CSU, SPD und Grüne beraten bei den Klausurtagungen über ihre Wahlkampfstrategien. Ein weiteres Schwerpunktthema der Treffen in Wildbad Kreuth, Berlin und Wiesbaden wird das zweite Milliarden-Konjunkturpaket der Bundesregierung sein. Die CSU will weiter Druck für Steuersenkungen machen.

Nach dem Einlenken der CDU zeigten sich die Christsozialen überzeugt, dass auch die SPD in den laufenden Verhandlungen zum Kompromiss bereit ist. "Steuersenkungen werden Bestandteil des Konjunkturpakets sein", sagte der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer. Er sagte, seine Partei werde klarmachen, dass für sie "der absolute Schwerpunkt des Konjunkturpakets in der Steuer- und Abgabensenkung liegt".

Das Treffen der Landesgruppe gilt auch als Bewährungsprobe für die neu formierte CSU-Führung mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer an der Spitze. Seehofer wird die Tagung in Wildbad Kreuth mit einem politischen Bericht eröffnen.

Fast zur gleichen Zeit kommt das SPD-Präsidium im Willy-Brandt-Haus in Berlin zusammen. Die Runde wird am Donnerstag um den Vorstand erweitert. Bei den Sozialdemokraten soll es insbesondere um die Strategie für das Wahljahr gehen, das mit der Hessen-Wahl am 18.  Januar beginnt. Im Mai und Juni folgen die Wahl des Bundespräsidenten und des Europaparlaments. Höhepunkt wird dann die Bundestagswahl am 27. September sein.

Mit Blick auf die Hessen-Wahl trifft sich der Parteivorstand der Grünen zu seiner zweitägigen Klausur in Wiesbaden. Die Grünen wollen sich dabei mit einem eigenen ökologisch-sozialen Investitionsprogramm von der Koalition abgrenzen und ihre inhaltliche Eigenständigkeit in den anstehenden Wahlkämpfen herausstreichen. "Wir werden unseren Kompass deutlich machen", ließ Parteichefin Claudia Roth im Vorfeld verlauten.

Die CSU will vor der Europawahl am 7. Juni auch ihr europäisches Profil schärfen. Sie tritt dort mit einem eigenen Wahlprogramm an. Als Gast wird bei der dreitägigen Klausur in Kreuth der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, erwartet.