Gasstreit Lösung des Konflikts vertagt

Sobald EU-Beobachter die ukrainischen Pipelines überwachten, werde das Gas wieder fließen, versprach Gasprom-Chef Miller zunächst. Dann zog Russland die Zusage zurück

Gaspipelines an der westlichen Grenze der Ukraine

Gaspipelines an der westlichen Grenze der Ukraine

Im Gaspoker zwischen Moskau und Kiew verhindert ein Streit über die Entsendung von EU-Kontrolleuren ein schnelles Ende des Energienotstands in Teilen Europas. Der Chef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller, hatte am Donnerstag
zunächst eine Wiederaufnahme der gestoppten Lieferungen im Transit durch die Ukraine in Aussicht gestellt. Am Abend kam die Wende: "Ich muss Ihnen sagen, dass die russischen Vertreter den Vorschlag abgelehnt haben", sagte Industrieminister Martin Riman von der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel. "Wir sind sehr enttäuscht."

Russland besteht EU-Energiekommissar Andris Piebalgs zufolge darauf, eigene Beobachter in die Ukraine zu entsenden. Die Ukraine sei aber ein souveränes Land, sagte Riman: "Ob russische Beobachter in die Ukraine reisen, können wir nicht entscheiden."

Auch am Donnerstag war erneut ein Dutzend europäischer Staaten von russischem Gas weitgehend abgeschnitten. 80 Prozent des Gases aus Russland kommt über die Ukraine in die Europäische Union. Sehr schwierig ist die Lage in Südosteuropa, da hier viele Staaten fast zu 100 Prozent von den Gaslieferungen abhängig sind. In Serbien und Bulgarien froren Hunderttausende in ihren Wohnungen. Viele Schulen und Kindergärten blieben geschlossen.

Die EU sah ihre Vermittlungsbemühungen vorerst als erschöpft an. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs sagte: "Jetzt ist es an der russischen Seite zu prüfen, welche zusätzlichen Elemente sie braucht, um die Gaslieferungen wieder aufzunehmen." Unter anderem gehe es darum, welche russischen Beobachter die Ukraine auf ihrem Gebiet akzeptiere. Das müsse aber bilateral zwischen den beiden Ländern geregelt werden, meinte Piebalgs. Die Ukraine hatte zuvor den Einsatz der EU-Beobachter akzeptiert. Nach EU-Angaben ist die Delegation reisefertig. Ihr Einsatz könne "in einigen Tagen" beginnen, sagte der zuständige Kommissionsdirektor Heinz Hilbrecht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Russland zum Einhalten seiner Verpflichtungen auf. Die EU erwarte, dass in Bulgarien, Serbien und Bosnien und den übrigen betroffenen Ländern wieder Gas ankomme, erklärte Merkel in Paris. Doch selbst wenn das Gas bald wieder fließen sollte, wird es wegen der Länge der leeren Leitungen Tage dauern, bis das Gas mit ausreichend Druck wieder bei den zahlungskräftigen Kunden im Westen ankommt.

Die Ukraine und Russland schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, wer für den beispiellosen Komplettausfall der Gasversorgung verantwortlich ist. Laut russischer Darstellung hat die Ukraine die vier Transitleitungen gekappt, was eine Versorgung Westeuropas unmöglich mache. Aus der Ukraine heißt es, Russland habe seine Gaslieferungen über die Ukraine ohne Vorwarnung komplett gestoppt. Zuvor hatte Russland den Vorwurf erhoben, die Ukraine zapfe illegal für Westeuropa bestimmtes Gas aus den Transitleitungen ab.

Die Ukraine hat inzwischen höhere Gebühren für die Durchleitung russischen Erdgases in die Europäische Union gefordert. Die derzeitigen Entgelte reichten für ein ordnungsgemäßes Funktionieren des ukrainischen Leitungsbetreibers Naftogas nicht aus, sagte der ukrainische Energiebeauftragte Bogdan Sokolowski am Donnerstag im Europäischen Parlament in Brüssel.

