Simbabwe Regierung will über Cholera aufklären

Die Epidemie hat bereits mehr als 1.700 Menschen getötet. Zudem leiden fünf Millionen an Nahrungsmittelknappheit. Und Präsident Robert Mugabe macht Urlaub

Die Bevölkerung in Simbabwe hat noch immer gravierende Probleme: Hunger und die Cholera-Epidemie

Die Bevölkerung in Simbabwe hat noch immer gravierende Probleme: Hunger und die Cholera-Epidemie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete, dass annähernd 35.000 Menschen inzwischen infiziert seien. Die WHO schätzt, dass diese Zahl sich bereits in den nächsten Wochen auf 60.000 erhöht.

Zudem leidet Simbabwe unter einer schweren ökonomischen Krise: Die Inflation liegt bei 231 Prozent und Grundnahrungsmittel sind rar. Doch obwohl es der Bevölkerung am Nötigsten fehlt, trat der umstrittene Präsident Robert Mugabe am Montag seinen jährlichen Urlaub an. Der Regierungssprecher George Charamba sagte, Mugabe wolle seinen Aufenthalt im Fernen Osten nicht nur zur Erholung nutzen, sondern sich auch über Regierungsumbildungen und Auswege aus der Wirtschaftskrise Gedanken machen.

Der Oppositionspolitiker Lovemore Madhuku kritisierte Mugabes einmonatige Abwesenheit scharf. Mugabe interessiere sich offensichtlich nicht sehr für das Leid der Bevölkerung und habe "keine Erholung verdient".

Der verreiste Präsident greift jedoch auch aus der Ferne in die Politik ein: Am Dienstag ernannte er acht neue Minister und kündigte an, Ende Februar eine neue Koalitionsregierung stellen zu wollen. Mugabes Vertreter verhandelten derzeit mit dem Vermittlungsteam von Thabo Mbeki, dem ehemaligen Präsidenten Südafrikas, und mit führenden Oppositionspolitikern, berichtete die staatliche Tageszeitung The Herald .

Notfalls wolle Mugabe auch den Oppositionsführer Morgan Tsvangirai übergehen. Dieser hatte zuletzt am 31. Dezember in einem Brief begründet, warum er bislang eine Koalition zwischen seiner Partei und der Mugabes ablehne. Eine gemeinsame Regierung von Mugabe und Tsvangirai war Grundbestandteil des Abkommens zur Machtteilung, dass am 15. September 2008 die Regierungskrise in Simbabwe beendet hatte. 

Überdies kündigte die Regierung an, die Bevölkerung über Cholera und die Ansteckungsrisiken aufzuklären. Genauere Angaben wurden nicht bekannt gegeben.

Die Cholera-Epidemie flaue nun ab, meldete The Herald gestern. Das Mitte Dezember angelaufene internationale Hilfsprogramm zeige erste Resultate. Der Wochenbericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konstatiert eine Abnahme der Toten im Vergleich zur Vorwoche: von 358 auf 7. Vertreter der WHO führten das darauf zurück, dass wegen Feiertage über Neujahr viele Kliniken und Krankenhäuser nur eingeschränkt erreichbar waren –  somit konnten keine neuen Ansteckungen berichtet werden.  Auch im benachbarten Südafrika breitet sich mittlerweile die Cholera aus. Vor allem in der Grenzregion Limpopo haben sich ungefähr 1500 Menschen angesteckt.

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