Konjunkturpaket Steinbrück erwartet mehr als vier Prozent Defizit
Es ist der Preis der Konjunkturspritze: Finanzminister Steinbrück rechnet 2010 mit einem Staatsdefizit von vier Prozent. Damit würde die EU-Grenze deutlich überschritten
In einem Interview mit der
Financial Times Deutschland
erklärte Steinbrück, Deutschland werde die EU-Neuverschuldungsgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr "einigermaßen" einhalten können. "2010 werden wir dagegen wohl über vier Prozent liegen", sagte er in der Mittwochsausgabe der Zeitung.
Eine große Steuerreform hält der SPD-Minister in den nächsten zehn Jahren für nicht finanzierbar. Er mahnte die Parteien deshalb, im Bundestagswahlkampf ehrlich zu sein. "Alle, die im Wahlkampf zum Beispiel die Beseitigung des Mittelstandsbauchs im Steuertarif versprechen, werden das nicht durchhalten, wenn sie an der Regierung sind. Das würde 27,5 Milliarden Euro kosten."
Die Abflachung des sogenannten Mittelstandsbauchs, der mittlere Einkommen bei der Einkommensteuer überproportional belastet, gehört ebenso wie die Abschaffung der "kalten Progression" zu den wichtigsten Forderungen nach einer großen Steuerreform.
Im vergangenen Jahr hat der Bund nach Angaben des SPD-Politikers die vorgesehene Neuverschuldung von 11,9 Milliarden Euro leicht unterschritten. 2008 habe das Defizit bei 11,6 Milliarden Euro gelegen.
Das Staatsdefizit betrug 2008 nach Angaben des Statistischen Bundesamts 1,59 Milliarden Euro, das sind 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach minus 0,2 Prozent im Vorjahr. Damit erfüllte Deutschland wie in den beiden Vorjahren das Maastricht-Kriterium von maximal 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
- Datum 20.01.2009 - 15:21 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Statt die Milliarden in einer Konjunkturspritze besser wäre Gießkanne zu verschwenden, wäre es besser gewesen, eine umfassende Steuerreform und eine nachhaltige Reform der sozialen Sicherungssysteme durchzuführen, z.B. in dem die solche Wohltaten wie Beitragsbemessungsgrenzen abgeschafft werden oder die Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung integriert werden(da es sich um ein Umlagesystem handelt, wäre das relativ einfach machbar!). Hierfür wäre das Geld nachhaltig angelegt, daß was Herr Steinbrück und Frau Merkel jetzt betreiben ist vorsätzlicher Verfassungsbruch!
Herr Steinbrück hat ja schon Erfahrung damit, schließlich hat er bisher schon zweimal in seiner Laufbahn erwiesenermaßen einen verfassungswidrigen Haushalt durchgesetzt (in NRW). Klarer ausgedrückt, Geld für die Lobbyfreunde ist genug da, notfalls per Kredit zu Lasten des Steuerzahlers. Es ist schon perfide, dieser Staat nimmt Geld bei denen auf, denen er es schenkt.
Na klar, es wäre natürlich wesentlich sinnvoller während einer der tiefgreifensten Rezessionen der Nachkriegsgeschichte umfassende Reformmaßnahmen auf den Weg zu bringen: Dass der Wachstumsverlust sämtliche ökonomischen Kennziffern verzerrt, riesige Löcher in die öffentlichen Haushalte schlägt und die Menschen ohnehin verunsichert sind, scheint dabei allerdings einigen Zeitgenossen leider entgangen zu sein.
Na klar, es wäre natürlich wesentlich sinnvoller während einer der tiefgreifensten Rezessionen der Nachkriegsgeschichte umfassende Reformmaßnahmen auf den Weg zu bringen: Dass der Wachstumsverlust sämtliche ökonomischen Kennziffern verzerrt, riesige Löcher in die öffentlichen Haushalte schlägt und die Menschen ohnehin verunsichert sind, scheint dabei allerdings einigen Zeitgenossen leider entgangen zu sein.
Na klar, es wäre natürlich wesentlich sinnvoller während einer der tiefgreifensten Rezessionen der Nachkriegsgeschichte umfassende Reformmaßnahmen auf den Weg zu bringen: Dass der Wachstumsverlust sämtliche ökonomischen Kennziffern verzerrt, riesige Löcher in die öffentlichen Haushalte schlägt und die Menschen ohnehin verunsichert sind, scheint dabei allerdings einigen Zeitgenossen leider entgangen zu sein.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren