht hat und eben nicht unschuldiges Opfer sinistrer Mächte wurde. "

    Man sollte aber eben nicht vergessen, dass wir hier von einem Menschen sprechen! Ja, er hat viel Geld, na und? Ja, er hatte seine Fehler, na und? Wer hat die nicht!

    Wie klein muss man sein, um hinter einem Namen nur noch Geldscheine zu sehen, bloß weil dieses Inidivuum beruflichen Erfolg hatte. Wir sprechen hier nicht von einem Verbrecher, sondern von einem Menschen, der unglaublich viel für Baden-Württemberg und ganz Deutschland geleistet, dem diese 100.000en, von denen Sie sprechen, überhaupt erst die Möglichkeit gegeben hat, Jobs zu haben.
    Soll man sich nun davor fürchten, erfolgreich zu sein? Ist es das? Ist es soweit gekommen, dass wir lieber alle arm und mittellos bleiben, weil wir uns davor fürchten, wie andere reagieren, wenn wir reicher sind, als sie?

    Was am Ende bestehen bleibt, ist der Mensch Adolf Merkle. Und der ist tot.

    Salus Publica Suprema Lex

    • Anonym
    • 07.01.2009 um 14:26 Uhr

    "Man sollte aber eben nicht vergessen, dass er sich selbst in diese Situation gebracht hat und eben nicht unschuldiges Opfer sinistrer Mächte wurde. "

    Man sollte aber eben nicht vergessen, dass wir hier von einem Menschen sprechen! Ja, er hat viel Geld, na und? Ja, er hatte seine Fehler, na und? Wer hat die nicht!

    Wie klein muss man sein, um hinter einem Namen nur noch Geldscheine zu sehen, bloß weil dieses Inidivuum beruflichen Erfolg hatte. Wir sprechen hier nicht von einem Verbrecher, sondern von einem Menschen, der unglaublich viel für Baden-Württemberg und ganz Deutschland geleistet, dem diese 100.000en, von denen Sie sprechen, überhaupt erst die Möglichkeit gegeben hat, Jobs zu haben.
    Soll man sich nun davor fürchten, erfolgreich zu sein? Ist es das? Ist es soweit gekommen, dass wir lieber alle arm und mittellos bleiben, weil wir uns davor fürchten, wie andere reagieren, wenn wir reicher sind, als sie?

    Was am Ende bestehen bleibt, ist der Mensch Adolf Merkle. Und der ist tot.

    Salus Publica Suprema Lex

    • Vaust
    • 07.01.2009 um 12:31 Uhr

    ...weitgehend zustimmen.

    Verständnis habe ich auch für den Kommentar #4, allerdings muss es auch erlaubt sein, öffentlich über diesen Suicid, seine Ursachen, seine Auswirkungen etc. öffentlich nachzudenken.

    Der sehr milde Ton des Artikels von Herrn Bässler hat evtl. auch etwas damit zu tun, dass die Firmengruppe des Verstorbenen über sehr hohe Werbebudgets verügt, die aus der Sicht eines Zeitungs/Zeitschriftenverlags nicht ganz uninteressant sind

    Antwort auf "Und genau..."
    • eohs
    • 07.01.2009 um 12:33 Uhr

    Ich finde es unglaublich, dass so ein Alleinherrscher, wie er ja wohl einer war, einfach die Verantwortung abgibt und davon ausgeht, dass es die anderen schon richten werden. So eine Verantwortungslosigkeit seinen Mitmenschen gegenüber hat er dann wohl viele Jahre an den Tag gelegt (Gewinne brav privatisiert, für die Verluste dann das Land anpumpen, super!!).
    (entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)

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