Gaza-Krieg Helfer im Kreuzfeuer
Internationale Helfer im Gaza-Streifen sind verzweifelt. Die Not der Menschen ist unermesslich, sie selber arbeiten unter Lebensgefahr und schwierigsten Bedingungen

© Mohammed Abed/AFP/Getty Images
Hunger und Not: Ein palästinensischer Junge steht in Gaza-Stadt mit anderen vor einer Bäckerei für Brot an
Von der Klinik und vier benachbarten Häusern blieben nach dem Angriff nur Ruinen übrig. Am vergangenen Freitag zerstörten israelische Kampfflugzeugen eine Gesundheitsstation der Caritas, als sie das Viertel Al Maghazi in Gaza-Stadt beschossen.
Die Caritas hatte die Klinik vor dem Angriff evakuiert, weil das Gebiet als mögliches Ziel für Bombardierungen galt. „Wenn wir die Ärzte und die Patienten nicht weggebracht hätten, wer weiß, wie viele Menschen gestorben wären“, sagt Connor O’Loughlin.
Der Ire arbeitet für Caritas International in den palästinensischen Gebieten. Er hält sich zurzeit im Westjordanland auf, telefoniert aber mit Mitarbeitern in Gaza, so oft es geht. Da es dort keinen Strom gibt und die Mobilfunknetze meistens nicht funktionieren, sind Telefonate in den Gaza-Streifen allerdings nur selten möglich.
„Wir hatten in der Klinik Medikamente und Hilfsgüter im Wert von mehreren 1000 US-Dollar gelagert“, berichtet O’Loughlin. Da Arzneien, Nahrungsmittel und Decken im Gaza-Streifen absolute Mangelware sind, fehlen diese Hilfsgüter nun bei der Versorgung von Verletzten und Kranken.
„Es wurden bereits mehrere Kliniken bei Bombardierungen beschädigt oder zerstört. Die Krankenhäuser kommen bei der Behandlung der Verwundeten nicht mehr nach“, sagt O’Loughlin.
Die katholische Hilfsorganisation betreibt fünf weitere Gesundheitsstationen im Gaza-Streifen. Dort behandeln 25 Ärzte und Krankenschwestern Verletzte und Kranke. Es fehlt ihnen jedoch an so gut wie allem, auch an chirurgischen Geräten. Denn der Nachschub funktioniert kaum noch, trotz der von beiden Seiten vergangene Woche angekündigten Kampfunterbrechungen für Hilfslieferungen.
Auch das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen berichten von extrem schwierigen Bedingungen, unter denen die Helfer im Gaza-Streifen arbeiten müssen. Nicht nur die Luftangriffe und Kämpfe behindern die Rettung von Verletzten und das Bergen der Toten. Ein Notfallteam des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) musste tagelang an der Grenze warten, bevor Israel die Einreise in den Gaza-Streifen erlaubte. Auch mehrere Chirurgen von Ärzte ohne Grenzen, die dringend gebraucht werden, warten seit einer Woche in Jerusalem auf die Einreiseerlaubnis.
- Datum 07.05.2009 - 13:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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