Leere Pipelines Russland lädt zum Gasstreit-Gipfel

Die Importländer sollen nach Russland kommen, um über eine Lösung im Gasstreit zu beraten. 18 Staaten sind von dem Lieferboykott betroffen

Russland Präsident Dmitrij Medwedjew hat die vom Gasstreit betroffenen Staaten nach Moskau eingeladen

Russland Präsident Dmitrij Medwedjew hat die vom Gasstreit betroffenen Staaten nach Moskau eingeladen

In einer Erklärung des russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew vom Mittwoch heißt es, Russland wolle zu dem Treffen am Samstag auch die Ukraine einladen. Der Streit mit Kiew habe mittlerweile eine politische Dimension, erklärte der Kremlchef bei einem Treffen mit den Regierungschefs von Bulgarien, der Slowakei und Moldawien.

Die EU hatte zuvor den Druck auf Russland und die Ukraine mit der Androhung rechtlicher und politischer Konsequenzen verstärkt. Obwohl die EU zwischen den beiden Ländern am Montag eine Vereinbarung zur Wiederaufnahme der Lieferungen erreicht hatte, strömte am Mittwoch weiter kein russisches Gas über die Ukraine in die 18 betroffenen Staaten.

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Die Initiative habe er bereits telefonisch mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso abgesprochen, sagte Medwedjew. Er hoffe, dass der Gasgipfel in Moskau einen Ausweg aus der Krise bringe und zudem eine Wiederholung des Konflikts vermeiden helfe.

Es blieb zunächst unklar, auf welcher politischen Ebene das Treffen abgehalten werden soll. Die seit einer Woche andauernde Lieferblockade betrifft vor allem die Gaskunden in Südosteuropa. 80 Prozent der russischen Gaslieferungen kommen über ukrainische Pipelines.

Für den Streit geben sich beide Seiten gegenseitig die Schuld. Im Kern geht es um Gaspreise und Transitgebühren. Russland verlangt von der Ukraine höhere Preise für das Gas und die Tilgung von Schulden und beschuldigt das Land, illegal Gas für sich abzuzweigen. Die Ukraine beschuldigte Russland unter anderem, den Konflikt zu schüren, um so für die geplante Ostsee-Pipeline zu werben.

 
Leser-Kommentare
  1. Erstaunlich und fast akrobatisch anmutend die Eiertänze der EU-Kommission und unserer einschlägigen Medien, von dem eigentlichen Verursacher Ukraine abzulenken und die Querschläger dieses politischen und wirtschaftlichen Skandals in Richtung Russland pfeifen zu lassen.

    Derweilen bleiben die (schon von Goethe definierten) Zauberlehrlinge diskret im Hintergrund und lassen ihre großkalibrigen Geister Juschtschenko wie vor Monaten auch Saakaschwili von der Leine.

    Für wie blöde werden wir gehalten?

    • ugk
    • 14.01.2009 um 19:47 Uhr

    Headline a la Zeit:

    "Die Importländer sollen nach Russland kommen, um über eine Lösung im Gasstreit zu beraten. 18 Staaten sind von dem Lieferboykott betroffen"

    Mr. Joffe würde wohl schreiben:

    "Die abhängigen Importnationen werden nach Moskau zitiert, um Russlands Bedingungen zu empfangen. 18 Staaten sind vom willkürlichen Lieferboykott des russischen Bären in dieser Eiseskälte betroffen."

    Die Online-Redaktion kann also noch lernen vom Chefe. Obwohl, Mr. Joffe keeps a rather low profile in the current crisis. Die journalistischen Finger in Georgien verbrannt?

    Naja, neutral könnte man auch so formulieren.

    "Russland lädt die Importländer nach Moskau ein, um über eine gemeinsame Lösung der Gaskrise zu beraten. ..."

    Zeit, long way to go to reach the realm of good coverage.