Die EU hatte in den vergangenen Tagen diplomatischen Druck aufgebaut und Miller sowie Naftogaz-Chef Oleg Dubina am Donnerstag in Brüssel empfangen. Am Vormittag war Miller mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Energiekommissar Andris Piebalgs zu Gesprächen über die Versorgungskrise zusammengekommen. Bereits in der Nacht hatten Miller und Dubina in Moskau über einen Ausweg aus dem Konflikt beraten. 

Nach zahlreichen Ländern in Südosteuropa bekommen inzwischen auch die Gaskonzerne in Deutschland die Lieferausfälle stärker zu spüren. Die größte deutsche Ferngasgesellschaft E.on Ruhrgas sprach von dramatischen Liefereinschränkungen. Über Alternativrouten, Speicher und andere Lieferländer sei die Versorgung aber derzeit gesichert, erklärte das Unternehmen ähnlich wie RWE und Wingas.

Mittlerweile richten sich die ersten deutschen Industriekonzerne wegen Gasknappheit an ihren osteuropäischen Betriebsstätten auf Produktionskürzungen und -stillstände ein.
 

 
Leser-Kommentare
    • helgam
    • 08.01.2009 um 10:21 Uhr
  1. Rußland verfolgt das Ziel, den Bau der Ostseepipeline schneller voranzutreiben. Doch nehme ich die obigen Zeilen als bare Münze, verstärkt sich der Verdacht, dass die wirklich stichhaltigen Motive für den Gasstreit eindeutig auf Seiten der Ukraine liegen. Hilflos den Russen ausgeliefert sein, als Grund für das Heimholen nach Europa. Wehrlos den Russen ausgeliefert sein, als Begründung für die Integration in die NATO. Und so nebenher, finanziell in Notlage, handlungsunfähig erscheinen um die Europäer im Interesse warmer Stuben zur Übernahme der Kosten für die Sanierung der maroden Gastransitlogistik zu bewegen. Nebenher auch noch dem gehaßten russischen Nachbarn eins auswischen und den ebenso verachteten Polen zeigen, wie es gehen könnte, fällt dabei auch noch ab. Und wir spielen dieses Spiel mit, anstatt den Ukrainern ganz klar anzusagen, dass Vertragstreue, Berechenbarkeit und Integrität nicht erst mit der Mitgliedschaft in der EU beginnen, sondern Voraussetzung fürs Mitspielen darstellen. Echt peinlich!

  2. es stellt sich ja die frage womit die ukraine und andere ost-europaeische laender guenstigere gaspreise begruenden koennen. Nebenbei sind niedrigere preise auch hinsichtlich GATT & WTO problematisch, da sie die weltpreise verzerren und gegen zoll-regelungen verstossen (ein guenstiger gaspreis ist equivalent zu exportsubvention). Waehrend der zeit der udssr wurden die im westen liegenden teile der udssr im vergleich zum osten privilegiert und viel besser industrialisiert. Ein grosser startvorteil bei dem uebergang in die eigenstaatlichkeit. Er wurde scheinbar von vielen laendern nicht genutzt.

    Bleibt die erklaerung der entwicklungshilfe. Russland leistet entwicklungshilfe und hat bisher massive entwicklungshilfe an diese laender geleistet. Gleichzeitig stellt das auch eine eigene, selbst gewaehlte, schwaechung russlands dar, da natuerlich das entgangene geld im staatshaushalt fehlt. Sind denn andere laender jemals so grosszuegig gewesen? Ausserdem verbindet der westen entwicklungshilfe oder weltbankkredite immer mit sehr strengen auflagen um eine missionierung der laender (und damit die zerstoerung der kulturellen eigenstaendigkeit der laender) zu betreiben.

    Russland will wieder ernst genommen werden - was der westen als imperialismus deutet. Quatsch. Russland will den abwaertsstrudel der gorbatschov/jelzin zeit beenden und nicht die welt missioniern - wie es z.b. die usa praktizieren.

