Protest in Passau Festnahmen bei beiden Kundgebungen
In Passau sind aus Protest gegen einen Aufmarsch von Neonazis mehr als 1000 Menschen auf die Straße gegangen. Die 150 Rechtsextremen dürfen bis zum Abend demonstrieren
Ein Polizeisprecher sagte, mehrere Teilnehmer sowohl der Kundgebung als auch der Gegner seien festgenommen worden, weil bei ihnen gefährliche Gegenstände gefunden worden seien.
Die Demonstration gegen Rechts richtete sich gegen den Aufmarsch von Neonazis vor dem Passauer Polizeigebäude. Die Neonazis wollen dagegen demonstrieren, dass nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl vor drei Wochen der Täter in der rechten Szene gesucht wird. Die Polizei hat rund 1000 Beamte aus ganz Bayern im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern.
Am frühen Nachmittag versammelten sich nach Polizeiangaben rund 150 Teilnehmer der Neonazi-Demonstration in der Innenstadt. Ihre Kundgebung unter dem Motto "Gegen polizeiliche Willkür und Medienhetze" sehe auch einen Marsch durch Teile der Stadt vor und sei bis zum Abend genehmigt.
Um den Aufmarsch der Neonazis hatte es bis zuletzt ein juristisches Tauziehen gegeben. Nachdem die Stadt Passau die Neonazi-Versammlung wegen einer möglichen Verunglimpfung von Mannichl verboten hatte, ließen am Freitag das Verwaltungsgericht in Regensburg und danach auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München die Versammlung zu.
Der Veranstalter erhielt von den Gerichten allerdings strenge Auflagen, vor allem um zu vermeiden, dass das Anschlagsopfer Alois Mannichl verhöhnt wird.
- Datum 05.01.2009 - 14:33 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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