Steuer-Streit Müntefering gibt nach

Die SPD lehnt eine Steuerentlastung der Bürger nicht mehr entschieden ab. Mit ihrem Einlenken hofft sie, die Union beim Senken von Sozialabgaben auf Kompromisskurs zu zwingen.

Die SPD zeigt sich im Streit um Steuersenkungen mit der Union kompromissbereit. "Wenn die Union das aus neurotischen Gründen nicht anders will, muss man das halt machen", sagte Parteichef Franz Müntefering im ARD-Fernsehen. Die SPD will dem Koalitionspartner dafür an anderer Stelle Zugeständnisse abhandeln. "Die anderen werden auch Kompromisse machen müssen."

Dies kann etwa die von der SPD verlangte Abgabensenkung sein. Die nützt aus Sicht der Sozialdemokraten auch Geringverdienern, die gar keine Steuern zahlen. Das energische Verlangen der Union nach Steuersenkungen verspottete der SPD-Chef als Ergebnis psychischer Störungen. "Die Neurosen, die dort ausgetragen werden, werden wir ertragen müssen." Bisher wehrten sich die Sozialdemokraten vehement gegen jegliche Entlastungen der Steuerzahler. Sie halten für unverantwortlich, dem Staat in der Krise dringend benötigtes Geld zu entziehen. SPD-Vize und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hatte am Wochenende sogar einen befristeten Steuerzuschlag für Vielverdiener verlangt.

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Dem entgegen steht die Forderung der CSU, die so genannte kalte Progression abzumildern, ein Effekt der Steuerkurve, der die Mittelschicht besonders belastet. Die Christsozialen machen davon nun sogar ihre Zustimmung zu dem geplanten, zweiten Konjunktur-Hilfspaket der Bundesregierung abhängig.

An einem Punkt waren sich Union und SPD schon in einer Koalitionsrunde am Montagabend einig geworden: Der Steuer-Grundfreibetrag soll um 300 bis 400 Euro erhöht werden. Wer jährlich weniger als etwa 8000 Euro verdient, muss demnach künftig gar keine Einkommenssteuer mehr zahlen.  

Leser-Kommentare
  1. schickt den Müntefering in Rente. Er hat den SPD Laster (nach Beck) nicht aus den Dreck ziehen können. Mit Schlagworten alleine ist es nicht getan.

  2. eigentlich keine Dumpfbacke, ist inzwischen der Überzeugung, dass böswillige Aliens unsere Politiker manipulieren, um die Gesellschaften in den Abgrund zu führen. Er ist nicht davon abzubringen, dass ansonsten die Handlungen unserer Politiker nicht mehr zu erklären sind.
    Wie der Artikel zeigt, sind Teile der Regierungsparteien schon von der Geisteskrankheit anderer Parteien überzeugt --trotzdem werden sie das Spiel mitspielen.
    Nunja, wir sind ja seit langem geisteskranke Politik von allen Seiten gewohnt.

    • Piepe
    • 07.01.2009 um 18:21 Uhr

    Sehr geehrter Herr Minister Glos sehr Herr Müntefering,

    im letzten Bundeswahlkampf haben Sie Herrn Kirchhoff unterstützt. Der wollte einen Steuersatz von 25%.
    Ich habe errechnet das ich bei einem Steuersatz von 25% und einem Jahresbrutto von 52000 Euro.
    13000 Euro brutto.
    Jetzt zahle ich 12.157,00. Ledig keine Kinder.
    Werde ich wenn die CDU/CSU und die FDP die Wahlen gewinnen, wieder mehr Steuern bezahlen müssen?
    Die Medien sind qualitativ schlecht geworden Unglaublich.
    Nicht mehr der geringste gesunde Menschenverstand. Nirgendwo.
    Jeder kann das im Netto/Brutto Rechner recherchieren.

    • keox
    • 08.01.2009 um 20:11 Uhr

    "Durch die Aufnahme neuer Kredite droht eine Grundgesetzverletzung, die er nur vermeiden kann, indem er formal die Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts erklärt."

    Mit Grundgesetzverletzungen kann die spd doch prima umgehen.

    Rolle der Bundeswehr, Bürgerrechte, Sozialstaatsgebot, Terrorgesetze, informationelle Selbstbestimmung... die Liste ist lang.

    Was für eine Partei.

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