    Bis jetzt praktiziert die kanzlerin ja die politk des forderungskatalogs gegen russland. Das ist schlicht nicht angemessen und zeigt ihre aussenpolitische inkompetenz. Vom irak-krieg, georigien-krieg, gaza-krieg bis zur russland-politik ist die kanzlerin eine totale katastrophe - nur fehleinschaetzungen und beim afghanistan-krieg nur taeuschungen und unwahrheiten.

    Dabei waere grad russland ein genialer partner fuer deutschland. Eine sehr gebildete fuhrung in russland will das eigene land auf einem ernsthaften weg voranbringen. Aber nein, sie verschleudert lieber millionen um mit einem texanischen vieh-hirten in mecklemburg spanferkel zu grillen.

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    Mir kommen die Tränen! Russland als der Entwicklungshelfer der früheren Warschauer Staaten. Der altruistische Teddybär.
    Solche Töne habe ich früher als eine Form aussterbender, weil nicht von Fakten angekränkelter Glaubensstärke beim Spartakus immer so grenzenlos bewundert.

    Aber es ist schon aufgefallen in den ersten Tagen der Abschaltung: Wer hat denn als erstes nichts mehr im Rohr gehabt: Die alten abgefallenen Verbündeten, die man damit gleichzeitig abstrafen und abmahnen konnte: Bulgarien, Rumänien, Slowakei und Tschechien. Dazu vor allem die zur EU Schielenden: Ukraine und wohl auch Kroatien.
    Und warum wollen die vom Westen "ausgebeutet" werden, wenn sie doch vom Bruder Russland so reichlich subventioniert werden?
    Diese "Subventionierung" scheint ja wohl auch auf Verträgen zu basieren oder? Und gäbe es nicht auch eine moralische Pflicht Russlands, die 40 Jahre lang bedenkenlos ausgebeutete, Ukraine, der man die Pestbeule Černobyl aufgedrückt, hat für einiges zu entschädigen?

    Und warum tritt all das gerade jetzt auf, wo es kalt ist und die Erpressung so gut funktioniert? Weil auch Putin gemerkt hat, dass es in dem weltweiten Wirtschaftsmoloch, dem er sein Volk bedenkenlos gierig ausgesetzt hat, auch für ihn Grenzen gibt, wenn die Rohstoffpreise und die Aktien ins Bodenlose sinken.
    Wäre doch schön wenn er zuerst mal sein eigenes Haus sozialpolitisch in Ordnung gebracht und erst dann in der Oberliga eingestiegen wäre.
    Lupenreiner Demokrat? Aber hallo! Imperialistisch? Vielleicht schon ein bisserl, zumindest fängt es so immer an, wie es bis 2008 gelaufen ist...

    Aber jetzt wissen wir doch ziemlich genau die wahren wirtschaftlichen und politischen Gründe für die Ostseepipeline, Polen hat es ja schon immer geahnt: Man hat dann ein Rohr, wo man ungestört weiter an den deutschen Hauptkunden zum Weltmarktpreis liefern kann, gerade auch dann, wenn man die anderen Rohre je nach politischem oder ökonomischem Gusto dicht machen kann.

    Mal wieder - und wohl nicht zum letzten Mal - ein Fall, wo die EU wirklich gefordert ist, energisch aufzutreten. Und vielleicht macht man mal Lieferverträge mit saftigen Konventionalstrafen!

    Mir kommen die Tränen! Russland als der Entwicklungshelfer der früheren Warschauer Staaten. Der altruistische Teddybär.
    Solche Töne habe ich früher als eine Form aussterbender, weil nicht von Fakten angekränkelter Glaubensstärke beim Spartakus immer so grenzenlos bewundert.

