Offenbar hielten sich die Rosadas , wie Forscher die pinken Reptilien vorläufig tauften, gut versteckt. Sogar Charles Darwin entgingen die Leguane, als er 1835 Pflanzen und Tiere auf den Pazifikinseln beobachtete und über seine weltberühmte Evolutionstheorie sinnierte.

Bislang waren nur zwei Arten der Landleguane bekannt, nämlich die gelb gefärbten Drusenköpfe. Darwin beschrieb die Tiere als "hässlich" und  "dümmliche Erscheinung". Der Rosada , was im Spanischen rosenrot heißt, ist nun die dritte Art. Davon sind die Forscher um Gabriele Gentile von der Universitá Tor Vergata in Rom überzeugt. Eine Genanalyse beweise, dass der Rosada sich deutlich von den Drusenköpfen unterscheide, schreiben die Forscher in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften.

Auch Verhalten und Aussehen der Rosadas unterscheiden sich von den bekannten Landleguanen. Leguane verteidigen ihr Territorium und buhlen um ihre Partner mit einem charakteristischen Kopfnicken. Diese Eigenart sei bei den Rosadas viel ausgeprägter als bei ihren gelblichen Verwandten, sagen die Forscher. Zudem sei der Scheitelkamm der Echsenarten unterschiedlich geformt.

Das Erbgut der Tiere lässt erkennen, dass sich die Entwicklungspfade der drei Landleguanarten bereits vor etwa 5,7 Millionen Jahren getrennt haben. Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass sich die Drusenköpfe frühestens vor 1,8 Millionen Jahren auseinander entwickelt haben – während des Erdzeitalters, das als Pleistozän bekannt ist. Damals gingen die einen an Land, und die anderen blieben im Wasser.