Schwere Gefechte in Gaza Kämpfe gehen noch mindestens eine Woche weiter
Israels Generalstabschef kündigt noch härtere Schläge gegen Hamas an. Die Palästinenserorganisation signalisierte Bereitschaft zur Waffenruhe

© David Silverman/Getty Images
Israelische Panzer rücken auf Gaza vor
Israel will die Kämpfe im Gazastreifen mindestens bis in die nächste Woche fortführen. Das Militär sei "sehr, sehr kurz" davor, sein Ziel im Kampf gegen die radikal-islamische Hamas zu erreichen, sagte der frühere Verteidigungs- und heutige Verkehrsminister Schaul Mofas. In der kommenden Woche werde auf einer Kabinettssitzung über das weitere Vorgehen entschieden.
Auch der israelische Generalstabschef Gabi Aschkenasi kündigte am 18. Tag der Militäroffensive im Gaza-Streifen noch härtere Schläge gegen Hamas an. Aschkenasi sagte am Dienstag vor dem parlamentarischen Ausschuss für Außen- und Sicherheitspolitik: "Wir haben große Erfolge im Kampf gegen Hamas, gegen seine Infrastruktur, gegen seine Herrschaft, gegen seinen militärischen Arm vorzuweisen, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns." Die Armee bemühe sich darum, die Zahl der Raketen-Angriffe auf Israel weiter zu verringern, wolle stärker abschrecken und eine bessere Lebenssituation für die Einwohner des israelischen Südens schaffen.
Die israelische Armee war zuvor erstmals seit Beginn der Offensive tief in die Vororte der Stadt Gaza vorgerückt. Soldaten lieferten sich dort schwere Gefechte mit militanten Palästinensern. Ein israelischer Militärsprecher sagte, ein Offizier sei schwer und zwei weitere Soldaten seien leicht verletzt worden, als eine Sprengstofffalle während einer Hausdurchsuchung explodierte. 30 militante Palästinenser seien bei den Feuergefechten getroffen worden. Nach Angaben der von Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde in Gaza sind seit Beginn der israelischen Militäroffensive 971 Palästinenser getötet und etwa 4300 verletzt worden. Allein am Dienstag seien 23 Kämpfer und sieben Zivilisten umgekommen.
Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira hatte am frühen Dienstagmorgen von einer „beträchtlichen Eskalation“ der Operation gegen die radikal-islamische Hamas gesprochen. Die israelischen Truppen hätten Gaza-Stadt von allen Seiten eingeschlossen und seien auf dem Vormarsch. Einwohner von Gaza-Stadt sprachen von einer der schlimmsten Angriffsnächte. Auch von See aus werde die Stadt weiter beschossen.
In Gaza-Stadt waren auf Bildern von Al-Dschasira zahlreiche schwere Explosionen zu sehen. Ein Einwohner von Gaza sagte, überall brenne es. Zuvor war bei dem Sender von heftigen Gefechten zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Kämpfern um das Flüchtlingslager Dschabalija die Rede.
Der Weltsicherheitsrat trifft am Dienstag abermals zu Beratungen über die Lage im Gaza-Streifen zusammen. Das höchste UN-Gremium hatte erst am Freitag nach tagelangem Ringen eine Resolution verabschiedet, die beide Konfliktparteien zu einer sofortigen Waffenruhe verpflichtete. Zwangsmittel zur Durchsetzung seiner Forderungen hat der Sicherheitsrat nicht.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will am Dienstag zu einem einwöchigen Besuch in die Region reisen, um Israelis und Palästinenser in direkten Gesprächen zu einem Einlenken zu bewegen. Stationen seiner Visite sind Ägypten, Jordanien, Israel, Ramallah, der Libanon, Syrien und Kuwait.
- Datum 07.05.2009 - 13:49 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Schon aufgefallen, wie in den letzten Tagen die Horrormeldungen über palästinesische Opfer quer durch die gesamte deutsche Presse zurückgegangen sind ?
Wer ein realistisches Bild bekommen will, ist schon länger auf ausländische Medien (inkl. Al-Dschasira) angewiesen, diese plötzliche Änderung der allgemeinen Berichterstattung ist allerdings auffällig.
Offensichtlich will man den massiven Meinungsumschwung gegen das israelische Vorgehen wohl nicht weiter unterstützen ?
Liebe Medien.
Der Umschwung ist längst vollzogen.
Israel hat gezielt Rotkreuz-Mitarbeiter getötet, Israel hat UN-Einrichtungen bombardiert, Israel hat einige hundert Kinder getötet, Israel setzt geächtete Waffen ein, Israel okkupiert fremdes Land.
Was wir dort sehen ist ein anti-kolonialer Krieg der einheimischen, palästinesischen Bevölkerung gegen die Wegnahme ihres Landes.
Er ist längst nicht mehr der Krieg eines bedrohten, schwachen Israels um die eigene Existenz.
Habe ich da etwa grad die Kommentarfunktion abgeschossen ?
Eben war sie noch unter dem Artikel.
Nun ist sie weg.