    Aber es ist schon aufgefallen in den ersten Tagen der Abschaltung: Wer hat denn als erstes nichts mehr im Rohr gehabt: Die alten abgefallenen Verbündeten, die man damit gleichzeitig abstrafen und abmahnen konnte: Bulgarien, Rumänien, Slowakei und Tschechien. Dazu vor allem die zur EU Schielenden: Ukraine und wohl auch Kroatien.
    Und warum wollen die vom Westen "ausgebeutet" werden, wenn sie doch vom Bruder Russland so reichlich subventioniert werden?
    Diese "Subventionierung" scheint ja wohl auch auf Verträgen zu basieren oder? Und gäbe es nicht auch eine moralische Pflicht Russlands, die 40 Jahre lang bedenkenlos ausgebeutete, Ukraine, der man die Pestbeule Černobyl aufgedrückt, hat für einiges zu entschädigen?

    Und warum tritt all das gerade jetzt auf, wo es kalt ist und die Erpressung so gut funktioniert? Weil auch Putin gemerkt hat, dass es in dem weltweiten Wirtschaftsmoloch, dem er sein Volk bedenkenlos gierig ausgesetzt hat, auch für ihn Grenzen gibt, wenn die Rohstoffpreise und die Aktien ins Bodenlose sinken.
    Wäre doch schön wenn er zuerst mal sein eigenes Haus sozialpolitisch in Ordnung gebracht und erst dann in der Oberliga eingestiegen wäre.
    Lupenreiner Demokrat? Aber hallo! Imperialistisch? Vielleicht schon ein bisserl, zumindest fängt es so immer an, wie es bis 2008 gelaufen ist...

    Aber jetzt wissen wir doch ziemlich genau die wahren wirtschaftlichen und politischen Gründe für die Ostseepipeline, Polen hat es ja schon immer geahnt: Man hat dann ein Rohr, wo man ungestört weiter an den deutschen Hauptkunden zum Weltmarktpreis liefern kann, gerade auch dann, wenn man die anderen Rohre je nach politischem oder ökonomischem Gusto dicht machen kann.

    Mal wieder - und wohl nicht zum letzten Mal - ein Fall, wo die EU wirklich gefordert ist, energisch aufzutreten. Und vielleicht macht man mal Lieferverträge mit saftigen Konventionalstrafen!

  3. Mir kommen die Tränen! Russland als der Entwicklungshelfer der früheren Warschauer Staaten. Der altruistische Teddybär.
    Solche Töne habe ich früher als eine Form aussterbender, weil nicht von Fakten angekränkelter Glaubensstärke beim Spartakus immer so grenzenlos bewundert.

    Aber es ist schon aufgefallen in den ersten Tagen der Abschaltung: Wer hat denn als erstes nichts mehr im Rohr gehabt: Die alten abgefallenen Verbündeten, die man damit gleichzeitig abstrafen und abmahnen konnte: Bulgarien, Rumänien, Slowakei und Tschechien. Dazu vor allem die zur EU Schielenden: Ukraine und wohl auch Kroatien.
    Und warum wollen die vom Westen "ausgebeutet" werden, wenn sie doch vom Bruder Russland so reichlich subventioniert werden?
    Diese "Subventionierung" scheint ja wohl auch auf Verträgen zu basieren oder? Und gäbe es nicht auch eine moralische Pflicht Russlands, die 40 Jahre lang bedenkenlos ausgebeutete, Ukraine, der man die Pestbeule Černobyl aufgedrückt, hat für einiges zu entschädigen?

    Und warum tritt all das gerade jetzt auf, wo es kalt ist und die Erpressung so gut funktioniert? Weil auch Putin gemerkt hat, dass es in dem weltweiten Wirtschaftsmoloch, dem er sein Volk bedenkenlos gierig ausgesetzt hat, auch für ihn Grenzen gibt, wenn die Rohstoffpreise und die Aktien ins Bodenlose sinken.
    Wäre doch schön wenn er zuerst mal sein eigenes Haus sozialpolitisch in Ordnung gebracht und erst dann in der Oberliga eingestiegen wäre.
    Lupenreiner Demokrat? Aber hallo! Imperialistisch? Vielleicht schon ein bisserl, zumindest fängt es so immer an, wie es bis 2008 gelaufen ist...

