Gaza-Krieg Streit um den Philadelphia-Korridor

Die Bemühungen um eine Waffenruhe stocken. Der Grund: Israel und Ägypten können sich nicht über die Schließung der Tunnel nach Gaza einigen, durch die Hamas Waffen erhält

Ein zerstörtes Haus in  Rafah: Die Grenzstadt ist wegen ihrer Tunnel nach Ägypten ein Streitpunkt in den Verhandlungen für eine Waffenruhe

Ein zerstörtes Haus in Rafah: Die Grenzstadt ist wegen ihrer Tunnel nach Ägypten ein Streitpunkt in den Verhandlungen für eine Waffenruhe

Israel, Hamas und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas führen mit Ägypten Gespräche über ein auch vom UN-Sicherheitsrat verlangtes Ende der Gewalt im Gaza-Streifen. Nach Angaben von Diplomaten und Politikern beziehen sich die wichtigsten Punkte auf das Ende der Kämpfe, Maßnahmen gegen den Waffenschmuggel sowie den Grenzübergang zwischen Gaza und Ägypten.

Für ein Ende der Kämpfe soll Israel sich aus dem Gaza-Streifen zurückziehen und Hamas ihre Raketenangriffe auf Israel beenden. Im Gegenzug fordert Hamas auch ein Ende der israelischen Blockade des Gaza-Streifens und der Razzien durch die israelische Armee. Eine formelle Waffenstillstandsvereinbarung mit Hamas lehnt Israel ab.

Die größte Hürde für eine einfache Waffenruhe sind die Tunnel von Hamas nach Ägypten. Durch diese werden nicht nur Lebensmittel und notwendige Dinge des täglichen Bedarfs, sondern eben auch Waffen und Sprengstoffe nach Gaza geschmuggelt. Israelische Militärs gehen davon aus, dass es zurzeit noch bis zu 400 Tunnel zwischen dem Sinai und dem Gaza-Streifen gibt. Die Grenzstadt Rafah gilt als weitgehend untertunnelt.

Israel macht zur Voraussetzung einer jeden Einigung, dass Hamas keine Gelegenheit bekommen darf, sich wieder zu bewaffnen, und fordert daher eine wirksame Blockade des 14 Kilometer langen Philadelphia-Korridors, jenes schmalen Grenzstreifens zwischen der Südgrenze des Gaza-Streifens und Ägypten. Diskutiert werden in Israel für diese Sicherheitszone entlang der Straße zur Grenze, der Philadelphi Road, sowohl riesige, unterirdische Sperranlagen als auch eine international zusammengesetzte Militäreinheit, die die Tunnel dann suchen und zerstören soll. Das Niemandsland zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten könnte zudem verbreitert werden. Auch ist ein Marineeinsatz vor der Küste im Gespräch.

Ägypten und Israel konnten sich jedoch noch nicht darauf einigen, wie der Philadelphia-Korridor überwacht werden soll, um eine Wiederbewaffnung von Hamas zu verhindern, hieß es am Freitag aus Kreisen israelischer und europäischer Diplomaten. Ägypten wehrt sich diplomatischen Angaben zufolge gegen Pläne, Einheiten aus dem Ausland auf der ägyptischen Seite der Grenze zu postieren. Statt fremder Soldaten will Ägypten demnach nur zusätzliche technische Hilfe für die eigenen bewaffneten Grenztruppen akzeptieren.

Ägypten spielt aber nicht nur wegen der 15 Kilometer Grenze eine Schlüsselrolle im Gaza-Krieg. Israel spricht nicht mit Hamas, da die Islamisten die Vernichtung Israels anstreben und darauf ihre Existenzgrundlage aufbauen. Um Hamas nicht aufzuwerten, unterhält Israel keine direkten Kontakte mit der Palästinenserorganisation, die Vermittlung läuft über Ägypten. Viel unterwegs hierfür ist letztens vor allem Amos Gilad, ein Berater von Verteidigungsminister Ehud Barak, der regelmäßig in Kairo mit der ägyptischen Führung berät.

Wichtigster Punkt für die Palästinenser und Hamas ist die Ermöglichung von Grenzübertritten. Rafah, der einzige Grenzübergang zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten, könnte unter Aufsicht von EU-Beobachtern und der Fatah-Sicherheitskräfte von Palästinenser-Präsident Abbas wieder geöffnet werden. Rafah ist seit der Machtübernahme von Hamas im Gaza-Streifen im Juni 2007 zumeist geschlossen geblieben. Auch die unbewaffneten europäischen Beobachter sind seitdem nicht an den Grenzübergang zurückgekehrt.

