In die gepflegte Kaffeebar gehören Mix-CDs wie Espressomaschine und Milchaufschäumer. Die Scheiben heißen Café del Mar, Erotic Moments In House und Buddha Lounge. Sie dudeln im Hintergrund und versüßen den Latte macchiato.

Jede Woche erscheinen neue Auskoppelungen und Reihen, mittlerweile verteilen sie sich in Musikgeschäften über ganze Regalwände. DJs mischen ihre Lieder nicht mehr ausschließlich für den Club. Sie ziehen in die Erlebnisgastronomie oder das Modegeschäft. Denn auf einem homogenen Klangteppich sitzt, spaziert und konsumiert es sich gut.

TripHop oder Drum'n'Bass sind als Dauerberieselung gefragt, und viele Plattenfirmen haben es sich in der Nische neben dem Lounge-Publikum bequem gemacht. Sie veröffentlichen CD-Serien, die genau auf die Bedürfnisse der Kauf- und Kaffeehäuser abgestimmt ist. Musik als Möbelstück, wie es der Komponist Erik Satie schon 1920 nannte.

Dass es auch anders geht, bewies der norwegische Musiker Erlend Øye vor vier Jahren mit seinem Mix DJ Kicks. Er stellte auf der Platte seine Lieblingslieder vor, sang und moderierte zwischendurch wie ein Discjockey alter Schule. Seine Mix-CD musste sich nicht hinter einem regulären Album verstecken und setzte neue Maßstäbe.