    Aber jetzt wissen wir doch ziemlich genau die wahren wirtschaftlichen und politischen Gründe für die Ostseepipeline, Polen hat es ja schon immer geahnt: Man hat dann ein Rohr, wo man ungestört weiter an den deutschen Hauptkunden zum Weltmarktpreis liefern kann, gerade auch dann, wenn man die anderen Rohre je nach politischem oder ökonomischem Gusto dicht machen kann.

    Mal wieder - und wohl nicht zum letzten Mal - ein Fall, wo die EU wirklich gefordert ist, energisch aufzutreten. Und vielleicht macht man mal Lieferverträge mit saftigen Konventionalstrafen!

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    das vielleicht groesste problem der ukraine ist, dass es keinen grossen starken einheitlichen block in der ukraine gibt. Das ist auch durch die udssr begruendet. Es ist eine zereissprobe die fuer die ukraine nicht foerderlich ist. Wenns so weiter geht gehts mit der unkraine den bach runter. es ist zeit fuer diplomatie ohne forderunskatalog und nato-drohung oder sog. "raketenschirm". Russland in dieser dipl. initiative einen nicht-status zuzuweisen ist nicht realistisch. Haette die ukraine auch eine starke politische persoenlichkeit wie putin/medwedjew gings ihr besser. Das ist die tragik der ukraine.

    warum das gerade jetzt sich zuspitzt? Wie sie schon sagten. es gibt vertraege die scheinbar jetzt ausgelaufen sind und die ukrainische polit-elite konnte/wollte/pokerte keine neuen vertraege aufzusetzen.

    Die jetzige krise in russland ist wegen der hohen dynamik natuerlich auch fuer russland schwierig. Allerdings ist sie fuer die oligarchen noch schwieriger. Medwedjew hat jetzt die chance die jelzin-privatisierung teilweise zurueckzufuehren und die fundamentalistische-liberalisierung, der ausverkauf des staates, zu beenden. Der reichtum des landes gehoert dem volk und nicht brilli-golduhr behangenen emporkoemmlingen.

    Die staerke russlands, wie sie sich fuer den westen jetzt stellt, resultiert aus der hohen kompetenz von putin und jetzt medwedjew. die jelzin-zeit, als der westen russland aussaugen konnte sind seit putin vorbei. Und der westen jammert herum - wie ein kind in der trotzphase.

    Blamabel

    das vielleicht groesste problem der ukraine ist, dass es keinen grossen starken einheitlichen block in der ukraine gibt. Das ist auch durch die udssr begruendet. Es ist eine zereissprobe die fuer die ukraine nicht foerderlich ist. Wenns so weiter geht gehts mit der unkraine den bach runter. es ist zeit fuer diplomatie ohne forderunskatalog und nato-drohung oder sog. "raketenschirm". Russland in dieser dipl. initiative einen nicht-status zuzuweisen ist nicht realistisch. Haette die ukraine auch eine starke politische persoenlichkeit wie putin/medwedjew gings ihr besser. Das ist die tragik der ukraine.

    warum das gerade jetzt sich zuspitzt? Wie sie schon sagten. es gibt vertraege die scheinbar jetzt ausgelaufen sind und die ukrainische polit-elite konnte/wollte/pokerte keine neuen vertraege aufzusetzen.

    Die jetzige krise in russland ist wegen der hohen dynamik natuerlich auch fuer russland schwierig. Allerdings ist sie fuer die oligarchen noch schwieriger. Medwedjew hat jetzt die chance die jelzin-privatisierung teilweise zurueckzufuehren und die fundamentalistische-liberalisierung, der ausverkauf des staates, zu beenden. Der reichtum des landes gehoert dem volk und nicht brilli-golduhr behangenen emporkoemmlingen.

    Die staerke russlands, wie sie sich fuer den westen jetzt stellt, resultiert aus der hohen kompetenz von putin und jetzt medwedjew. die jelzin-zeit, als der westen russland aussaugen konnte sind seit putin vorbei. Und der westen jammert herum - wie ein kind in der trotzphase.

    Blamabel

  4. Tut mir leid, aber hier geht Russland zu weit und setzt sich dadurch ins Unrecht.
    Die Forderung, auch russische Beobachter zu entsenden, ist zwar legitim, aber das müssen sie tatsächlich mit den Ukrainern und nicht mit den Europäern ausmachen.