Das Problem mit den Truppen von Abbas und einer Übernahme der Sicherheitsdienste durch Fatah in Gaza ist jedoch, dass Fatah in der Bevölkerung Gazas einen schlechten Ruf hat. Bis zu ihrer Abwahl Anfang 2006 regierten die Fatah-Clans dort korrupt und selbstherrlich. 2007 schließlich waren die Fatah-Sicherheitskräfte von den gut organisierten Islamisten-Milizen von Hamas vertrieben worden. Deshalb wird in Israel auch immer eine letzte Option offengehalten: dass die israelische Armee selbst die Möglichkeit behält, im Gaza-Streifen handeln zu können, um so eine Wiederbewaffnung von Hamas verhindern zu können. (Mit Reuters)

 
Leser-Kommentare
  1. stocken, weil Israel momentan keine Waffenruhe will.

    Darin liegt der primäre Grund.

    Irgendwelche Verhandlungen mit Ägypten sind nur ein vorgeschobener Grund.

    Es geht momentan den Israel offensichtlich darum, Vergeltung der übelsten Art an den Palästinensern zu üben.

    Hier mal einige Indizien für diese Annahme:

    - Beschuss eines HILFSKONVOIS mit mindestens einem Toten durch israelische Panzer
    - Beschuss eines Gebäudes, in dem zuvor von Israel selbst Palästinenser untergebracht worden sind
    - Ablehnung von UN-Beobachtern, die ein objektives Bild der Lage verschaffen könnten

    Es wird erst dann eine Waffenruhe stattfinden, wenn das Befürfnis Israels an Vergeltung befriedigt ist. Das ist leider der Maßstab. Wenn das nicht so wäre, würde Israel einen "sauberen" Militärschlag führen, der die notwendigen Ziele zerstört und die Risiken minimiert.

    Aber allein die o.g. Punkte lassen so einen Schluss einfach nicht zu.

    Es wird endlich Zeit, der Zivilbevölkerung in Gaza zu helfen. Das Elend dort ist unermesslich.

  2. und beschämen nun sich selbst. Mit Panzern un Hightech gegen Zivilisten und Kinder in einem Konzentrationslager - ohne UN Beobachter - ohne humanitäre Hilfe für unschuldige Kinder - gegen Journalisten und UN Konvois. Das ist nur noch Rache gegen Unschuldige.

    Das einzige, dass Israel damit erreicht ist sich auf der Welt noch verhasster zu machen - mit allen Problemen. Und den Hamas die nächste Generation an Kämpfern in die Arme zu treiben.

    Ich wette Israel wird für diese dumme Politik noch einen hohen Preis bezahlen müssen.

  3. 3. test

    test

  4. Es gibt keine Bemühungen für Waffenruhe, weil die EU und USA das nicht wollen und Steinmeir Reise nach Ägypten ist nur damit die israelische Armee mehr Zeit bekommt, um mehr Bomben auf die palästinensische Zivilbevölkerung zu werfen oder um die BND Männer, die die israelische Arme Beihilfe bei der Suche nach Bombenziele leisten, neue Anweisungen gibt.
    Die Araber haben von Irakkrieg gelernt, das was die westliche Politiker das Gegenteil mein, was in den Medien behaupten und um das zu beweisen, braucht Man nur die westlichen Nachrichten Sender zu verfolgen und der wird sehen, das dieser Sender nur die Nachrichten senden, die ihnen der Sender der israelischen Arme ihnen gibt und erlaubt zu senden.
    Die Palästinenser werden diesen Krieg überleben genauso wie sie die Massaker, die die Israelische Arme in Jenien verübt hat überlebt haben und die werden noch mehr Probleme bekommen und der westen hat sich blamiert und wird nach Abu Greib mehr von seiner Glaubwürdigkeit und Werte( wenn sie welche hat) verlieren.
    Die Araber werden feststellen, dass sogenannte Friedenbemühungen eine Lüge und große Elisionen sind und die werden versuchen:
    1- die arabischen Herrscher die mit den Westen befreundet wie Mubarak von Ägypten und Hussein von Jordanien und die Herrscher von Golfstaaten zu beseitigen
    2- Sie werden sich einigen und gegen die Israelis kämpfen und die werden den Sieg erlangen, weil der Kapitalismus am ende ist und weil die westliche Bevölkerung die Lügen seine Medien und Politiker entdeckt hat

Service