Computer Heime für HackerSeite 2/2
Während man bei NYC Resistor nur auf Einladung Mitglied werden kann, funktionieren andere Klubs eher als Plattformen. Bei HacDC etwa reicht eine Registrierung auf der Webseite. "Wir wollen offen für alle sein", sagt Gründer Nick Farr, der als Finanzanalyst bei einer Unternehmensberatung arbeitet. Die Washingtoner nutzen die Räume einer Kirchengemeinde, betreiben ein Recycling-Projekt für Altgeräte und kümmern sich um den Aufbau eines drahtlosen Internets für die Nachbarschaft. Im Wiener Metalab , das übrigens auch vom Österreichischen Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend gefördert wird, treffen sich so verschiedene Gruppen wie Freie-Software-Aktivisten und Netzkünstler.
Das Phänomen der Hackerspaces gibt es in Deutschland schon lange. Die Berliner c-Base oder das Kölner C4 des CCC sind seit Jahren etablierte Treffpunkte der Szene. Neu ist, dass das deutsche Klubmodell im Ausland kopiert wird. Dafür verantwortlich ist maßgeblich ein Dokument mit dem Namen "Hackerspace Design Patterns" , eine Art Anleitung zum Betreiben von Hackerspaces.
"Das Dokument hat wie ein Katalysator gewirkt", sagt Pettis. Verfasst wurde es von den CCC-Mitgliedern Jens Ohlig und Lars Weiler, die selbst Hackerräume gegründet haben. Die Anleitung enthält Tipps zur Anmietung von Räumen, zur Finanzierung, und Hilfen, wie sich Gruppenentscheidungen treffen lassen.
Auch die Gründer von
NYC Resistor
haben sich bei der Gründung ihres Vereins am deutschen Modell orientiert. Den New Yorker Klub gibt es seit anderthalb Jahren, inzwischen hat man eigene Wege gefunden, sich zu organisieren. "Wir stimmen binär ab – eins heißt ja, null nein", schmunzelt Pettis. Das System funktioniere reibungslos. Er hat noch eine einfache Erklärung, warum sich das deutsche Hackerklubmodell zum Exportschlager gemausert hat: "Menschen brauchen Heime – nicht alles passiert im Internet."
- Datum 17.01.2009 - 12:13 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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