    Ansonsten fällt positiv aus, daß sich die EU nicht zu einer vorzeitigen Parteinahme hinreißen läßt.

    • Anonym
    • 08.01.2009 um 22:31 Uhr

    Die Deutschen haben das "Nie Wieder" sehr verinnerlicht, so sehr dass zB die Briten bezüglich des Afghanistan Einsatzes bereits vekründeten dass die Deutschen lernen müssten "how to kill". Meine Generation, auch die meiner Eltern wurde lange nach dem Naziterror und der sog. "Deutschtümelei" geboren. Heute ist das Gegenteil angesagt, das Adjektiv "typisch Deutsch" wird nur im negativen Kontext, bei Polemik oder Spott gebraucht. Gut, dies ist eben so, dieses Land scheint die Extreme zu Lieben.

    Wo es aber nicht nur uns angeht sondern auch andere Menschen ist es wenn wir nur da sitzen, uns in unserem trotz allem Gejammere großen Wohlstand inklusive "Vater Staat" Rundumkasko verkriechen und der Tagesschau lauschen während anderswo ganze Nationen verweifelt um Hilfe von der internationalen Staatengemeinschaft betteln. Wir machen uns immer klein auf der weltpolitischen Bühne, Bescheidenheit ist eine Tugend dem stimme ich zu. Hier sind wir aber nicht bescheiden sondern feige, drücken uns vor der Verantwortung die einem Land unserer wirtschaftlichen Bedeutung und politischen Einflusses von Natur aus zukommt. Verantwortung übernehmen und Hybris sind durchaus zwei komplett verschiedene Dinge.

    Bei der letzten Gasblockade sind in der Ukraine alleine 186 Menschen erfroren. Gestorben für nichts. Wir sind so darauf fixiert unsere Nazi-Neurose zu pflegen und von einem Mahnmal zum nächsten zu eilen dass wir komplett blind geworden sind für das Leid im hier und jetzt - und dabei auch vergessen dass WIR mal von unseren Kindern gefragt werden könnten warum wir JETZT nichts gemacht haben.
    Gleiches gilt für die naive und einseitige Parteinahme für Israel im Nahost-Konflikt, komme was da wolle, ein uneingeschränkter Abnicker von allem was die israelische Regierung unternimmt. Jede Kritik daran wird von den sonst immer so überkritischen "Linken" sofort als Antisemitismus diffamiert. Was nicht nur schlechter Stil ist, es unterstellt auch bei Israel handele es sich um einen jüdischen Gottesstaat oder so, was mitnichten der Fall ist. Dieses Land hat eine von einer westlich orientierten zum großen Teil säkular lebenden Bevölkerung demokratisch gewählte Regierung, und wenn die von mir gewählte Regierung einfach still da sitzt und zu schaut oder gar noch zustimmt wenn die 1,3 Millionen Menschen mit einer abartigen Militärmaschinerie einkesseln, provozieren und dann ohne Richter und Verhandlung mal eben pauschale "Vergeltungsschläge" durchführen und Wohnhäuser aus der Luft bombardieren dann schäme ich mich wirklich Deutscher zu sein. Nicht wegen dem was vor 60 Jahren war, das war 4 Jahrzehnte vor meiner Geburt und damit hab ich persönlich nichts zu tun, es ist bittere Geschichte aber auch nicht mehr für mich persönlich. Was HEUTE passiert, damit verhält es sich ganz anders.
    Meine Gott was muss denn noch alles passieren bis sich diese Republik endlich ihrer Verantwortung bewusst wird und sich auf die Seite von Gerechtigkeit und Freiheit stellt - und sich dort engagiert wo selbiges bedroht wird.
    Uns hat bereits einmal eine demokratische Nation befreit und die Demokratie gelehrt, so sehr der Antiamerikanismus bei uns salonfähig sein mag aber diese Tatsache kann keiner leugnen. Und mit diesem Geschenk haben wir auch eine Verantwortung erhalten diese Gabe zu teilen.
    Tut endlich was!

