Elektronikmesse Das Internet kommt auf die Couch

In Las Vegas präsentiert die Unterhaltungselektronik-Industrie ihre neuen Produkte - Die Branche ruft zum kollektiven Angriff auf das Wohnzimmer

Auf der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik, der Consumer Electronics Show in Las Vegas zeigt die Branche ihre neuen Produkte

Auf der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik, der Consumer Electronics Show in Las Vegas zeigt die Branche ihre neuen Produkte

Viel Böses ist über die Zukunft großer Computermessen geredet worden: Wozu noch große Messestände aufbauen, wenn der Kunde in Echtzeit über das Internet erreicht werden kann? Doch die Consumer Electronics Show will es den Skeptikern zeigen:  2700 Aussteller versuchen sich gegenseitig mit Neuigkeiten zu überbieten.

Microsoft präsentierte in Las Vegas sein neues Betriebssystem Windows 7, das bereits als Testversion verfügbar ist

Microsoft präsentierte in Las Vegas sein neues Betriebssystem Windows 7, das bereits als Testversion verfügbar ist

Den ersten Höhepunkt zeigte der Microsoft-Chef Steve Ballmer: Das neue Betriebssystem Windows 7 soll das ungeliebte Vista ablösen. Schneller, genügsamer und einfacher sei der Nachfolger. Der Nutzer hat am unteren Bildschirmrand schnelleren Zugriff auf Programme und offene Fenster. Die Umsetzung erinnert aber stark an das Konkurrenz-Betriebssystem aus dem Hause Apple. Wie viel das neue Windows wirklich taugt, kann in Kürze jeder selbst überprüfen: Ab Freitagabend stellt Microsoft eine kostenlose Testversion auf seinen Servern bereit.

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Angesichts der Finanzkrise haben die Hersteller von Fernsehern und MP3-Playern nicht die besten Aussichten auf satte Gewinne. Doch die Branche schaut optimistisch in die Zukunft. Nicht ohne Grund: Es können noch Wohnzimmer erobert werden. Zwar steht das Internet auf der Couch seit mindestens fünf Jahren auf dem Wunschzettel der Industrie, aber bislang hat es sich noch nicht durchgesetzt. Zu lange hatte sich die Konkurrenz mit teuren Konkurrenzkämpfen den Weg ins Wohnzimmer versperrt.

Das Internetunternehmen Yahoo und der Hardware-Produzent Intel haben ihre Kräfte gebündelt und eine Allianz mit Fernsehherstellern wie Samsung und Vizio verkündet. Gemeinsam wollen sie kleine Dienstprogramme auf den Bildschirm holen, die die Arbeit und den Spaß am Computer erleichtern. So kann man statt auf den Wetterbericht zu warten, mithilfe dieser Widgets die Infos einfach aus dem Netz beziehen.

Das kann zum Albtraum für die Unterhaltungsindustrie werden. Media-Server und Set-Top-Boxen, die den Fernseher um digitale Funktionen, wie zum Beispiel den Zugriff auf Online-Videotheken erweitern, geraten unter Druck. Video-Dienste wie YouTube bringen deren Inhalte jetzt schon auf den Bildschirm. Statt eine DVD zu kaufen, kann man sich Filme nun auch in hoher Auflösung per Internet auf den Fernseher laden. Gestiegene Bandbreiten und sparsame Rechner-Kapazitäten machen den PC im Wohnzimmer salonfähig – auch wenn er dann nicht mehr wie ein Computer aussieht.

Manche Erfolge von Konkurrenten in den vergangenen Jahren zeigen die Versäumnisse der Branchengrößen. So konnte Apple mit seinem iPhone der etablierten Mobilfunk-Konkurrenz das Fürchten lehren. Zwar schließen RIM und Sony mit neuen Touchscreens und neuen Smartphones langsam auf, so gut wie das iPhone sind ihre Produkte indes nicht. Umso überraschender die Ankündigung des einstigen Marktführers Palm. Auf der CES präsentierte der amerikanische Hersteller sein neues Smartphone „Palm pre“ zusammen mit dem neuen Betriebssystem „webOS“  - und löste direkt bei der Fachpresse Begeisterung aus.

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