Finanzkrise Deutsche Bank meldet Milliardenverlust
Tiefrote Zahlen: Die Deutsche Bank erwartet für das abgelaufene Quartal ein Minus von 4,8 Milliarden Euro. Der Postbank-Kauf soll mit eigenen Aktien finanziert werden
Den Verlust im vierten Quartal teilte die deutsche Privatbank am Mittwoch in Frankfurt aufgrund vorläufiger Zahlen mit. Für das Gesamtjahr geht das Institut von einem Minus von 3,9 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr hatte die Bank noch einen Rekordgewinn von 6,5 Milliarden Euro erzielt.
Zum Jahreswechsel 2008/2009 habe die Kernkapitalquote der Bank bei zehn Prozent gelegen. Die Dividende von 50 Cent pro Aktie für das Geschäftsjahr 2008 sei in dieser Berechnung bereits berücksichtigt, hieß es.
"Das extrem schwierige Marktumfeld hat einige Schwächen in der Bank aufgezeigt", wird Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in einer Erklärung zitiert. Die Kapitalstärke ermögliche es der Bank aber, den "extrem schwierigen Marktbedingungen standzuhalten". Die Aktie des Finanzinstituts brach im frühen Mittwochshandel in der Spitze um 8,3 Prozent auf 22,26 Euro ein.
Am Mittwoch einigte sich das Bankhaus auch mit der Post auf die neuen Bedingungen zur Übernahme der Postbank. Die Deutsche Bank erwirbt demnach in einem ersten Schritt einen Anteil von 22,9 Prozent an der Postbank, im Gegenzug erhält die Post, die zu 30,5 Prozent der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau gehört, acht Prozent der Deutsche-Bank-Aktien.
Die Post soll die Aktien marktschonend veräußern können. Zugleich zeichnet das Frankfurter Institut eine Pflichtumtauschanleihe der Deutschen Post, die nach Ablauf von drei Jahren inklusive Zinsen in rund 27,4 Prozent der Aktien der Postbank getauscht werden soll. Für die verbliebenen Anteilsscheine bestünden weiterhin Kauf- und Verkaufsoptionen.
Der Barwert der Transaktion entspreche 4,9 Milliarden Euro, teilten die beteiligten Parteien am Mittwoch weiter mit.
- Datum 04.05.2009 - 11:11 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 6
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Es ist doch schon erstaunlich, wie sich Rahmen der immer deutlicher werdenden Weltwirtschaftskrise die Situationen verändern. Ursprünglich wollte die DEUTSCHE BANK bei einem schon relativ niedrigen Aktienkurs bei der POSTBANK einsteigen. Und das während einer Krise, die von der DEUTSCHEN BANK (sprich: Herrn ACKERMANN!) in den USA mitverursacht wurde (ein preisgekrönter ZEIT-Artikel hat im Herbst vergangenen Jahres die Machenschaften der DEUTSCHEN BANK bei der Vergabe "fauler" Kredite in den USA ausführlich beschrieben!). Nun möchte sie das eigene Kapital schonen (wahrscheinlich um noch unbekannte Verluste abzudecken) und bietet der - in Schwierigkeit geratenen - POSTBANK eigene Aktien an. Somit wird nun die Bundesregierung Miteigentümer der DEUTSCHEN BANK! Ist das nicht genial? Denn nun braucht Herr ACKERMANN sein Gesicht nicht mehr zu verlieren und die kann die Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, nun um Staatsbürgschaften für die DEUTSCHE BANK u n d die POSTBANK bitten!
Herzliche Grüsse aus HILDESHEIM!
Klaus Metzger
kommen allmählich mit ihren immer noch geschönten Zahlen ans Licht.
Dazu noch eine Meldung:
Nach der Teilverstaatlichung der Commerzbank erwägt der Bund nun offenbar auch bei der Hypo Real Estate eine direkte Beteiligung. Die Deutsche Bank meldet unterdessen einen Verlust von 4,8 Milliarden Euro für das vierte Quartal, der Jahresverlust in 2008 fällt nur wenig niedriger aus.
Das alles ist keine Verstaatlichung der Banken sondern eher eine Teilprivatisierung des Staates zum Wohle von Ackermann & Co.
Völlig falsch.
Es handelt sich vielmehr, nach wie vor, um die Enteignung öffentlichen Eigentums.
Völlig falsch.
Es handelt sich vielmehr, nach wie vor, um die Enteignung öffentlichen Eigentums.
Man bittet Vater Staat nicht öffentlich um Rettungsknete, denn man muß ja als Deutsche Bank nicht gerettet werden, sondern man hat nur das kleine Problem, dass man für den Einstieg in ein teilstaatliches Unternehmen nach aktueller Marktlage versus vorliegender Vertragslage zu teuer kaufen müßte.
Man will aber auch nicht öffentlich feilschen, also verkauft man einfach einen Teil seiner billigen Aktien an jenes Unternehmen mit Staatsbeteiliung, als das die Postbank ja noch zu gelten hat. In den Aktien sind denn ja einerseits bereits wertberichtigungsbedingte Buchverluste aus Schrottengagements der Vorperioden enthalten, zum anderen kann man, die Schrottwerte für die sonst nirgendwo mehr Abnehmer zu finden wären, indirekt auch noch für ein längerfristiges Investment einsetzen. Das wäre dann - bei dem Deal zwar nicht mit 25% Rendite - so etwas wie Geldwäsche ohne Geld vielleicht? Nach oben gehts im Moment nimmer aber weiter immer.
Ganz und gar der Geschäftsmann Herr Ackermann. Eine Frage bleibt am Rande: Ob Herr Zumwinkel wohl nach seiner Bewährung - ins Gefängnis wird er ja wohl nicht müssen - einen Posten im Aufsichtsrat der Deutschen Bank bekommt? Warten wir's ab.
Gerhard Wontra
Potsdam
Na, wollen die auch nocht was umsonst vom Staat haben und wir Steuerzahler
zahlen die Rechnung?
Da werde ich doch wieder zur Wahl gehen! Denn solche Zustände kann man sich nicht länger mitansehen! Ich glaube denen "da oben" kein Wort mehr! Es muss zum Wechsel im Land kommen - grosse Volksparteien bringen es nicht mehr, weil sie total verlobbt sind...
Völlig falsch.
Es handelt sich vielmehr, nach wie vor, um die Enteignung öffentlichen Eigentums.
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