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    unter historikern ist es unstrittig, dass vor allem die udssr den nazi-militaerapparat zerstoert hat. die unterstuetzung der usa fuer die udssr mit material ist unbestritten. Aber waehrend russische (udssr) soldaten gegen die wehrmacht/ss kaempften und starben und das alles wohlgemerkt auf dem territorium der udssr zaehlten die industriellen in den usa scheinchen, die sie risikolos in weiter ferne unter der bedingung der hohen-kriegsrenditen, einstrichen.
    Die versorgung von england ueber den antlantik-weg war verlustreich - auch wegen der inkompetenz der amerikanischen marine. England, insb. churchill, ist angesichts der unfaehigkeit der usa mehrfach verzweifelt. Das alles ist in historischen archiven dokumentiert.
    Das aktive eingreifen der usa in den krieg kam spaet, gerade noch rechtzeitig um am kriegsende als siegermacht eine prominente position und ein stueck, wenn auch zerstoertes, aber doch mit hohem produktionspotential territorium abzugreifen. Unter historiker ist die kriegsleistung der usa im 2wk keine glanzleistung. Insbesondere an dem vorhandenen potential welches die usa hatte.

    Die ost-politik brandts betraf vor allem die nahen nachbarn und hat die udssr vernachlaessigt. Das waere die historische aufgabe unserer kanzlerin. Die anerkennung der historischen leistung der udssr beim retten europas/welt vor unserm nazi-deutschland. Aber sie ist ja historisch vorbelastet und besitzt nicht die neutralitaet im urteil. Sogesehen waere solidaritaet mit russland schon angebracht.

    unter historikern ist es unstrittig, dass vor allem die udssr den nazi-militaerapparat zerstoert hat. die unterstuetzung der usa fuer die udssr mit material ist unbestritten. Aber waehrend russische (udssr) soldaten gegen die wehrmacht/ss kaempften und starben und das alles wohlgemerkt auf dem territorium der udssr zaehlten die industriellen in den usa scheinchen, die sie risikolos in weiter ferne unter der bedingung der hohen-kriegsrenditen, einstrichen.
    Die versorgung von england ueber den antlantik-weg war verlustreich - auch wegen der inkompetenz der amerikanischen marine. England, insb. churchill, ist angesichts der unfaehigkeit der usa mehrfach verzweifelt. Das alles ist in historischen archiven dokumentiert.
    Das aktive eingreifen der usa in den krieg kam spaet, gerade noch rechtzeitig um am kriegsende als siegermacht eine prominente position und ein stueck, wenn auch zerstoertes, aber doch mit hohem produktionspotential territorium abzugreifen. Unter historiker ist die kriegsleistung der usa im 2wk keine glanzleistung. Insbesondere an dem vorhandenen potential welches die usa hatte.

    Die ost-politik brandts betraf vor allem die nahen nachbarn und hat die udssr vernachlaessigt. Das waere die historische aufgabe unserer kanzlerin. Die anerkennung der historischen leistung der udssr beim retten europas/welt vor unserm nazi-deutschland. Aber sie ist ja historisch vorbelastet und besitzt nicht die neutralitaet im urteil. Sogesehen waere solidaritaet mit russland schon angebracht.

    • Anonym
    • 08.01.2009 um 23:27 Uhr

    Unabhängigkeit von Öl- und Gasimporten zu erreichen sollte mittelfristiges Ziel der europäischen Energiepolitik sein. Dies mit dem Aufbau regenerativer Energiequellen zu verbinden, dient auch dem Umweltschutz und stärkt unsere heimische Wirtschaft.

    • ugk
    • 09.01.2009 um 6:44 Uhr

    "Nach EU-Angaben ist die Delegation reisefertig. Ihr Einsatz könne "in einigen Tagen" beginnen, sagte der zuständige Kommissionsdirektor Heinz Hilbrecht."

    Fahren die über Landstraßen in die Ukraine?

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