Wenn sich am Dienstag der US-Kongress zu seiner ersten Sitzung nach der Wahl vom 4. November versammelt, lastet hoher Erwartungsdruck auf den Abgeordneten. Der künftige US-Präsident Barack Obama hat ein Programm zur Stützung der Wirtschaft entworfen, das dem Parlament in den nächsten Wochen Großes abverlangt: Es soll eine dreistellige Milliardensumme möglichst schnell so verteilen, dass Steuererleichterungen und Wirtschaftshilfen größtmögliche Wirkung erzielen.

Ein erstes Konjunkturpaket der US-Regierung im vergangenen Jahr konnte die Wirtschaftskrise nicht beenden. Mit jedem Tag, den die Politik in diesen Wochen ungenutzt verstreichen lässt, verschärft sich die Rezession in den USA.

Obama will die Zeit bis zu seinem Amtsantritt am 20. Januar möglichst wirksam nutzen, wie er am Ende seines ersten Arbeitstags nach dem Umzug seiner Familie nach Washington deutlich machte. "Es ist klar, dass wir handeln müssen und das jetzt, um dieser Krise zu begegnen und der Rezession ihren Schwung zu nehmen", mahnte er nach einem Gespräch mit führenden Kongressmitgliedern von Demokraten und Republikanern.

500.000 Jobs weniger

Neue Zahlen zur Wirtschaftslage bestätigen ihn: Beobachter  gehen davon aus, dass das US-Arbeitsministerium am Freitag den Verlust weiterer 500.000 Stellen im Dezember bekannt geben wird, im Vorjahrsvergleich entspricht dies einem Minus von etwa 2,5 Millionen. Die Autobranche trägt die Hauptlast der Krise: Einen Neuwagen kauften 2008 so wenige US-Amerikaner wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Die von Obama angestrebten Hilfs- und Stützungsmaßnahmen summieren sich derzeit auf etwa 775 Milliarden Dollar (rund 570 Milliarden Euro). Wie US-Medien berichteten, kann das Volumen auf bis zu eine Billion Dollar anwachsen. Innerhalb von zwei Jahren sollen drei Millionen neue Arbeitsplätze entstehen oder bestehende Jobs gesichert werden. Der Großteil des Geldes ist für Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau von Straßen und Brücken vorgesehen.