    • freerk
    • 14.01.2009 um 20:39 Uhr

    hab grade erfahren, dass der ukrainische Präsident Jutschenko an dem zwielichtigen Zwischenhändler "RosUkrEnergo" mit 27% beteiligt ist. Da staunt man, warum man da so hartnäckig für den Erhalt des Zwischenhändlers plädiert. :-D

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    • ugk
    • 14.01.2009 um 20:46 Uhr

    Man will ja mit den professionellen Journalisten mithalten was Standards angeht! :-)

    • ugk
    • 14.01.2009 um 20:46 Uhr

    Man will ja mit den professionellen Journalisten mithalten was Standards angeht! :-)

    • ugk
    • 14.01.2009 um 20:46 Uhr

    Man will ja mit den professionellen Journalisten mithalten was Standards angeht! :-)

    Antwort auf "Jutschenko!"
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    • freerk
    • 14.01.2009 um 22:47 Uhr

    damit Sie mir den angeboten link nicht übel nehmen und als "verdächtig" oder "unseriös" einstufen, suchen Sie am besten im Internet nach: "Petrogaz" + Petr Jutschenko (Er ist der Bruder von dem Präsidenten, und gleichzeitig Abgeordnete der Rada (des Parlaments)). Für weitere Hinweise stehe ich gerne zur Verfügung!

    • freerk
    • 14.01.2009 um 22:47 Uhr

    damit Sie mir den angeboten link nicht übel nehmen und als "verdächtig" oder "unseriös" einstufen, suchen Sie am besten im Internet nach: "Petrogaz" + Petr Jutschenko (Er ist der Bruder von dem Präsidenten, und gleichzeitig Abgeordnete der Rada (des Parlaments)). Für weitere Hinweise stehe ich gerne zur Verfügung!

  2. http://wissen.spiegel.de/...
    Ja Dioxin ist ganz harmlos.Und wenn man damit vor der Wahl 2004 vergiftet worden ist,so
    ist man darnach selbstverständlich völlig gesund.Wie wohl die Geschichte verlaufen wäre,wenn
    Juschtschenko nicht mit dem Ziel der Nato-Erweiterung sondern nur mit dem Ziel EU und Aufbau
    von Zivilgesellschaft aufgebaut worden wäre?Wieviel Leid hätte man den Ukrainerinnen und
    Ukrainern erspart!Der Kampf der Großmächte ist nicht zimperlich.
    Und letzlich sollen wir ja doch alle lernen,dass die Atomenergie krisensicher,Terrorismussicher
    und die Endlagerung völlig geklärt ist und nie daraus Atomwaffen gemacht worden sind...smile

    • freerk
    • 14.01.2009 um 22:47 Uhr

    damit Sie mir den angeboten link nicht übel nehmen und als "verdächtig" oder "unseriös" einstufen, suchen Sie am besten im Internet nach: "Petrogaz" + Petr Jutschenko (Er ist der Bruder von dem Präsidenten, und gleichzeitig Abgeordnete der Rada (des Parlaments)). Für weitere Hinweise stehe ich gerne zur Verfügung!

    Antwort auf "Quelle?"
    • colca
    • 14.01.2009 um 23:39 Uhr

    Hallo ZEIT-Redaktion,

    Sie können die verbalen Turnübungen beenden und langsam das Problem beim Namen nennen - so wie das alle tun, die nicht beruflich der veröffentlichten Meinung verpflichtet sind...
    Die Kollegen von SPIEGEL-online waren diesmal schneller beim Zurückrudern - bitte nachlesen und dann selbst updaten. Im Zweifelsfall bei Barroso nachfragen - der hat die Nase voll von der Ukraine.
    Siehe - http://www.spiegel.de/wir...
    Dort wird zum ersten mal in einem deutschen Mainstreammedium klar gesagt, dass der eigentliche Grund für das Gas-Chaos in den innenpolitischen Zuständen der Ukraine zu suchen ist und dass sich das Land mit seiner Erpressungsstrategie um alle Beitrittschancen in EU und NATO gebracht hat.
    Dann haben ja die Südosteuropäer wenigstens nicht umsonst gefroren.

    • setter
    • 15.01.2009 um 17:58 Uhr

    Wenn man selbst betroffen ist, erfolgt die Korrektur bei der Meinung über den Schuldigen etwas schneller als im Fall Georgien-Konflikt. Grundsätzlich sind aber bei jeder Auseinandersetzung, bei denen die Russen mitspielen, diese erstmal die Schuldigen.
    Vorgefasste Meinungen, von denen nur widerwillig abgerückt wird, sind immer schlecht, siehe auch Fall Polizist Manichel bei einem ganz anderen Thema. Der "Zeit" sollte dies aber nicht so oft passieren.

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